Wolfsfrauen Interview – Karmindra

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Karmindra vor zustellen.

1. Wie beginnst du deinen Tag?

Das ist sehr unterschiedlich und kommt darauf an, ob ich mit dem Wecker aufstehe und zu welcher Uhrzeit dieser ertönt. An einigen Tagen klingelt es mich schon um kurz nach fünf aus dem Bett, dann bin meistens noch mit einem Bein im Traumland während ich mich auf den Tag vorbereite. Zu meinem Morgenritual gehört auf jeden Fall eine Tasse Heißgetränk, in der Regel einfach warmes Wasser mit dem Saft einer frischen halben Zitrone. Wenn es Zeit und Muse zulässt, spreche ich gerne ein kleines Gebet oder bewege mich ein wenig indem ich Yoga mache oder ein paar Minuten aus dem Trampolin hüpfe. Ich setzte mir eine Intention für den kommenden Tag und auf dem Weg zur Arbeit nutze ich die Autofahrt gerne, um einige Affirmationen zu sprechen und ein paar Worte an meine Spirits zu richten.

2. Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Es gibt so wirklich viele Dinge die mir gut tun und mich glücklich machen. Alles was mit Natur zu tun hat bringt in mir ganz viele Saiten in mir zum schwingen, im Wald, in den Bergen, an einem See oder am Meer. Sobald ich in der Natur bin geht mein Herz auf und ich fühle mich einfach richtig und angekommen. Ich denke das ist auch einer der Gründe wieso ich unheimlich gerne reise, ich liebe es die Landschaft und Natur an verschiedensten Orten zu erspüren und zu entdecken. Reisen und Mutter Erde zu entdecken ist definitiv auch etwas, dass mich sehr glücklich macht.

Obwohl ich jemand bin der Zeit für sich, Ruhe und Einsamkeit sehr genießen kann, bin ich auch ein überaus geselliger Mensch. Im Kreis meiner Liebsten, mit der Familie, meinem Verlobten und guten Freunden fühle ich mich pudelwohl und zufrieden.

Manchmal entstehen die glücklichsten Momente auch aus sich selbst heraus, ohne jeden Äußeren Auslöser. Plötzlich ist da dieses Überwältigende Gewahrsein von Schönheit und Fülle in mir und um mich herum und Dankbarkeit für mein Leben überflutet mich einfach.

3. Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Am allerliebsten steige ich in die heiße Wanne. Meine Eltern behaupten dies hätte schon zu Kinderzeiten immer geholfen wenn ich mies drauf gewesen bin. An Tagen die richtig schlecht sind, hole ich gerne meine Selflove Bibel raus die ich selbst gestaltet habe, darin finde ich Listen mit Dingen die ich gerne mache und die mir gut tun. Ich probiere einfach so viel aus, bis ich das Gefühl habe, es wird langsam besser. Ein Treffen mit einer Freundin hilft mir in der Regel auch, oder ich sage zu meinem Freund:“Bitte nimm mich mal ganz lang und fest in den Arm.“

Bei Stress hilft mir alles was körperlich ist, auspowern, Bewegung, tanzen, Sport. Oder das komplette Gegenteil, einfach auf die Couch werfen, Füße hochlegen und mir ein paar Folgen Sex and the City ansehen. Ich liebe diese Serie und kann dabei herrlich entspannen.

4. Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Baden, zur Massage gehen, mir schöne Kleider anziehen und mir im Spiegel zulächeln, Spazieren gehen, klettern und Yoga. Ich versuche auf das zu hören was mein Körper mir sagt, denn ich neige dazu immer funktionieren zu wollen und voller Tatendrang zu sein. Oft nehme ich mir nicht die nötigen Pausen, halte nicht inne und entspanne, sondern hetze von einem schönen Termin zum anderen. Das artet dann in eine Art Freizteitstress aus, weil ich einfach so viel tun und erleben möchte. Also schalte ich bewusst einen Schritt zurück und gönne mir vor allem auch in Phasen, in denen es mir nicht gut geht, die nötige Zuwendung.

Ich habe mir auch antrainiert nein zu sagen, für mich einzustehen, den Mund aufzumachen wenn mir etwas nicht passt. Auch wenn dies Dinge sind die mir immer noch manchmal schwer fallen, ich weiß das ich dazu neige mich zurückzustellen um anderen nicht Übel aufzustoßen oder Situationen der Disharmonie zu erzeugen. Es hat lange gedauert bis ich verstanden habe, dass Self-Care auch sehr viel damit zu tun hat, mich nicht zu verstellen und für das was ich innerlich brauche einzustehen ohne es immer allen recht machen zu wollen.

5. Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

Wild bedeutet für mich in erster Hinsicht frei und mutig zu sein, mich dem Ruf des Lebens hinzugeben, meinem Herzen zu folgen. Ich möchte das Leben genießen und auskosten, mich so verhalten und zeigen wie es sich richtig und gut für mich anfühlt. Meine Gefühle leben, Stärke und Schwäche zeigen können, einfordern was mir zusteht, Selbstbewusst auftreten und mich mutig meinen Ängsten stellen.

6. Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Meine Geschichte hat viel mit Angst zu tun, ich war immer schon ein ängstlicher Mensch, von klein auf. Da ist es kein Wunder, dass ich im frühen Jugendalter eine manifeste Angst- und Panikstörung entwickelt hatte. Doch durch diese stände Angst ist mir auch bewusst geworden, welch einen riesig großen Stellenwert für mich die Freiheit hat und das Gefühl, intensiv zu leben. Irgendwann wurde mir klar das ich leben will, dieses Leben wirklich auskosten, meine Träume verwirklichen, glücklich und erfüllt sein und das ich all dies nicht erreichen werde wenn ich Angst habe, mich verstecke, verstelle und mich so gebe wie andere mich vielleicht sehen wollen.

7. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Eigentlich hat sich alles verändert, ich habe mich selbst und mein Leben in seinen Grundfesten erschüttert. Ohne müde zu werden habe ich mich immer wieder meinen Ängsten ausgesetzt, habe mir selbst bewiesen stärker als diese zu sein. Es gibt ein wundervolles Buch von Osho, dessen Titel eine Art Lebensmotto von mir geworden ist, er lautet: „Lebe wild und gefährlich“. In mir war immer diese zu Grunde liegende Überzeugung das alles Gut ist, alles Gut ausgehen wird, vor mir Licht und Freude liegen. Daran habe ich mich festgehalten und gekämpft, meine Wildheit heraufbeschworen, aus ihr Kraft und Durchhaltevermägen gezogen. Heute lebe ich weitestgehend angstfrei –  natürlich habe auch ich wie jeder Mensch in bestimmten Situationen Angst, denn Angst ist gesund und überlebenswichtig. Wenn ich späre das mir etwas Angst macht, dann spornt es mich meistens dazu an es tu tun, neue Erfahrungen zu sammeln, meinen Horizont zu erweitern, wild, gefährlich und erfüllt zu leben.

8. Wie hast du dich dadurch verändert?

Im Verlauf der Jahre bin ich durch diesen Weg deutlich selbstbewusster, positiver und lebensbejahender geworden.

9. Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Erdung, Kontakt zur Natur, Gemeinschaft mit anderen wilden Frauen, lachen, singen & schreien.

10. Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Mich aus sehr herausfordernden, kräftezehrenden und manipulativen Beziehungen zu lösen, für mich einzustehen und meinen Weg weiter zu gehen, mich zu retten, mit der Hoffnung auf eine wundervolle Zukunft, obwohl ich zeitgleich das Gefühl hatte mein Herz zerberstet auf ewig.

11. Was tust du bei Rückschlägen?

Tief durchatmen, die Situation neu reflektieren, danach suchen was ich aus der Situation lernen kann.

12. Was liest du gerade?

Heute habe ich den Roman: „Mara und der Feuerbringer“ von Tommy Krappweis zu Ende gelesen. Ein sehr unterhaltsamer Jugendroman in dem es um Mara, eine 15jährige Seherin und um einen Haufen germanischer Mythologie geht. Der erste Band dieser Trilogie ist übrigens küzlich erst verfilmt worden.

Ansonsten stöbere ich gerade immer wieder in verschiedensten Büchern über Bäume und Ogham, da ich mich zur Zeit jeden Monat mit einem Ogham Zeichen und dem entsprechenden Baum beschäftige. Im Rahmen dessen und darüber hinaus lese ich auch das wunderschön illustrierte Buch „Earth Wisdom“ von Glennie Kindred.

13. Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Louise L. Hay – das erste Buch von ihr habe ich mit 13 Jahren verschlungen. Sie ist soetwas wie meine Päpstin bzgl. Affirmationen und positiver Lebenseinstellung.

Francesca de Grandis – kein Buch hat mich im Laufe meiner – ich nenne es mal „religiösen Laufbahn“  so sehr bewegt und berührt wie ihr Wekr „Die Macht der Göttin ist in dir“

Wolf Dieter Storl – stellvertretend für all die wundervollen Menschen und Autoren die es immer wieder schaffen mich mit ihren Werken über die Natur, Pflanzen und Wildniss in ihren Bann zu ziehen.

Dann wären da noch einige mehr : der Menschen in meinem Umfeld und meiner Familie, deren Namen wohl kaum jemanden etwas sagen würden.

14. Was motiviert dich weiter zu machen?

Das Leben und die Liebe dazu und darin <3

15. Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen müchtest?

Om Tare Tuttare Ture Soha

Vor Dir, Ehrwürdige Tara, Retterin aller Wesen, verneige ich mich!

16. (und warum?)

Dieses Mantra ist Teil meiner ersten Tätowierung vor vielen Jahren. Die grüne Tara –  eine buddhistische Göttin – gilt als Retterin aus höchster Not. Befindet man sich in Gefahr, so soll das Aussprechen dieses Mantras für ihre sofortige Präsenz und ihren Schutz sorgen.

17. Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

„Höret nun die Worte der Sternengöttin,zu deren Füßen die Weite des Himmels wie

Staub liegt und deren Leib das Universum umfasst.

Ich bin die Schönheit der grünen Erde

und der weiße Mond inmitten der Sterne,

das Mysterium der Gewässer

und die Sehnsucht im Herzen der Menschen,

Ich rufe eure Seelen, sich zu erheben und zu mir zu kommen,

denn ich bin die Seele der Natur, die dem Universum Leben schenkt.

Aus mir gehen alle Dinge hervor und zu mir müssen alle Dinge zurückkehren.

Und vor meinem Angesicht, geliebt von Göttern sowie Menschen,

soll sich euer innerstes göttliches Selbst in der Verzückung der Unendlichkeit

entfalten.

Verehrt mich mit frohlockendem Herzen,

denn siehe, alle Akte der Liebe und der Freude

sind meine Rituale.

Lasst in euch sein

Schönheit und Stärke,

Kraft und Mitgefühl,

Ehre und Demut,

Heiterkeit und Ehrfurcht.

Und ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset,

dass all euer Suchen und Sehnen vergeblich sein werden

wenn ihr das Mysterium nicht kennt:

Wenn ihr das, was ihr sucht, nicht in eurem Inneren findet,

werdet ihr es im Außen niemals finden!“

– Doreen Valentine –

Über Karmindra

Karmi weiß, was sie will und wie sie diese Dinge in ihr Leben integriert. Sie sagt „Ja“ zu ihrem Leben und zu ihren Träumen. Auf ihrer Seite the glowing life, lässt sie uns teilhaben an all den Dingen, die ihr Leben wundervoll machen – von Spiritualität und Yoga, bis hin zu gesunder Ernährung und Naturkosmetik. Du kannst auch DIY Anleitungen zu diversen Projekten finden und Buchrezensionen lesen.

 

Warum werden hier Wolfsfrauen interviewt und was sind „wilde“ Frauen?

Ich möchte mit diesen Interviews dir Frauen vorstellen, die authentisch sind, ihren eigenen Weg gehen und nicht darauf achten, was das Außen davon hält. Sie hören auf ihre Innere Stimme und folgen ihrer Intuition. Ich möchte dich mit diesen interviews dazu inspirieren, dir selber zu vertrauen, neue Wege zu beschreiten und die zu werden, die du gerne sein willst – die zu sein, die du schon jetzt bist. Ich weiß, aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer leicht ist, den ersten Schritt zu gehen, und dass man Vorbilder braucht, die einen dazu anleiten, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu wagen. Und genau das wünsche ich mir für dich! Lebe dein Leben – hab Spass und tu das, was du liebst, ein wenig mehr 🙂

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