Silvester: Auch ohne Knaller, der Knaller

Dieses Jahr wurde schon darüber diskutiert, ob die Knallerei zum Jahreswechsel verboten werden soll. In manchen Städten ist es sogar schon ganz untersagt, wie z.B. auf Sylt.

Aus meiner Sicht spricht auch viel mehr gegen die Böllerei, als dafür.

Zum einen ist es reine Geldverschwendung – Feuerwerkskörper kosten einfach viel Geld, was dann zu Silvester innerhalb einer kurzen Zeit quasi in die Luft gepustet wird.

Es ist gefährlich, denn oftmals werden Böller und Raketen von Menschen entzündet, die bereits alkoholisiert wird. Und viele mussten schon mindestens einmal die Erfahrung machen, dass eine Rakete oder ein Böller in ihrer direkten Nähe explodiert ist, so dass man sich der Gefahr ausgesetzt sah, getroffen zu werden.

Ich selber habe schon erlebt, wie einige Menschen es sehr witzig fanden, Böller in Menschengruppen zu werfen und sich an der Panik zu erfreuen, die sie damit ausgelöst haben.

Dann sind da noch die Tiere. Sowohl unsere treuen Hausbegleiter, als auch die Wildtiere fürchten sich sehr vor dem Krach, der teilweise Stunden andauert.

Und zu guter Letzt geht es um den Müll der dabei entsteht: wenn man morgens einmal spazieren geht, sind die Straßen voll mit Müll der Raketen und Böller. Warum sammelt man den nicht einfach ein und entsorgt ihn? Und gerade die Plastikkappen der Raketen findet man noch Jahre später in der Natur. (von der Feinstaubbelastung wollen wir hier grad gar nicht sprechen)

Dies sind alles Argumente die gegen „den kurzen Spaß“ sprechen, wie ich finde.

Ich hatte das Glück (oder Pech) ohne Knallerei auf zu wachsen. Meine Eltern haben sich nichts daraus gemacht. Wir sind zwar nach draußen gegangen, um zu schauen, wie andere knallen, aber wir selber haben das selten gemacht. Und auch als ich selber in dem Alter war, wo ich Zugriff zu Knallern hatte, habe ich das eher selten gemacht. Ich habe es einfach nicht gebraucht.

Ich möchte dir daher einige Rituale und Brauchtümer vorschlagen, die wir für den Jahreswechsel nutzen können, um eine neue Tradition zu erschaffen, denn eine Veränderung ist oft viel leichter, wenn wir eine Alternative haben, die wir ausprobieren können.

Diese Rituale kenne ich selber aus meiner Kindheit, wurden schon selber ausprobiert oder sind neu erfunden.

Ich möchte damit dir eine Alternative bieten, wie Silvester auch ohne Knallerei der Knaller sein kann. Dazu möchte ich dich einladen, ausprobierte Ideen und deine eigenen Ideen auf den sozialen Medien unter dem Hashtag #ohneknallerderknaller zu teilen. So können wir Alternativen anbieten, und Interessierte inspirieren, auch in den folgenden Jahren eine tolle Silvesterfeier zu haben, ohne Böllerei.

Rituale und Brauchtümer für Silvester und zum Jahreswechsel

  • „Dornen und Rosen“
    • Während des Essens oder beim Zusammensitzen mit Familie und/oder Freunden, erzählt jeder von den „Dornen“ des Jahres: Alles was nicht gut gelaufen ist, oder warum man dankbar ist, dass das Jahr bald beendet wird. Dann erzählt jeder von den „Rosen“ des Jahres – alles was wundervoll war oder wofür man dankbar ist. Dieses „Spiel“ bietet die Möglichkeit Oberflächlichkeiten ab zu legen und sich tiefer zu verbinden und kann auch gut für Frauenkreise genutzt werden, wie in unserem Roten Zelt.
  • Loslassen und Wünschen
    • Auf einen Zettel schreibt man jene Dinge, die man gerne loslassen möchte oder die einem nicht mehr dienen, diesen kann man dann im Freien in einer feuerfesten Schale Verbrennen (bitte Brandschutz beachten und nur kleine Zettel verwenden). Dann überlebt man sich, was der größte Wunsch/die größte Vision für das kommende Jahr ist und spricht diesen Wunsch auf eine Wunderkerze (oder pustet den Wunsch in sie hinein). Dann wird sie entzündet und der Wunsch wird ans Universum geschickt.
  • Orakeln
    • Hier gibt es ja so viele Möglichkeiten: wir können Karten oder Runen ziehen, oder aber Wachs gießen. Dies funktioniert genau so, wie das gute alte Bleigießen, ist nur etwas gesünder. Hierzu nimmt man alte Wachsreste und legt sie auf einen großen Löffel. Über einer Kerze werden sie dann erhitzt, bis sie geschmolzen sind. Dann kippt man sie in eine Schüssel mit kaltem Wasser, wo der Wachs ähnlich erstarrt wie das Blei, und so Formen bildet, die man interpretieren kann. Das Wachs kann man im kommenden Jahr auch wieder benutzen.
  • Eine Erinnerungskiste füllen
    • Ich habe hier eine Kiste, in die meine liebsten Erinnerungen hinein kommen. Karten von besonderen Konzerten oder Events. Einladungen von Hochzeiten oder anderen wundervollen Momente. Bei mir ist es eine alte Kekskiste aus Metall – die nicht viel Platz bietet, so dass ich wirklich nur die wichtigsten Momente hier fest halte. Liebesbriefe oder so. Und jedes Jahr, fülle ich neue Momente hinein. (natürlich darf man auch eine weitere Kiste eröffnen)
  • Jahresrückblick
    • Ich finde des Silvesterabend besonders gut geeignet, um mit einem Jahresrückblick zu schreiben – dort schreibe ich erst einmal auf, wie ich das Jahr erlebt habe, was passiert ist und was sich in meinem Leben und der Welt ereignet hat. Dann schreibe ich auf, was ich gut und was ich schrecklich fand. Hier bietet sich auch immer nochmal die Gelegenheit, die schlimmen Momente noch einmal zu fühlen und damit ein Stück weit zu verarbeiten. Dann kann man auch noch die Favoriten aufschreiben: Lieblingsbuch, Lieblingsfilm, bester Moment usw. (schau dir doch meinen letzten Rückblick als Inspiration an)
  • Träume und Ziele
    • Anstatt dir eine Liste mit Zielen auf zu schreiben, überlege dir, wie du dich in den bestimmten Lebensbereichen fühlen möchtest. Möchtest du glücklich sein? Dich Energiegeladen fühlen? Und dann schau mal, was du tun kannst, um dieses Gefühl zu erreichen. Lass dies doch im kommenden Jahr dann deine „To-Do-Liste“ sein.

Es gibt natürlich noch so viel mehr, und du hast mit Sicherheit noch viel mehr tolle Ideen. Schreibe sie einfach hier in die Kommentare oder zeige sie auf Instagram mit #auchohneknallerderknaller

Damit wir eine Alternative zum Böllern bieten können.

Auch ohne Knaller der Knaller

Folgender Abend wäre bei mir der Knaller:

Man trifft sich mit seinen Herzensmenschen und genießt am Abend ein leckeres Essen. Entweder jeder bringt hier etwas mit, oder wenn man nur zu zweit feiert, dann kocht man gemeinsam etwas, was es sonst selten gibt. Dieses Essen wird dann genüsslich verspeist, während man die Dornen und Rosen des Jahres bespricht.

Danach kann man etwas spielen oder sich einen Glücksbringer für das kommende Jahr gestalten, man kann sich einen „Plan“ machen oder orakeln.

Zu Mitternacht lässt man los und wünscht sich etwas, und dann trinkt man gemeinsam ein alkoholfreies Kribbelgetränk (Holunderblütensirup in Mineralwasser z.B.)

Wenn man alleine feiert oder am kommenden Tag Frühdienst hat (ich habe da Erfahrung)

Abends lecker für sich kochen, dann schön gemütlich baden gehen und reflektieren. Dann schreibt man einen Rückblick auf, und wie man sich in den diversen Lebensbereichen fühlen will. Wie kann man dieses Gefühl umsetzten? Auch alleine würde ich orakeln und wünschen. Ich würde allerdings auch gegen 22 Uhr ins Bett gehen, mit Ohrenstöpsel und Schlafmaske, damit ich um Mitternacht schon in der Tiefschlafphase bin, so dass mich die Knallerei nicht mehr interessiert.

Jetzt bin ich auf deine Ideen gespannt. Schreibe mir sie in die Kommentare, verlinke mich auf Instagram oder nutze den Hashtag #auchohneknallerderknaller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.