Vom ‚Gefühl nicht auszureichen‘

Das Gefühl nicht auszureichen, das kennen, glaube ich, auch so ziemlich alle von uns.
Man macht und tut, und trotzdem ist dieses Gefühl des unzureichend-Seins da. Weil jeder von uns immer wieder diese Situationen hat und erlebt, in denen uns von außen, oder durch die eigenen Glaubenssätze vermittelt wird:
DU reichst nicht aus!
Auch wenn es vielleicht im krassen Gegensatz zu „ich bin zuviel irgendwas“ zu sein steht – ich sehe da eine Verbindung.

Wenn ich mich zurücknehme, verbiege, um die Erwartungen anderer zu erfüllen, kann ich gar nicht ausreichen, weil es ja immer nur ein Teil von mir ist, nie ich selbst in Gänze – da haben die ‚anderen‘ und auch ich in mir selber schon recht. Nur dass der Grund für diese Aussage ein anderer ist – dass ich den Erwartungen anderer nicht genüge und auch meinen Glaubensätzen selbst nicht, die ich irgendwann in der Vergangenheit übernommen habe.

Die Frage ist – Warum habe ich diese Glaubenssätze übernommen?Welche Glaubenssätze sind das? Woher kommen sie?
UND Welche Erwartungen haben denn die ‚anderen‘ an mich?
Und: Warum haben sie diese?
Will ich mich dem fügen und bei dem Versuch untergehen, oder will ich den Spieß umdrehen? … und wenn ja, WIE mache ich das so, dass es für MICH funktioniert?

So viele Fragen…
Ich bin mir sicher, wir alle haben uns schon oft Antworten darauf gegeben. Und trotzdem – warum ist es nur so schwer, dagegen anzukommen gegen dieses eigene innere Gefühl des „Ich reiche nicht aus! /Ich bin unzureichend!“? Gegen dieses Gefühl von Versagen und Unzulänglichkeit, dass ausgerechnet meist in genau den Situationen aufplöppt, in denen wir es am aller wenigsten gebrauchen können und in denen es entweder konsequent an uns nagend, oder auch wie mit einem Vorschlaghammer schräg von der Seite kommend, den Boden unter den Füßen wegzuzerren scheint?

Die Erwartungen, die andere an uns stellen, die können wir nur sehr gering und sehr bedingt beeinflussen. Denn es sind ihre Erwartungen, ihre inneren Überzeugungen – die oft aus der eigenen Unsicherheit, aus den eigenen Glaubenssätzen resultieren und aus diesen inneren Mechanismen auf andere übertragen werden. Die Frage ist ja auch: Warum wollen wir das überhaupt immer, den Erwartungen anderer zu entsprechen?

Die Erklärung ist in den meisten Fällen wohl die, dass wir geliebt und/oder anerkannt werden wollen, was schließlich ein Grundbedürfnis jedes Menschen ist. Weil Konformität uns ein Gefühl von Sicherheit gibt, egal wie trügerisch das ist. Das lernen wir von klein auf und übernehmen und verinnerlichen es als gesellschaftliche Norm. Jeder von uns kann wahrscheinlich ad hoc mindestens eine Handvoll schmerzhafter Situationen aufzählen, in denen wir nicht (vollständig) diesen Normen entsprochen und direkt vom Umfeld den Zeigefinger, die Augenbraue oder auch deutliche Worte und Konsequenzen bekommen haben: > So wie du gerade bist, bist du nicht richtig. Du reichst nicht aus, um unsere Erwartungen zu erfüllen – Und wenn du unseren Erwartungen nicht genügst, dann …. haben wir dich nicht mehr lieb; dann reden wir nicht mehr mit dir; dann darfst du nicht Teil unserer Gruppe sein … was auch immer. <

Und aus dieser gelernten Angst heraus stoppen wir uns selber an den falschen Stellen, machen die Dinge so wie wir meinen, dass andere sie erwarten, anstatt sie so zu tun, wie wir sie eigentlich tun wollen. Und sind oft unzufrieden oder gar unglücklich mit uns selber.
Oder wir geben unser Bestes und die gelernte Angst erhebt ihre Stimme in uns und nörgelt und stichelt an uns herum: >Du reichst nicht aus. Du bist einfach nicht gut genug und wirst es niemals sein. Du bist es nicht wert, geliebt zu werden. Du bist es nicht wert, dass man dir mit Respekt begegnet. Du bist es nicht Wert, Teil „dieser“ Gruppe zu sein.<

Warum halten wir an solchen Glaubenssätzen fest, obwohl sie uns wehtun? Obwohl sie uns klein machen? Obwohl sie uns manchmal einfach verzweifeln lassen?

Wir Menschen wollen unbedingt ein positives Selbstbild von uns selbst aufrecht erhalten, auch wenn wir dadurch Dinge tun, denken oder fühlen, die uns selber paradox erscheinen mögen. Aronson&Mills und Gerard & Mathewson haben schon 1959 &1966 in sozialpsychologischen Experimenten versucht, genau dieser Frage nachzugehen. Sie fanden heraus, dass wir Menschen, Dinge und Situationen (und die daraus resultierenden Glaubenssätze) als bekanntes Muster vorziehen, um deren Willen wir in der Vergangenheit bereits einmal gelitten haben. Wir ziehen sie vor, weil das Opfer, der Schmerz und die Scham, dass das mit uns passiert ist, so groß ist, dass wir uns vor uns selbst genau damit rechtfertigen – à la „Mein Leiden muss doch einen Sinn gehabt haben“. Oder „So schlimm war das alles ja nicht“. Oder noch besser „ Ich hab das alles doch nicht umsonst durchlitten“
Wir verzerren unsere Wahrnehmung in Hinblick auf schlimme vergangene Ereignisse, um unseren Selbstwert nachträglich zu schützen, um unsere Hilflosigkeit zu verdecken, um die Trauer, die Wut und den Schmerz nicht fühlen zu müssen. Das ist gut so, denn es ist ein Überlebensmechanismus.
Das Problem daran ist, dass das ‚Gefühl nicht auszureichen‘ trotzdem bleibt. Denn es entsteht aus diesen tiefen Verletzungen, aus diesen tiefen vergangenen Gefühlen heraus, und setzt sich in uns fest.
Und solange wir beschäftigt sind, so lange unsere Psyche all ihre Abwehrmechanismen bereit hat, können wir diesen Glaubenssatz verdrängen. Doch dann kommen diese Momente der Erschöpfung, der Überforderung, oder auch der Verzweiflung. Unsere Psyche fährt alle Abwehrmechanismen, die diese Glaubenssätze in Schach halten runter, weil sie in dem Moment damit beschäftigt ist, uns überhaupt irgendwie senkrecht zu halten – denn auch wir haben nur begrenzte Energie zur Verfügung. Und schwupps, da kommt es wieder zum Vorschein, das ‚Gefühl nicht auszureichen‘…. und macht alles nur noch schlimmer.

Wo ist also der Weg da raus? Warum können wir Menschen, die uns lieben, die uns schätzen und die sich um uns sorgen, oft nicht so richtig glauben, wenn sie uns sagen „Du reichst aus!“ „Du bist wertvoll!“?
Weil wir uns es selbst nicht glauben. Weil wir Angst vor den vergangenen Gefühlen, Demütigungen, der vergangenen Hilflosigkeit haben. Weil wir Angst vor der Angst haben?
Weil wir uns selber nicht die Erlaubnis geben?

Und während ich hier sitze und diesen Artikel schreibe nagt es an mir… Was wenn es nicht ausreicht? Was wenn ich nicht genug bin, um dieses Herzensthema verständlich auszudrücken?
Also beschließe ich für mich, dass ich mir hiermit die Erlaubnis gebe, dieser Angst ins Gesicht zu sehen und mich dadurch verletzlich zu machen.
Dass ich mir und uns die Erlaubnis gebe, gesehen zu werden, so wie wir sind.

Ja. Ich erlaube mir und uns ‚genug zu sein‘.

Habt eine schöne Woche.

Vom Gefühl „zu viel irgendwas“ zu sein – und der tanzenden inneren Wilden Frau

„Du bist zu dick! Du bist zu dünn! Du redest zu schnell! Du lachst zu laut! Du denkst zu kompliziert, da kommt ja keiner mehr mit! Du bist immer so emotional! Du planst zu viel! Du bist nicht … – Du bist zu … !“

Wer kennt diese Situationen nicht?

Und jedes Mal, wenn ich für irgend jemanden „zu viel irgendwas“ bin, nagt das an mir.
Nagt ein Stück meines Ichs, meines Seins an, macht es mich klein.
Warum eigentlich?
Warum darf ich nicht einfach so sein wie ich bin? Außerdem gebe ich mir doch Mühe, zumindest erträglich angepasst zu sein, freundlich, „Everybody’s Darling“ – und trotzdem kommen sie immer wieder, diese Sprüche, diese hochgezogenen Augenbrauen, oder einfach nur dieser missbilligende Unterton, weil ich mal wieder „zu viel irgendwas“ bin.

Vor einiger Zeit kam mir dann irgendwann die Erkenntnis:
>Ich kann es eh nicht allen recht machen, so sehr ich es auch versuche, irgendwer hat immer was zu knöttern. Dann kann ich auch gleich so sein, wie ich bin und mich wenigstens ganz und unverbogen dabei fühlen!<

Meine ‚innere Wilde Frau‘ jubelte ob dieser grundlegenden, tiefsinnigen Einsicht, denn sie hat es schon lange satt, sich immer wieder zu ducken und sich selber immer wieder auf’s Neue klein zu machen, nur um nicht unangenehm aufzufallen – oder gar noch schlimmer, von anderen mal mehr und mal weniger subtil ausgegrenzt zu werden. UND dabei auch noch das Gefühl zu haben, sich selbst verraten zu haben.
Also ab jetzt: Aufrecht durch‘s Leben! Raum einnehmen! Angriffsfläche bieten!
„Ähm. Naja,“ meldete sich mein ‚angepasstes Selbst‘ vorsichtig zu Wort. „Meinst du nicht, dass du dir damit Chancen verbaust? Dass die Leute dich dann nur noch mehr kritisieren, dich ausgrenzen, an dir dir rumnörgeln? Dass es dadurch einfach nur noch anstrengender wird?“
„Ja. Das ist definitiv der Fall“, stimmte ich meinem angepassten Selbst zu. Aber ‚die anderen‘ machen es doch sowieso. Da bin ich doch lieber ich selbst in meiner vollen Gänze und in meinem „zu viel sein“,  als mich ständig zu fragen, wer jetzt schon wieder was an mir rumzunörgeln hat. Da gehe lieber mit stolz erhobenem Kopf durch mein Leben, als meine Energie vergeblich in dem Versuch darauf zu verschwenden, diese Konflikte und Verletzungen schon im Vorfeld zu vermeiden, indem ich mich verbiege, zurücknehme und selber beschränke – was ja auch nicht funktioniert, denn an mir rumgezerrt und rumgemäkelt wird so oder so.
Deswegen, mein liebes angepasstes Selbst, stecke ich meine Energie ab jetzt lieber in das, was ich bin und erreichen will, und hab noch emotionale Reserven übrig, um mit den zu erwartenden negativen Reaktionen besser umgehen zu können. Hoffe ich.
Und ja, natürlich tut es nach wie vor weh, zu merken, dass ich für irgendjemanden „zu viel“ bin, denn nur weil ich mich jetzt bewusst „für mich als Gesamtpaket“ entschieden habe, hören die „du bist zu viel“s ja nicht auf.
Im Gegenteil, dadurch werden sie gefühlt eher mehr.
Andererseits spüre ich auch die Stärke und meine innere Kraft sehr viel deutlicher, weil ich mich nicht mehr selber klein mache, sondern ich mich ‚ganz sein‘ lasse.
Ja! ICH-MICH. Ein sehr befriedigendes Gefühl.
Jedenfalls schaffe ich das meistens. Manchmal falle ich noch in alte Muster zurück und leide wie ein Schlosshund, bis meine innere Wilde Frau „vorbeigetanzt“ kommt und mich liebevoll mit Anlauf daran erinnert, dass es bei mir liegt, mich klein oder groß zu fühlen, dass es an mir ist, ganz und gar zu sein.

Natürlich gibt es immer noch Situationen im Alltag, an denen ich Kompromisse machen muss, an denen ich manchmal mein „zu viel irgendwas“ zurückschrauben muss, oder es gar freiwillig mache, und natürlich die Stellen, an denen ich ungewollt mit meinem „zuviel irgendwas sein“ anecke. Und in diesen Situationen, mein liebes angepasstes Selbst, bin ich dir sehr dankbar. Du weißt wie es läuft, kennst auch die guten und funktionierenden Mechanismen, und hilfst mir da dann einfach durch. Aber immerhin sind mir diese Momente inzwischen bewusst und ich entscheide immer wieder auf‘s Neue, ob ich das wirklich will oder eben nicht.

Ich glaube, ich bin tatsächlich dabei, meine Furcht davor für andere „zu viel irgendwas“ zu sein, zu bezwingen. Denn ich spüre jetzt wieder, dass ich schon immer meine ganz ureigene, wilde Frau gewesen bin – ich hatte es nur vergessen, verdrängt, verleugnet.

Jede von uns ist ihre ganz eigene Wilde Frau.
Wir sind die Frauen – die Töchter, die Mütter und die Großmütter, die Tanten, Cousinen und Schwestern – die in dieser Welt etwas ausrichten können.
Erlauben wir uns doch einfach selber, in unserer gesamten Fülle GANZ und VIEL zu sein.
Habt eine schöne Woche, Ihr Lieben.

Die Schwesternwunde heilen

Liebe Schwester,

obgleich wir innerlich den tiefen Wunsch verspüren, uns mit anderen Frauen zu verbinden, und uns mit ihnen gemeinsam in Frauenkreisen zu verbinden, gibt es tief in uns eine Wunde, die wir dringend heilen müssen: Die Schwesternwunde

Mit „Schwesternwunde“ meine ich emotionale Wunden, die uns von anderen Frauen in unserem Leben zu gefügt wurden, aber auch die Wunden, die wir anderen Frauen zu führten. Unseren Freundinnen, unseren Schwestern – unserer Mutter.

Was bedeutet Schwesternschaft?

Schwesternschaft bedeutet für mich, dass wir uns selbst in der anderen erkennen, dass´wir darauf vertrauen, dass genug für alle da ist, und das wir darauf vertrauen, dass man sich gegenseitig zu unterstützen. Wir versuchen nicht nur die Vorzüge einer Person zu sehen, sondern auch die Dinge, die unangenehm sein können, oder uns ab stoßen.

In einer Schwesternschaft, lasse ich denjenigen so sein, wie er ist. Wir versuchen einander nicht zu ändern, bis man sich gefällt, sondern wir entscheiden uns, ihn an zu nehmen (dann mit allen Facetten) oder zu gehen (was ja auch manchmal einen vor neuen Verletzungen bewahrt), ohne zu verletzen.

Man kann etwas nicht in Ordnung finden/oder verstehen, und doch gleichzeitig denjenigen in seiner Ganzheit zu akzeptieren. Es ist in Ordnung, wenn man  diese Dinge nicht gut finden – aber frau kann sie so stehen lassen.

Aber das geht nur, wenn ich meine eigenen inneren Wunden geheilt habe:

Heile deine Wunde

Die Schwesternwunde zu heilen heißt, zu schauen:

  • Wo wurde ich verletzt?
  • Von wem wurde ich verletzt?
  • Wodurch wurde ich verletzt?

Aber auch ehrlich mit sich selber zu sein, und zu sehen:

  • Wen habe ich verletzt?
  • Wie habe ich verletzt?
  • Warum habe ich verletzt?
  • und was hat das mit mir gemacht?

Denn oft fühlen wir uns selber nicht gut dabei. Wir wissen intuitiv, dass das uns nicht weiter helfen wird. Ich möchte dich motivieren, gemeinsam mit mir, diese alten Verwundungen nun los zu lassen, um sie im Licht zu transformieren.

Bitte führe diese Meditation nur dann aus, wenn du dich emotional in der Lage siehst, mit all den negativen Emotionen, die hoch kommen (können), um zu gehen. Wenn heute nicht so ein Tag ist, dann führe sie an einem anderen aus.

Wenn ich diese Art von Lichtarbeit getätigt habe, fühle ich mich stets ein wenig mehr mit der Quelle verbunden, und tiefer in mir verwurzelt. Ich hoffe auch du kannst nun innerlich einen Frieden empfinden, und du konntest einen Schritt mehr in das Verzeihen eintauchen.

Es ist mir klar, dass eine solche Meditation nicht alle Verletzungen spontan heilt – das wäre natürlich wundervoll, aber viele tiefe Wunden sind durch Wiederholungen entstanden. Dementsprechend ist dies der Beginn der Heilung. Du hast die Bereitschaft dazu, und schon alleine das, wird eine Veränderung hervor rufen. Ich möchte dich motivieren, diese Übung häufiger für dich zu tun. Du kannst dafür die obige Meditation nutzen, oder aber deine eigene entwickeln.

Wozu das Ganze?

Wenn wir unsere wunden Punkte kennen, können wir offen damit umgehen. Wir können es uns erlauben, uns verletzlich zu zeigen, und damit unserem Gegenüber ermöglichen, sich selbst auch verletzbar zu machen. Wenn ich nicht angreife, um mich selber zu schützen, oder das Gefühl habe, mich verteidigen zu müssen, kann ich auch mein Gegenüber dazu ermuntern, sicjh zu öffnen, und nicht an zu greifen.

Dazu ist man allerdings erst wirklich in der Lage, wenn man keinen eigenen Schmerz/Groll in sich trägt, aus dem man heraus aggressiv handeln würde (um sich zu verteidigen).

Leider funktioniert das nicht immer, aber das Leben findet, wie Brene Brown sagte, in einer Arena statt… ich kann mich entscheiden, ob ich zu sehe, oder ob ich hinein steige – dann lebe ich – setze mich aber der Gefahr der Verletzungen aus.

Zum Schluss noch zwei Buchempfehlungen, wenn du dich noch mehr mit dem Thema „Vergebung“ und „Verletzlichkeit“ aus einander setzen, und nicht darauf warten willst, bis ich dazu mehr blogge: (Affilate-Links) – ich empfehle ausschließlich Bücher, die ich selbst gelesen hab.

Trau dich, und teile mit uns, deine Erfahrung: War die Meditation für dich hilfreich? Konntest du ein wenig vergeben? Wie hast du dich danach gefühlt? Wie siehst du das Thema Schwesternwunde?

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Die besten Aussteigertipps – endlich Zuckerfrei

Zuckerfrei – so geht´s! Die besten Aussteigertipps

Seit knapp einer Woche lebe ich nun schon ohne das weiße Süß – und damit habe ich schon mal einen großen Schritt in den Ausstieg gemacht – wenn nicht, sogar den größten… vor Über sechs Jahren habe ich mit dem Rauchen auf gehört, und all diese Erfahrungen habe ich nun auch mit in den Zucker-Ausstieg genommen – ich wusste ja ungefähr, was bei einem Mini-Entzug dieser Art, auf mich zu kommen würde. Und weil es dann wirklich leicht(er) ist, möchte ich dich dir meine Tipps verraten, damit dir dein Ausstieg aus der Zuckersucht (oder auch Nikotin) leichter fällt…

Es gibt eine Hürde, die du im Vorfeld nehmen musst: Du musst es wirklich wollen! Ja sagen, zu diesem Schritt – denn wenn du es nicht wirklich willst, dann wird es dir möglicherweise schwieriger fallen, als es sein muss.

+ Das Warum klären

Schreibe dir auf, warum, du diesen Schritt gehen willst. Was sind deine Gründe damit auf zu hören? Tust du es aus gesundheitlichen Gründen? Schreibe dir eine Liste mit deinen Gründen auf – damit du dich in Versuchungen daran erinnern kannst. Tue es nicht für andere – tue es, ganz egoistisch, für dich!

+ Wer wäre ich ohne Zucker (Nikotin)

Stelle dir dein Leben ohne Zucker vor – was wärde sich ändern? Wie würdest du dich fühlen? Was wäre besser? (du kannst dir dazu eine Collage mit Bildern gestalten, oder es aufschreiben – wie es für dich am besten ist)

+ Ersatz schaffen

Wann würde es dir besonders schwer fallen, auf Zucker zu verzichten? Bei Besuch? Und was kannst du tun, um in diesen Situationen nicht schwach zu werden? (Dich an deine Gründe erinnern/etwas eigenes zu Essen machen/mit bringen) Für mich ist hier folgendes wichtig: Ich will nicht verzichten müssen – wir schaffen also Ersatz – es gibt gesunde Alternativen, oder selbstgemachte „Süßspeisen“

Wann hast du bisher immer Süßes gegessen? Bei Stress/Müdigkeit/Langeweile/Abends/ oder als Belohnung? Wie könntest du mit der emotionalen Situation umgehen?

  • abends zuckerfreies Popcorn genießen oder
  • Gemüsesticks mit Avocado-Dip
  • sich umarmen lassen
  • Entspannungstechniken ausprobieren (Atmen, Yoga, Mediation)
  • Stress abbauen durch Aktivitäten (Sport, tanzen, Spazieren)
  • In die Natur gehen – das nährt uns am besten
  • mit einer zusätzlichen Decke frühzeitig ins Bett gehen
  • Kuschelsocken und Tee
  • was könnte dir helfen?

+ Krisenmanagement

In den ersten beiden Wochen ist die Rückfallquote größer, deswegen ist es wichtig, für sich einen Kriesenplan zu erschaffen, was man tun kann, wenn man dieses Craving bekommt – hier haben wir folgendes: Medjool-Datteln, Bananen und Lakritz-Yogi-Tee. Davon dürfen wir naschen, wenn wir gerade einen Süßanfall bekommen – dazu ist es wichtig, viel zu trinken. Außerdem mache ich mir immer wieder bewusst, dass ich schon x tage/Stunden zuckerfrei bin, und wenn ich jetzt Zucker essen würde, ich wieder von vorne beginnen müsste… schließlich habe ich das schlimmste schon Überstanden. (das schlimmste Überstanden zu haben, gibt mir ein gutes Gefühl)

Was du noch tun kannst:

  • zuckerfreies Kaugummi kauen
  • Schoko-Yogi-Tee trinken
  • einen fettreichen Snack essen: Nüsse oder Avocado oder:
  • Medjool-Dattel mit Nuss-Mus (sooo gut)
  • Süße Früchte oder Gemüsesorten essen (wie Süßkartoffel)
  • Kokosnuss Wasser trinken
  • ein Stückchen rohe Schokolade genüsslich im Mund zergehen lassen
  • tanzen!

+ Durchhalten

Suche nach zuckerfreien Rezepten und Alternativen. Wir haben zwei Wochen vorher begonnen, nur noch zuckerfreie Lebensmittel zu kaufen (bei mir ist es die Soyamilch, die ich sehr vermisse), so dass es hier jetzt alles „mit ohne“ ist. Außerdem ist es hilfreich, wenn man die Verwandschaft/Bekanntschaft darüber informiert, damit sie nicht mit Kuchen vor der Tür steht – meist muss man sich dann erstmal erklären – da kann man auf seine „Warums“ zurück greifen. Wir haben am Wochenende dann einfach ein Dessert für den Besuch gemacht – zuckerfrei, natürlich, während sie etwas Kuchen mitgebracht hatten – für sich… das war absolut kein Problem, denn unser Nachtisch war ultra lecker – und hat auch den anderen geschmeckt. Sich bewusst machen, dass man das Schlimmste schon Überstanden hat 😉

Wenn du dann zwischendurch Gelüste verspürst und dazu neigst, dem nach zu geben: Mache dir bewusst, dass dies nur ein Moment ist, und er vorbei geht… und habe für unterwegs eine Alternative dabei: z.B. einen rohen Dattel-Frucht-Riegel, eine Banane und Wasser.

Wann habe ich es „geschafft“?

Aus der rauchfreien Erfahrungen, konnte ich nach 6 Wochen sagen, dass ich den Ausstieg geschafft hatte – die schwierigste Phase waren die ersten drei Tage – und dann noch einmal in der zweiten Woche, wo dann die Gewohnheit sich meldete… da muss man dann auf seinen Ersatz aufbauen und auf sein Krisenmanagement. Deswegen ist es wichtig, sich diese Dinge im Vorfeld zu Überlegen – so ein Ausstieg will geplant sein.

Aber auch heute, nach über sechs Jahren, habe ich immer noch ab und an das Bedüfnis, eine zu rauchen… und ich muss mich immer wieder entscheiden… ist sicherlich mit dem Zucker auch so? Wir werden es sehen…

Wenn dir diese Tipps nicht ausgereicht haben, und du ein intensiveres Gespräch darüber wünschst, oder gar Begleitung, dann schreibe mir eine Mail an anashee(at)gmx(punkt)de

Wie ist es bei dir? Hast du eine Sucht, die du gerne aufgeben magst? Was hindert dich daran? Und was wären deine Gründe?

Bitte beachte, dass sich diese Tipps auf Zucker und Nikotin beziehen – sie können dich motivieren, auch aus anderen Süchten aus zu steigen, doch bei Alkohol, Drogen und Medikamenten ist es wichtig, diesen Entzug unter medizinischer Aufsicht durch zu führen. Besprich dies dann bitte VORHER mit dem Arzt deines Vertrauens.

Erschaffe ein Leben, was du liebst

 

Du bist dein eigener Schöpfer

Wenn du dir selber im Spiegel tief in die Augen blickst – wen siehst du da? Was fühlst du da? Was macht dich selber aus?

Ich bemerke, dass wir uns häufig mit dem Außen vergleichen – wir vergleichen uns mit anderen, und urteilen im Inneren über sie und uns… sind sie besser/schlechter als wir? Wir bewundern, wir neiden, wir wünschen… was machen die anderen? Könnte ich das auch machen?

Aber bist du das wirklich?

All die Erwartungen an uns, die Bedürfnisse, die wir zu befriedigen glauben – wann ich gut/schlecht bin – all das kommt von außen! Es sind die Dinge, die wir in unserem Leben „gelernt“ haben – von Eltern/Lehrern/Schülern/Freunden – es ist die Summe, wie SIE dich sehen… aber das bist nicht wirklich Du selber!

Da ist etwas in dir – ein stiller Beobachter – etwa, das „weiß“ – nenne es „Innere Stimme“, „Intuition“, „Führung“, was auch immer dir richtig erscheint. Diese Stimme weiß, wer du wirklich bist.

Geh nach Innen

Die dunkle Jahreszeit zwingt uns, mehr Zeit Drinnen zu verbringen – und ich möchte dich inspirieren, sie für dich zu nutzen, in dem du nach Innen blickst – tief in dich hinein….

Wer bist du? Und wer möchtest du sein? Was macht dir Freude? Was liebst du? Wovon bekommst du nie genug?

Schreibe dir auf, wie du dich fühlen möchtest – und dann schreibe auf, was du tun musst, um dich zu so zu fühlen. Brauchst du dringend eine Auszeit? Oder Urlaub? Oder mehr Aktion? Sehnt sich deine Seele nach Farben? Nach Wolle? Nach Tieren? Was ist es, was du als Kind immer geliebt hast? Wann hast du es zuletzt getan? Worauf wartest du?

Wir sind die Schöpfer unseres eigenen Lebens

Wir verändern uns – sind im Wandel, genau wie die Natur und alles um uns herum – deswegen finde ich es sinnvoll, regelmäßig in sich hinein zu horchen und zu überprüfen, welche Dinge im Leben nicht mehr gebraucht werden, welche dringend erneuert werden müssen und was neu erschaffen werden will…

Was du tun kannst:

Visionboard

Nimm einen großen Tonpapierbogen (mind. A3) oder eine Pappe, und Magazine, die du gerne und regelmäßig liest. Dann schneide mit einer Schere alle Bilder aus, die dich Bewegen, zu dir Sprechen, Wünsche darstellen oder Gefühle, die du in deinem Leben haben möchtest. Dann klebe alles auf dein Papierbogen – wenn du möchtest, kannst du etwas dazu schreiben, oder ausgeschnittene Worte dazu kleben…

Zukunfts-Brief

Setze dich mit Stift und Zettel vor dein Visionboard und schreibe dein Leben auf – als wäre bereits alles so eingetreten, wie du es dir erträumst… Z.B.

„Ich bin so dankbar für meinen wundervollen Garten hier am Waldesrand – hier wachsen die wundervollsten Rosen, deren süßen Duft ich gerne atme. Ich lausche gerne den Vögeln in den Bäumen, während ich barfuß zu meiner Kräuterspirale laufe….“

Schreibe alles auf – so detailiert, wie du willst – der Brief kann so lange sein, wie du magst! gehe alle Bereiche deines Lebens durch. Nimm dir dafür Zeit.

Ziele

Jetzt kannst du schauen, was in den jeweiligen Bereichen für dich wichtig ist – schreibe dir maximal drei Ziele pro Lebensbereich auf: Z.B. „eine liebevolle Partnerschaft führen“ Wenn du deine Ziele schriftlich festgehalten hast, kannst du dir nun Überlegen, wie du das jeweilige Ziel erreichen kannst… was musst du tun, um dahin zu gelangen? Und das ist es, was du tun kannst!

Du hast es in der Hand – nun gilt es nur noch, diese Dinge um zu setzten… manchmal ist genau das, der schwierigste Teil! Aber, du bist nicht alleine 😉

Was wünschst du dir für dein Leben? Wie willst du dich fühlen?]

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