Wie kommt gut durch schwierige Zeiten? Gerade im Moment, wo wir uns mit dem Coronavirus auseinandersetzten müssen, stellt sich uns die Frage, wie wir, während die Kinder daheim sind und immer mehr Nachrichten auf uns einprasseln, nicht in Panik geraten, und bei uns bleiben. Hier möchte ich dir ein paar Wege aufzeigen, die mir bisher stets gut geholfen haben, gut durch Krisen zu kommen.

Wir leben in Zeiten, in denen wir keine Kontrolle über jene Dinge haben, die im Außen passieren. Seit Jahren müssen wir uns mit immer neuen Wetterproblematiken beschäftigen: von Hitzewellen, über Fluten zu Sturm, als auch politischen Schwierigkeiten und seit neustem auch einem Virus, der unsere Gesellschaft lahmlegt und persönliche als auch globale Grenzen testet.

Zitat bei Phil Bosman

Wir haben mehrere Wege, um damit umzugehen: Wir können in Panik geraten, es verdrängen und runter spielen, es ignorieren oder mit wachem Geist wahrnehmen, ernst nehmen und handeln.

„Die Angst tötet den Geist“

Dieser Satz stammt aus der alten Verfilmung von Dune, dem Wüstenplaneten, wo der Protagonist einen Test bestehen muss: Er soll seine Hand in ein Öffnung hinein stecken, wo ein todbringender Skorpion lebt, dessen Stich tödlich ist. Während die Priesterin ihm erzählt, was geschehen wird, erlebt er genau das. Doch als er die Hand hinaus ziehen darf, ist nichts zu sehen, weil es kein Skorpion gegeben hat.

Die Angst tötet den Geist: Wenn wir in Panik verfallen und uns von unserer Angst leiten lassen, dann übernimmt ein Teil in unserem Gehirn, der unser Überleben sicherstellt: das Reptiliengehirn.

Dieser Teil ist der evolutionär älteste teil unseres Gehirns, der sicherstellt, dass wir mit Flucht oder Kampf in bedrohlichen Situationen reagieren, ohne darüber nach zu denken. Das ist sehr sinnvoll, wenn man einer Gefahr ausweichen muss, aber weniger gut, wenn die potentielle Gefahr einer gut durchdachte Handlung erfordert.

Es ist absolut in Ordnung und sinnvoll die Angst wahrzunehmen und zu spüren, denn schließlich können wir so eine mögliche Gefahr erkennen, doch ist es sinnvoll, wieder einen klaren Kopf zu bekommen, um handlungsfähig zu bleiben, und um gut auf neue Situationen reagieren zu können.

Daher möchte ich dir hier meine Wege vorschlagen, wie du möglichst gut (mental) durch schwierige Zeiten kommen kannst, und was mir persönlich hilft:

Komm zurück zu dir:

  1. Struktur und Rhythmen Je mehr Chaos um uns herum herrscht, desto wichtiger ist es, sich klare Strukturen zu erschaffen, die uns durch den Tag bringen. Solche Strukturen geben Sicherheit – etwas, woran wir uns festhalten können. Derzeit sind die Schulen und Kitas geschlossen, so dass auch besonderes unsere Kinder feste Rhythmen brauchen, um gut durch diese Zeit zu kommen. Unser Alltag lebt von ritualisierten Situationen. Beginne damit, dir auf zuschreiben, wie euer Tag normalerweise ablaufen würde. Welche Dinge können weiterhin bestehen bleiben? Wo müssen neue Strukturen hin? Einfach ist dabei die beste Variante. Bitte bedenke, dass du deine Kinder nicht den ganzen Tag beschäftigen musst. Bei uns gibt es eine Mischung aus Freispiel und Anleitungen. Während der „freien Zeit“ müssen die Kinder selber etwas für sich finden, während ich mich um Haushalt und Co kümmere. Dann gibt es wieder gemeinsame Zeiten, in denen wir z.B. malen, basteln, vorlesen oder hinaus gehen. Mehr Ideen und Anleitungen findest du hier
Unser Tages- und Wochenrhythmus
  • Kreativität Gerade in schwierigen Zeiten ist die Kreativität das, was als erstes hinten rüber fällt, und ausgemustert wird, dabei ist sie etwas, dass gerade uns Frauen hilft, bei uns an zu kommen, und uns gut zu fühlen. Mit Kreativität meine ich: die Freude daran, etwas zu erschaffen. Hier geht es nicht um große Kunstprojekte, sondern um die bewusste Wahrnehmung und das sich Zeit nehmen, um kreativ zu sein. Kreativität hat viele Gesichter: Kochen und Mahlzeiten zubereiten, Im Bullet Journal eine neue Seite schreiben, Ein Mandala ausmalen, sich schminken, umdekorieren, den Balkon gestalten, etwas malen, nähen, stricken usw. Häufig haben wir kreative Aktivitäten bereits in unserem Alltag, die wir aber nicht bewusst wahrnehmen. Schau einfach bei dir: welche Dinge tust du gerne? Welche Dinge machst du täglich? Und wo könntest du dir einfach bewusster für Zeit nehmen (anstatt auf dem Handy Nachrichten zu lesen)
  • Einfache Freuden Gerade wenn du Mama bist, deine Kinder nun zu Hause dein Leben ins Chaos stürzen, ist es wichtig, sich gut um sich selber zu kümmern, damit du in deiner Mitte bleiben kannst oder schnell wieder zu dir zurück kommst, wenn die Herrschaften es übertreiben. Erstelle dir eine Liste mit Dingen, die dir gut tun und die du magst. Versuche möglichst viele einfache Freuden zu finden, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen: z.B. der Duft von Lavendel, Duschen, eine bestimmte Musik, ein Buch lesen usw. Plane eine „Mom-Zeit“ mit in deinen Alltag ein – bei mir ist es der morgen: Ich stehe gerne besonders früh auf, um zu meditieren, zu lesen und meinen Kaffee in Stille zu trinken. Anstatt abends vor dem Fernsteher/Netflix zu hocken, könntest du ein bis zweimal pro Woche ein „Lese-Abend“ einlegen.
  • Dankbarkeit Damit wir die Guten Dinge nicht aus den Augen verlieren, ist es so wichtig sie sich bewusst zu machen, was einfach und leicht mit einem Dankbarkeitstagebuch geht. Schreibe dir täglich auf, wofür du dankbar bist/sein kannst. Beginne bei den einfachen Dingen, wie „Essen, fließend Wasser, Familie und Co“ um in den Fluss zu kommen. Je häufiger du das tust, desto mehr Dinge wirst du finden, für die du dankbar bist. Abends, wenn ich im Bett liege, denke ich noch einmal darüber nach, wofür ich dankbar bin, um mit einem positiven Gefühl ein zu schlafen. (an manchen Tagen ist es: „Ich bin so dankbar, dass ich diesen Tag überstanden hab!“) Lies hier mehr darüber, wie leicht es ist, mit Dankbarkeit ein positives Leben zu gestalten.
  • Tu dir gut Um gut für andere zu sorgen, ist es wichtig, dass man sich gut um sich selber kümmert. Wie oft vergessen wir im Alltag mit Kindern, genug zu trinken, gut zu essen oder ausreichend zu schlafen? Gerade jetzt ist es wichtig, gut für uns selber zu sorgen. Vielleicht hast du de Möglichkeit mindestens einmal pro Woche einen Spa-Abend im Badezimmer zu halten? Mit Gesichtsmaske, und duftender Körperpflege? Oder du kochst einmal in der Woche dein Lieblingsgericht, nachdem es überwiegend eher Kindergerichte gab? (die Kinder werden es überleben) Oder vielleicht möchtest du auf Online -Plattformen etwas neues lernen? Qi-Gong zum Beispiel (das könnte eine neue Morgenroutine werden) Tu dir gut, mindestens einmal am Tag – dazu gehört auch, deinen Kids Grenzen zu setzten und sich die zeit zu nehmen. Damit lernen sie, dass es in Ordnung ist, gut für sich zu sorgen.
  • Atmen Wann immer wir uns schwierigen Zeiten gegenüber sehen, vergessen wir zu atmen: wir atmen schneller, flacher oder halten die Luft an. Es heißt nicht umsonst: „Jetzt atme erst mal durch!“ Es ist so leicht, uns wieder mit uns selber zu verbinden, in dem wir einfach ein paar Mal bewusst ein atmen. Du kannst beim einatmen, die Hände zum Himmel heben, und beim ausatmen sie senken, um es noch bewusster zu erleben. Oder du legst deine Hände auf dein Herz und atmest ganz bewusst hinein

Und dann möchte ich den Raum für deine Vorschläge öffnen. Ich lade dich ein, deine Strategien und deine Tipps zu teilen, damit andere noch viel mehr Ideen bekommen, oder wir alle mit neuen Inspirationen durch die Zeiten gehen.

Schreibe mir in den Kommentaren:

Was tut dir gut? Was hilft dir, gut durch schwierige Zeiten zu kommen?

1 Kommentar
  1. Brianna
    Brianna sagte:

    Bei mir sind es Ruhe (lesen, unsere Katzen kuscheln), kreatives Tun (stricken, Gärtnern) und frische Luft (spazieren gehen; auch und vor allem zu dieser Zeit!)

    Antworten

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