Wolfsfraueninterview: Rebecca Randak

[Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Rebecca von „Fuck Lucky Go Happy“ vor zustellen.

 

Wie beginnst du deinen Tag?

Da ich abends oft beim Yoga bin oder unterrichte, lasse ich den Tag langsam angehen. Vom Aufstehen bis Haus verlassen brauche ich circa drei Stunden, in denen ich meditiere, Pranayama oder Yoga übe, mit meinem Freund frühstücke, dusche und Kram in der Wohnung erledige. Meistens sogar in dieser Reihenfolge.

Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Ganz ehrlich: Wenn ich alleine bin, am besten an meinem Kraftort in Süditalien. Meine Eltern haben dort ein wunderschönes Haus. Es gibt es Kräuter, Pflanzen, Tiere und Natur ohne Ende und man kann den Blick über das Meer in die Weite schweifen lassen. Das ist ein super Ausgleich zu meinem Alltag, der eher hoch getaktet ist. Zuhause bin ich natürlich auch glücklich. Zum Beispiel wenn ich in die Yoga verballerten Schüler nach einer Yogaklasse schaue oder mich selbst in diesem Zustand befinde. Oder beim Dinner mit Freunden. Oder beim Schreiben. Oder, oder, oder…

Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Erst einmal akzeptiere ich, dass ich mich gerade gestresst fühle. Und dann schaue ich, was es braucht. Wahlweise verordne ich mir eine Zwangspause oder ich versuche das stressende To Do so schnell wie möglich zu erledigen.

Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Voll klischeemäßig: Regelmäßig meditieren, Yoga üben und so oft wie möglich für ein, zwei Wochen nach Italien abdüsen. Ganz wichtig: Soul Food selber kochen und in Ruhe essen.

Was bedeutet es für dich eine wilde Frau zu sein?

In gutem Kontakt mit der Stimme meiner Seele zu sein, diese Stimme wahrzunehmen und mich zu trauen, nach ihr zu handeln – auch wenn der Geist manchmal eine andere Meinung dazu hat.

Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Lebenslange Selbsterfahrung wahrscheinlich. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der „Psycho-Gespräche“ Standard waren und es erlaubt war, sich auf sein Gefühl zu verlassen. Vielleicht liegt es daran, dass ich sehr feinfühlig bin und unterschwellige Stimmung sofort wahrnehme, oft auch körperlich. Die Signale meines Körpers zu respektieren und nach ihnen zu handeln, war für mich ein wichtiger Schritt. Außerdem reflektiere ich viel und gerne und liebe es, das menschliche Handeln und Fühlen zu untersuchen, zu hinterfragen und Antworten zu finden. Ich selbst bin dabei mein liebstes Forschungsobjekt.

 

Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Schwer zu sagen, es gab bei mir nie dieses eine ausschlaggebende Erlebnis, das alles verändert hat. Mein Leben ist ständig im Wandel. Aber wahrscheinlich ist das der Grund, dass ich einen Job mache, den ich von Herzen liebe und an sich ganz zufrieden bin mit meinem Leben.

Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich steh öfter zu mir selbst und versuche weniger, es ständig allen recht zu machen.

Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Zeit alleine. Da ich ein sehr sozialer und geselliger Mensch bin, fällt die Me-Time schnell unter den Tisch. Ich muss darauf achten, mir diese Zeit zu nehmen. Im Alltag fällt mir das immer noch schwer, aber alles braucht eben seine Zeit.

Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Eine große Beziehungskrise mit meinem Freund vor zwei Jahren und den plötzlichen Tod meines Stiefvaters letzten November. Beruflich gab es auch ein paar einschneidende Entscheidungen, die sehr herausfordernd waren, mir aber großes Wachstum ermöglicht haben.

Was tust du bei Rückschlägen?

Wunden lecken, überlegen, was mir das Ganze sagen soll und dementsprechend die Strategie ändern.

 

Was liest du gerade?

Wie immer ein paar Bücher gleichzeitig. Die deutsche Ausgabe der Hatha Yoga Pradipika von Anna Trökes, ein Akupunktur-Buch von J.R. Worsley und sehr passend zu diesem Interview „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estes.

Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Auf jeden Fall meine Mutter, der ich für ihren klugen und einfühlsamen Beistand oft so dankbar bin. Mein Yogalehrer Patrick Broome, der mir mit seinen Klassen regelmäßig das Hirn wegpustet. Und Danielle LaPorte, der es trotz ihres super erfolgreichen Online-Businesses gelingt, ihre Tiefe zu behalten. Außerdem gibt es in meinem Umfeld ganz viele wertvolle Menschen, für deren Anwesenheit ich Dankbarkeit empfinde.

Was motiviert dich weiter zu machen?

Große Freude bei dem, was ich tue. Anderen dabei zuzusehen, wie sie über ihre Grenzen hinauswachsen, die Möglichkeit selbst ortsunabhängig zu arbeiten und noch freier zu leben und die unbändige Lust, noch viel mehr zu lernen. Über den Körper, Yoga. Spiritualität und, und, und…

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

Om namah shivaya“. Das Pancakshara-Mantra. Es bedeutet soviel wie „Ich verbeuge mich vor Shiva, dem Gott der Vollendung.“ Shiva ist der Gott der Veränderung. In seinem kosmischen Tanz zerstört er das ganze Universum, um es im gleichen Moment neu zu erschaffen. Für mich ist das eine sehr tröstende und hilfreiche Metapher für das Leben an sich. Manchmal muss Altes kaputt gehen, damit Neues entstehen kann. Das ist nicht immer schön, aber wenn wir uns darauf einlassen, ermöglicht es Weiterentwicklung und innere Freiheit.

Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Jeder hat seinen eigenen Weg zum Glück und muss ihn selbst gehen. Dabei gibt es keine Abkürzungen, aber immer wieder Menschen, die dich ein Stückchen begleiten.

 

Über Rebecca

Rebecca bloggt auf „Fuck Lucky Go Happy“ über ihre Leidenschaft: dem Yoga und über andere spirituelle und weniger spirituelle Themen. Sie hat 2012 den mutigen Schritt getan und ihren „sicheren“ Job in einer PR-Agentur gekündigt, und sich ein eigenes Business aufgebaut. Heute lebt sie das, was sie liebt: Sie ist Yogalehrerin und gibt neben offenen Trainings auch Workshops und Einzelunterricht. Dank ihrer Selbstständigkeit, ist es ihr möglich orts-ungebunden zu arbeiten und viele Abenteuer zu erleben, die du auf ihrem Instagram-Account mit erleben kannst. Ich finde sie sehr mutig und sie ist mein großes Vorbild in Sachen: „Tu was du liebst!“ – auf ihrem Blog kannst du auch nachlesen, wie und welche Schritte sie da gegangen ist.

Um es mit Rebeccas Worten zu sagen: YOLO – You only live once!

Danke dir