Räuchern mit Smudge Sticks – selbstgemachte Räucherbündel

Smudge Sticks, oder auf deutsch „Räucherbündel“ sind zusammengebundene, getrocknete Kräuter, die nach Trocknung an einem Ende entzündet werden, und langsam verglimmen. Häufig finden wir den „White Sage Smudge Stick“, also den Weißen Salbei auf Instagram, wobei dieser ursprünlich aus der indianischen Tradition kommt. Es werden bestimmte Kräuter (zum Beispiel der Weiße Salbei) rituell geschnitten, gebunden und dann getrocknet und werden dann für verschiedene Rituale und Zeremonien genutzt.

Auch im deutschen Raum gibt es Traditionen zum Binden von Kräutern, die bekannteste ist wohl der Kräuterbuschen, der zu Marai Himmelfahrt gebunden wird und in der Kirche zur „Kräuterweihe“ geweiht wird. Er soll Haus und Hof schützen und enthält häufig die Kräuter, die man für die heimische „Hausapotheke“ genutzt hat.

Für mich ist das Räuchern mit einem Räucherbündel eine vergnügliche Weise, mein Heim zu reinigen und zu segnen. Es ist für mich, die wohl leichteste Art zu räuchern, denn ich brauche keine Räucherkohle und die Räucherzeit ist, je nach Größe und Dicke des Bündels auch variabel. Dazu kostet er, wenn man ihn selber herstellt, kaum etwas und es macht auch noch unglaublich viel Spass, ihn herzustellen.

Besonders schön sind die Räucherbündel, die man gemeinsam im Kreis von Freundinnen macht, deswegen liebe ich es auch, zu bestimmten Anlässen, sie im Roten Zelt zu fertigen.

Mir gefällt außerdem, dass ich intuitiv arbeiten, und mir verschiedene Smudge Sticks zu den verschiedensten Anlässen binden kann. Ein Räucherbündel ist für mich ein wundervoller Weg, mit meiner weiblichen Schöpferkraft zu spielen, Kräuter kennen und lieben zu lernen und dann zu sehen, wie sie gemeinsam zusammen wirken.

Welche Kräuter eignen sich zum Räuchern?

Für ein Räucherbündel benötigst du verschiedene Pflanzen, die man sicher verräuchern kann. (Achte bitte darauf, dass auch Giftstoffe aus den Pflanzen im Rauch über die Lungen aufgenommen werden können. Informiere dich vorher, welche Pflanzen geeignet sind, und sorge dafür, dass du sie auch sicher bestimmen kannst. Nimm keine Pflanzen, die du nicht genau kennst/nicht selber bestimmen kannst)

Dazu kommt auch, dass es Pflanzen gibt, die gut glühen, und welche, die weniger gut glühen. Hier kommt es auf eine gute Mischung von Pflanzen mit vielen ätherischen ölen, mit welchen, die weniger ölhaltig sind. Auch Nadelgewächse sind voller ätherischer Öle und können dadurch zwar länger glimmen, aber auch schwerer.

Es gibt wirklich sehr viele Pflanzen, die man verräuchern kann, aber der Rauch ist nicht von allen angenehm. Ich möchte hier die vorstellen, die mir persönlich am besten gefallen – teile doch deine Favoriten in den Kommentaren, um eine schöne Sammlung zu erstellen, aus der wir alle dann neues probieren können.

Der Klassiker bei mir ist wohl Salbei und Beifuß – beides nutze ich in Kombination mit weiteren Pflanzen als „Hausreinigung“ Ich mag ihn mit Lavendel und Rosenblüten kombinieren. er sieht wirklich hübsch aus, und riecht angenehm.

Weitere Räucherpflanzen, die ich schon ausprobiert habe sind: Taubnesseln, Gundermann, Schafgarbe, Rosmarin, Zeder und wilder Majoran. Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten – es gibt noch so viele mehr, die sich sicherlich gut verräuchern lassen. Welche Pflanzen sich da eignen findet ihr sicherlich im Netz (zum Beispiel beim Räucherguru) oder in diverser Fachliteratur zu dem Thema.

Nun aber zu der Herstellung

DIY Räucherbündel und Smudge Sticks

Du brauchst frische Kräuter und Pflanzen

Ein Naturgarn

wenn gewünscht: Blüten zum dekorieren

Lege nun die Pflanzen zu einem Büschel zusammen, so dass die Stängel alle zusammen auf einer Seite liegen. Mit einer Schlaufe verbinde ich dann alle Stiele und Knote sie zusammen. Jetzt wird das Garn herum gebunden. dabei gibt es kein richtig und kein Falsch, es sieht aber sehr schön aus, wenn sie sich kreuzen. Ich wickle mein Garn von unten nach oben einmal rum, und wickle dann entgegengesetzt wieder runter, so dass sich die Bänder kreuzen. Während des Wickelns stecke ich dann einzelne Blüten oder Blütenblätter in das Bündel und binde sie mit ein. So fallen sie nicht alle wieder heraus, und ich kann kleinere/kürzere Pflanzen auch weiter oben mit einbinden. Probiere es einfach aus, schaue was dir gefällt und wickle im schlimmsten Fall einfach noch einmal.  Es macht Spass und Freude hier einfach auszuprobieren, was dir gefällt.

Wenn du unten bei den Stängeln wieder angekommen bist, knote sie noch einmal zusammen. Jetzt kannst du, wenn du genügend Faden noch hast, ein paar Mal um die Stängel wickeln, zusammen knoten und eine Schlaufe binden. An dieser Schlaufe wird das Räucherbündel dann zum Trocknen aufgehängt.

Da die Kräuter beim Trocknen in ihrer Masse etwas schrumpfen, empfiehlt es sich, dies mit beim Binden mit ein zurechnen, und evtl etwas fester zu wickeln, denn sonst hat man im schlimmsten Fall ein sehr loses Bündel, was später sehr schnell brennt. Generell gilt aber: je fester und dicker das Bündel, desto langsamer glimmt es.

Je dicker das Bündel, desto langsamer trocknet es auch ganz durch. Ich lasse sie 4 bis 8 Wochen trocknen, bevor ich sie benutze. Sie halten sich bis zu einem Jahr, danach verlieren sie immer mehr an Geruch und Wirkung.

Räuchern mit Räuchersticks

Um mit Räucherbündeln zu Räuchern brauchst du eine feuerfeste Schale. Ich nutze hier eine große Muschel, aber natürlich geht auch eine andere feuerfeste Schale, die du auch bei bedarf mit Sand füllen kannst.  Dann halte ich das Bündel an den Stängeln und entzünde die andere Seite. Entweder blase ich die Flamme aus, oder ich warte, bis sie erlischt. Sie hinterlässt Glut, die ich sanft anpuste.

Achtung! Hierbei kann es zu Funkenflug kommen, der zu einem Brand führen kann. Achte bitte gut darauf, halte das Bündel so, dass Glut und Funken in die feuerfeste Schale fallen können, wo sie keinen Schaden verursachen und habe Wasser oder Löschmaterialien bereit, falls dennoch etwas Feuer fängt. (besonders draußen)

Es entwickelt sich meistens mehr Rauch, als beim Räuchern mit Räucherkohle, was ich besonders für das „Ausräuchern“ der eigenen vier Wände besonders schätze. (Der Rauchmelder allerdings nicht!) In der einen Hand kannst du nun dein Räucherbündel und die Schale halten (was mit einer Muschel besonders gut geht, weil sie leicht und oft auch eine angenehme Form zum Tragen hat) und mit der anderen einen Räucherfächer oder eine Feder halten, mit der du den Rauch im Raum verteilst. Bei bedarf kannst du das Bündel wieder aufglimmen lassen, in dem du die Glut sanft anpustest (während du sie über der Schale hältst – Funkenflug und so).

Um den Smudge Stick zu löschen, kannst du ihn in eine, mit Sand gefüllte Schale stecken, so dass die Glut erstickt wird. Lasse ihn dort länger (aber nicht unbeaufsichtigt) stehen, bis er komplett erloschen ist. Auf diese Weise kann man ihn wieder für das kommende Räuchern verwahrt und einfach neu entzündet werden.

 

Ein Dank an Mutter Erde

Eine ganz besondere Idee habe ich noch für dich: Nutze die Asche deines Smudge Sticks für eine kleine Geste der Dankbarkeit. Die in der Muschel aufgefangene Asche gebe ich in ein Glas mit Wasser und vermische sie gut. Anschließend gieße ich mit dem Aschewasser den Ort, von dem ich mir die Pflanzen genommen habe. (Du kannst sie aber auch einfach in deinem garten oder auf deinem Balkon an die Pflanzen geben, hier geht es alleine um die Geste des „Zurückgebens“) Asche enthält wundervolle Sekundärstoffe, die wie Dünger die Erde nähren.

 

Welche Pflanzen räucherst du gerne? Schreibe mir deine Favoriten in die Kommentare oder zeige deine selbstgemachten Räucherbündel auf Instagram: Verlinke mich oder nutze den #sacredwildsmudge damit ich dein Bild finden kann.

 

 

 

 

 

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