Ein Neuanfang

Obgleich der Februar den Höhepunkt des Winters darstellt, und es meist die kälteste Zeit des Jahres ist, schlummert der Neuanfang in ihm. Es ist der Anfang des Jahres und wir beginnen, unsere Pläne und Ideen um zu setzten. Oft müssen wir noch ein wenig organisieren und schauen, was wir tun müssen, um unsere Ziele an zu gehen, aber wir stehen in den Startlöchern.

Das ist der Grund weswegen ich mir dieses Datum ausgesucht habe, um neu zu beginnen. Ich beginne auf allen Wegen neu:

Familiär

Vielleicht hast du es, dank Instagram, schon mit bekommen: Letzten Dezember wurde unsere Familie mit einem neuen Erdenwesen gesegnet: wir haben eine kleine Tochter bekommen und sind nun zu viert. Das hat nicht nur unseren Familienalltag durcheinander gebracht, sondern auch viele alte Ängste und Themen hervor geholt, mit denen ich mich im vergangenen Jahr noch einmal beschäftigen musste, damit sie endlich heilen konnten.

Mental:

In den letzten Jahren habe ich stark an alten Glaubenssätzen und Überzeugungen gearbeitet und konnte viele zurück lassen. Das vergangene Jahr bot diverse Möglichkeiten, diese neuen Fertigkeiten zu üben, und um mich zu testen, ob ich wirklich all diese Dinge gelernt, geheilt und abgelegt habe. Ich habe gelernt, „Nein“ zu Dingen zu sagen, die mir nicht gut tun, und somit „Ja“ zu mir selber. Bildlich gesprochen bin ich, wie ein Phönix verbrannt und steige nun, stärker als zuvor, wieder auf.

Ferner möchte ich klarere Gedanken haben und ein klares Umfeld – was bedeutet, dass wir unser Heim

Spirituell:

Durch die Schwangerschaft durfte ich erkennen, was mir wirklich wichtig ist, was ich brauche und was „zu viel“ ist. Ich lernte noch ein wenig tiefer, dass es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur den eigenen individuellen Weg – und niemand von uns in der Position ist, andere Wege zu verurteilen – denn es sind nun mal nicht die eigenen Wege.

Ich fand Sicherheit, auf den ungetrampelten Pfaden quer durchs nirgendwo, in der inneren Stimme, sie war immer da, und sie weiß, was gut für uns ist.

Von daher, fühle ich mich geführt – obwohl ich keine Ahnung habe, wohin es geht. Ich vertraue, wo ich mich fürchte… immer häufiger.

Physisch:

Natürlich hat sich mein Körper durch die Schwangerschaft dramatisch verändert – und ich habe das Gefühl, mein Körper benötigt einen „Reset“ – den möchte ich ihm in diesem Jahr geben. Und da ich weiß, dass man nur einen Schritt vor den anderen setzen kann, gehe ich ihn wirklich kleinschrittig: Trinkmenge erhöhen, tägliche Spaziergänge und ein gesundes Frühstück stehen diesen Monat auf dem Plan – dann geht es weiter mit dem Mittagessen und sanften Sport… danach sehen wir weiter.

Was dich hier erwartet:

Und dann hat sich natürlich noch der Name der Internetpräsenz verändert, was daran liegt, dass ich mich auf meinem eigenen Weg begeben habe und lernen durfte, wie wunderbar es ist, der eigenen Seele zu folgen. Ich weiß, welche Schwierigkeiten auftreten, mit welchen Ängsten und Unsicherheiten du kämpfst, wenn auch du dich auf diesen Weg begeben willst. Und ich möchte dir dabei helfen.

Hier wird ein bis zweimal pro Woche ein Beitrag zu folgenden Themen auf dich warten:

  • Rewilding your Soul: Die eigene und äußere Wildnis kennen lernen – Spiritualität im Alltag und in der Natur
  • Kreativität: mit der eigenen Kunst Kontakt mit der Seele auf nehmen
  • Living outside the box – sich trauen, sein eigenes Leben zu leben (besonders, wenn es anders ist, als das, was andere Leben) und den eigenen Kindern die Stärke geben, es auch zu tun (Pagan Parenting)
  • Healing: die eigenen Schatten kennen lernen und Wege finden, sie an zu nehmen und sich selber zu lieben
  • Ceremony: Schamagische Themen… eine Mischung aus Alltagsmagie und Schamanischer Lichtarbeit
  • Altar of Womenhood – die weiblichen Mysterien: Von Menarche zur Mutterschaft, ganz weibliche Themen

Und natürlich der Hinweis:

Alle Inhalte dieser Internetpräsenz repräsentieren meinen ganz eigenen Weg dar – ich übernehme keinen Anspruch darauf, dass dieser Weg für alle der richtige Weg sein wird oder die Inhalte jedem helfen werden. Ich übernehme ferner keine Haftung, für die Ergebnisse der Übungen oder Rituale. Du bist da in der Eigenverantwortung, denn du weißt, wo deine Verletzungen und Traumata liegen, wo deine Stärken und Schwächen sind – und ich bitte dich, ggf. professionelle Hilfe ein zu holen.

Ich möchte dich auch nicht belehren, sondern dir helfen, auf dich selber zu vertrauen. Dir dabei helfen, Wurzeln in dir zu schlagen. Ich biete dir Hilfestellungen an und eine sichere Umgebung, du selber zu sein.

Kommentar-Regeln

Dementsprechend bitte ich dich, wenn du antwortest, `non-judgemend` zu praktizieren – also nicht zu bewerten, sondern wertschätzend mit einander um zu gehen.

Ich wünsche mir Ich-Botschaften, konstruktive Kritik und ein reflektiertes Feedback, denn wir alle sind unperfekt – und das ist auch gut so. Gegenseitige Unterstützung, anstatt gegenseitige Abwertung!

Kommentare, die verurteilend, beleidigend oder abwertend sind, werden gelöscht! Kritik kann man auch wertschätzend äußern.

Und nun eröffne ich feierlich diesen neuen Raum der Möglichkeiten.

Möge er dir Sicherheit bieten,

möge er dich wertschätzen und dich in Liebe an nehmen,

möge er dir helfen, dich zu deiner wahren Größe zu erheben

und mögest du dich in ihm selbst erkennen!

So sei es!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Wolfsfraueninterview: Rebecca Randak

[Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Rebecca von „Fuck Lucky Go Happy“ vor zustellen.

 

Wie beginnst du deinen Tag?

Da ich abends oft beim Yoga bin oder unterrichte, lasse ich den Tag langsam angehen. Vom Aufstehen bis Haus verlassen brauche ich circa drei Stunden, in denen ich meditiere, Pranayama oder Yoga übe, mit meinem Freund frühstücke, dusche und Kram in der Wohnung erledige. Meistens sogar in dieser Reihenfolge.

Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Ganz ehrlich: Wenn ich alleine bin, am besten an meinem Kraftort in Süditalien. Meine Eltern haben dort ein wunderschönes Haus. Es gibt es Kräuter, Pflanzen, Tiere und Natur ohne Ende und man kann den Blick über das Meer in die Weite schweifen lassen. Das ist ein super Ausgleich zu meinem Alltag, der eher hoch getaktet ist. Zuhause bin ich natürlich auch glücklich. Zum Beispiel wenn ich in die Yoga verballerten Schüler nach einer Yogaklasse schaue oder mich selbst in diesem Zustand befinde. Oder beim Dinner mit Freunden. Oder beim Schreiben. Oder, oder, oder…

Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Erst einmal akzeptiere ich, dass ich mich gerade gestresst fühle. Und dann schaue ich, was es braucht. Wahlweise verordne ich mir eine Zwangspause oder ich versuche das stressende To Do so schnell wie möglich zu erledigen.

Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Voll klischeemäßig: Regelmäßig meditieren, Yoga üben und so oft wie möglich für ein, zwei Wochen nach Italien abdüsen. Ganz wichtig: Soul Food selber kochen und in Ruhe essen.

Was bedeutet es für dich eine wilde Frau zu sein?

In gutem Kontakt mit der Stimme meiner Seele zu sein, diese Stimme wahrzunehmen und mich zu trauen, nach ihr zu handeln – auch wenn der Geist manchmal eine andere Meinung dazu hat.

Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Lebenslange Selbsterfahrung wahrscheinlich. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der „Psycho-Gespräche“ Standard waren und es erlaubt war, sich auf sein Gefühl zu verlassen. Vielleicht liegt es daran, dass ich sehr feinfühlig bin und unterschwellige Stimmung sofort wahrnehme, oft auch körperlich. Die Signale meines Körpers zu respektieren und nach ihnen zu handeln, war für mich ein wichtiger Schritt. Außerdem reflektiere ich viel und gerne und liebe es, das menschliche Handeln und Fühlen zu untersuchen, zu hinterfragen und Antworten zu finden. Ich selbst bin dabei mein liebstes Forschungsobjekt.

 

Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Schwer zu sagen, es gab bei mir nie dieses eine ausschlaggebende Erlebnis, das alles verändert hat. Mein Leben ist ständig im Wandel. Aber wahrscheinlich ist das der Grund, dass ich einen Job mache, den ich von Herzen liebe und an sich ganz zufrieden bin mit meinem Leben.

Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich steh öfter zu mir selbst und versuche weniger, es ständig allen recht zu machen.

Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Zeit alleine. Da ich ein sehr sozialer und geselliger Mensch bin, fällt die Me-Time schnell unter den Tisch. Ich muss darauf achten, mir diese Zeit zu nehmen. Im Alltag fällt mir das immer noch schwer, aber alles braucht eben seine Zeit.

Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Eine große Beziehungskrise mit meinem Freund vor zwei Jahren und den plötzlichen Tod meines Stiefvaters letzten November. Beruflich gab es auch ein paar einschneidende Entscheidungen, die sehr herausfordernd waren, mir aber großes Wachstum ermöglicht haben.

Was tust du bei Rückschlägen?

Wunden lecken, überlegen, was mir das Ganze sagen soll und dementsprechend die Strategie ändern.

 

Was liest du gerade?

Wie immer ein paar Bücher gleichzeitig. Die deutsche Ausgabe der Hatha Yoga Pradipika von Anna Trökes, ein Akupunktur-Buch von J.R. Worsley und sehr passend zu diesem Interview „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estes.

Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Auf jeden Fall meine Mutter, der ich für ihren klugen und einfühlsamen Beistand oft so dankbar bin. Mein Yogalehrer Patrick Broome, der mir mit seinen Klassen regelmäßig das Hirn wegpustet. Und Danielle LaPorte, der es trotz ihres super erfolgreichen Online-Businesses gelingt, ihre Tiefe zu behalten. Außerdem gibt es in meinem Umfeld ganz viele wertvolle Menschen, für deren Anwesenheit ich Dankbarkeit empfinde.

Was motiviert dich weiter zu machen?

Große Freude bei dem, was ich tue. Anderen dabei zuzusehen, wie sie über ihre Grenzen hinauswachsen, die Möglichkeit selbst ortsunabhängig zu arbeiten und noch freier zu leben und die unbändige Lust, noch viel mehr zu lernen. Über den Körper, Yoga. Spiritualität und, und, und…

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

Om namah shivaya“. Das Pancakshara-Mantra. Es bedeutet soviel wie „Ich verbeuge mich vor Shiva, dem Gott der Vollendung.“ Shiva ist der Gott der Veränderung. In seinem kosmischen Tanz zerstört er das ganze Universum, um es im gleichen Moment neu zu erschaffen. Für mich ist das eine sehr tröstende und hilfreiche Metapher für das Leben an sich. Manchmal muss Altes kaputt gehen, damit Neues entstehen kann. Das ist nicht immer schön, aber wenn wir uns darauf einlassen, ermöglicht es Weiterentwicklung und innere Freiheit.

Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Jeder hat seinen eigenen Weg zum Glück und muss ihn selbst gehen. Dabei gibt es keine Abkürzungen, aber immer wieder Menschen, die dich ein Stückchen begleiten.

 

Über Rebecca

Rebecca bloggt auf „Fuck Lucky Go Happy“ über ihre Leidenschaft: dem Yoga und über andere spirituelle und weniger spirituelle Themen. Sie hat 2012 den mutigen Schritt getan und ihren „sicheren“ Job in einer PR-Agentur gekündigt, und sich ein eigenes Business aufgebaut. Heute lebt sie das, was sie liebt: Sie ist Yogalehrerin und gibt neben offenen Trainings auch Workshops und Einzelunterricht. Dank ihrer Selbstständigkeit, ist es ihr möglich orts-ungebunden zu arbeiten und viele Abenteuer zu erleben, die du auf ihrem Instagram-Account mit erleben kannst. Ich finde sie sehr mutig und sie ist mein großes Vorbild in Sachen: „Tu was du liebst!“ – auf ihrem Blog kannst du auch nachlesen, wie und welche Schritte sie da gegangen ist.

Um es mit Rebeccas Worten zu sagen: YOLO – You only live once!

Danke dir

Wolfsfrauen Interview: Jana Muchalski

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Jana Muchalski von „Jana´s Kreatives Tagebuch“ vor zu stellen.

Wie beginnst du deinen Tag?

Ich bin eine Frühaufsteherin. Bevor ich das Bad betrete, entzünde ich ein Licht auf meinem Altar und verbinde mich für einen kurzen Moment bewusst mit dem Medizinrad. Das ist das, was ich jeden Morgen tue.

Und dann kenne ich „Phasen-Aktivitäten“, die ich immer dann verändere, wenn sich Gewohnheit eingeschlichen hat und ich nicht mehr wirklich wach und dabei bin. Die wichtigsten kehren zyklisch wieder und wechseln einander ab. Es gibt lange Zeiten, in denen ich Morgenseiten schreibe und andere Zeiten, in denen ich vor dem ersten Vogelgezwitscher bereits an meinem Sitzplatz in der Natur bin. Nach meiner Visionssuche in den USA begann ich für ein halbes Jahr meinen Tag mit einem Shintaido – einem Dankbarkeits- und Einbindungsritual mit Bewegung und Stimme. Deine Frage erinnert mich übrigens daran, dass ich meine derzeitige morgendliche Aktivität – mit Hilfe von Babbel eine Lektion Englisch zu lernen – die letzten Tage vernachlässigt habe. Das führe ich jetzt weiter.
Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Oh, es sind so viele Dinge, die mir gut tun und mich glücklich sein lassen: Ich liebe es sehr, Menschen dabei zu begleiten, in einen tiefen Kontakt mit sich selbst zu kommen und Zeugin ihres Aufblühens sein zu dürfen. Die innere und äußere Natur miteinander zu verbinden – das ist meine Seelenaufgabe.

Jede schöpferische Aktivität, die mich ganz im Moment sein lässt und mich in den Flow-Zustand bringt, tut mir gut. Beispiele sind das Tönen und Singen, Tanzen, Trommeln, Schreiben, Malen, aber auch Kräuter sammeln und weiterverarbeiten, Kochen und Backen, Filzen und Spinnen, jede Draußenzeit, das gemeinsame Feiern der Jahreskreisfeste, Schwesterntreffen, tiefe Zeit mit meinen Kindern und all meinen Lieben, aber immer auch genügend Zeit mit mir allein zu verbringen. Es tut mir gut, Freude und Lächeln zu verschenken, (auch) Fremden Komplimente zu machen, immer mal wieder für Überraschungen zu sorgen. Es tut mir gut, das zum Ausdruck zu bringen, was mich bewegt, egal wo ich bin, echt und ehrlich zu sein, dadurch auch immer mal wieder Konventionen aufzuweichen und für Irritationen zu sorgen. Es tut mir gut, immer neu über meinen eigenen Tellerrand hinauszugucken, mich zeitlos als staunend Lernende zu begreifen, Workshops und Seminare nicht nur zu geben, sondern auch zu besuchen, zu lesen.

Es tut mir gut, meine unterstützende liebevolle Energie in das Feld einzuspeisen, in dem ich wirke und so dazu beizutragen, dass die Welt ein wenig schöner und heiler wird. Ich übe zu vermeiden, Energie in Negativität zu setzen, zu jammern und mich über Umstände (oder Menschen) zu beklagen, die ich nicht verändern kann.

Glücklich bin ich beim – mit ganz offenen Sinnen – absichtslosen Umherstreifen in der Natur, beim Sonnenuntergangsschwimmen im See, bei Begegnungen mit den wilden Geschöpfen, beim Finden von Federn und Hühnergöttern, Baumperlen oder Stenzen, beim Schnitzen und jeder anderen Art der Weiterverarbeitung. Das ist (m)eine Art der Wertschätzung, (m)ein Dankgebet an die große Schöpferin Natur.
Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Wenn ich mich nicht gut fühle – atmen und aushalten, nach innen lauschen und wahrnehmen, was dort drückt, mit meinen Schwestern oder meinen Freundinnen telefonieren, manchmal schreiben, manchmal weinen, immer jedoch das Durch-den-Wald-stromern.

Und obwohl ich über viele Möglichkeiten verfüge, mein Erleben aktiv zu beeinflussen, weiß ich bis ins Knochenmark hinein, dass auch die Phasen zu meinem Leben gehören, die sich unangenehm anfühlen. Für mich sind das Zeiten vor Veränderungen, wenn der alte Boden nicht mehr und der neue noch nicht trägt. Stagnation fällt mir als Wort dafür ein. Aber vermutlich ist es eher eine Zeit der Inkubation. Der Frühling kommt halt erst dann, wenn der Winter vorbei ist…

Gerade überlege ich, wann ich das letzte Mal richtig gestresst war… Hm… Das ist schon eine ganze Zeit her. Als ich noch in Vollzeit in der Klinik arbeitete, kam es häufiger vor. Aber das habe ich ja glücklicherweise schon lange verändert. Mein Perfektionismus kann mich in Stress bringen, z. B. wenn es ein Fest vorzubereiten gilt. Ich lerne jedoch gerade erfolgreich, es mir leichter zu machen, um Hilfe zu bitten, nicht alles allein machen zu wollen und das tut gut. Wenn ich jetzt Stressanflüge erlebe, halte ich inne. Mein Allheilmittel – allein in der Natur unterwegs zu sein – wirkt auch hier unterstützend.
Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

All das, was mir gut tut und mich glücklich macht – siehe Frage 2 und 3.

Ganz vorn stehen meine Draußenzeiten. Ich liebe es so sehr, im Wald zu sein, dort ganz still zu werden und den dort lebenden Tieren zu begegnen. Ich liebe es, immer wieder an die gleichen Orte zurückzukehren und sie durch alle Jahreszeiten und Wetter hindurch wahrzunehmen. Das hilft mir dabei, mich selbst während der verschiedenen inneren Wetter und Jahreszeiten zu akzeptieren.

Bei aktuellen Fragen und Anliegen nutze ich Schwellengänge in der Natur, bei denen mir die Antworten, auf die ich bewusst noch keinen Zugriff hatte, weil sie tief in meiner Seele oder meinem Unterbewusstsein verborgen lagen, durch die Natur gespiegelt werden.

Trommelreisen finde ich zutiefst unterstützend.

Eine Lomi-Lomi-Massage werde ich mir mal wieder gönnen.

Sehr hilfreich sind auch die Atemmeditationen von Jeru Kabbal – Quantum Light Breath.

Das 5-Rhythmen-Tanzen als Bewegungsmeditation erlebe ich ebenfalls als klärend und reinigend.

Wenn ich irgendwo in meinem System festhänge und allein nicht weiterkomme, hole ich mir Unterstützung. Zuletzt half mir (und uns) ein dreitägiges Paar-Coaching beim Eschwege-Institut.


Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

Das heißt für mich vor allem, meiner Intuition zu vertrauen – im Großen wie in den kleinen Dingen.

Hier ein klitzekleines Beispiel: Als ich vor Zeiten meinen Ahnenaltar einrichtete, wünschte ich mir, in der Natur etwas ganz Wunderbares für den Altar zu finden. Mein Liebster und ich stiegen ins Auto. Er fuhr, ich saß neben ihm, spürte in mich hinein und sagte dann entsprechend meiner inneren Impulse „jetzt rechts abbiegen“, „geradeaus“ usw. Auf diese Weise kamen wir in eine Region, in der wir vorher noch niemals waren. Plötzlich krächzte ein Rabe, dem ich mich sehr verbunden fühle. Das verstand ich als „Stopp! Anhalten und aussteigen.“ Nun gab der Rabe die Richtung an, flog in ein Waldstück und ich lief hinterher. Auf diese Weise fand ich meinen ersten Stenz – ein durch die Umschlingung von Waldgeißblatt gedreht gewachsenes Holz.

Wild und frei zu leben, heißt für mich aber auch, immer wieder zu überprüfen, ob das, was ich lebe, noch das ist, was ich leben will. Meine berufliche Entwicklung hat viel mit diesem Hinterfragen zu tun. Wenn ich mir heute vorstelle, dass ich mit Anfang Zwanzig als Sekretärin in einem großen Werk im Büro gearbeitet habe, muss ich selbst lachen und es fühlt sich an, als stamme diese Zeit aus einem anderen Leben. Nichtsdestotrotz bin ich dankbar für die Erfahrungen.
Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Je älter ich wurde, umso bedeutsamer war es für mich, meinen ganz eigenen Weg zu gehen und immer wahrhaftiger zu leben, mich nicht zu früh zufrieden zu geben. Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich bei dem, was ich tue, zu 80% Freude und Erfüllung anstrebe und die übrigen 20 % das sind, was zwar nicht unbedingt glücklich macht, aber trotzdem notwendig ist, wie z. B. der Lohnsteuerjahresausgleich. Wenn sich diese Gewichtung – wodurch auch immer – verändert, ist es wieder an mir, Einfluss zu nehmen. Kann ich die Situation nicht zum Positiven beeinflussen, muss ich sie verlassen. Dem bin ich treu und das tut meiner Authentizität gut. Nachdem mich der Bürojob nicht erfüllt hat, arbeitete ich als Maskenbildnerin am Theater. Dort war zwar meine Kreativität (innerhalb durch hierarchische Strukturen vorgegebene Grenzen) gefragt, aber mein Kopf drohte einzuschlafen. Also begann ich nebenberuflich als Nachrichtensprecherin beim Hörfunk zu arbeiten, später als Presse-/Öffentlichkeitsmitarbeiterin und Musikassistentin in Festanstellung. Schnell merkte ich, dass ich dort ein Rädchen in einem Getriebe war und mit meiner Arbeit einem System diente, dessen Werte meinen widersprachen. Der innere Konflikt wurde so stark, dass ich um Kündigung bat. Dieser Punkt war ganz wichtig für meine innere Entwicklung von Eigenmacht, Zuversicht und Vertrauen, denn damals war ich alleinerziehende Mutter zweier Kinder und niemand im Verwandten- und Freundeskreis konnte meine Entscheidung nachvollziehen. Stattdessen hörte ich ausschließlich warnende und ängstliche Stimmen. Mir blieb nichts, als mich auf die Aussage MEINER INNEREN STIMME zu verlassen, dass diese Entscheidung richtig und not-wendig war. Und das war sie! Die Ausbildung zur Ergotherapeutin wurde mir dann zur Belohnung vom Leben geschenkt. Das Studium zur Kunst-/Gestaltungstherapeutin hat mir später erlaubt, tiefer zu gehen. Mit den Weiterbildungen zur Kreativen Traumatherapeutin und Wildnispädagogin habe ich zusätzliche kostbare Erfahrungen machen und Methoden auswählen dürfen, die ich in mein Leben und Wirken integrierte. Ich besuchte Seminare bei Cambra Skadé, tanzte durch ein ganzes emotionales Universum bei Susannah Darling Khan. Und immer wieder überprüfe ich, ob das, was ich lernte, mit meinen eigenen Erfahrungen übereinstimmt. Wenn es das nicht tut, forsche ich für mich weiter und finde heraus, was mir und der Welt besser dient.

Inzwischen verfüge ich über eine unglaublich reich befüllte Schatztruhe, aus der ich je nach Situation und Erfordernissen schöpfen kann – für mich selbst und die Menschen, mit denen ich lebe und arbeite. Aber sicher ist auch, dass mein Lernen nie aufhören wird.  Im Herbst beginne ich eine Ausbildung in der Schweiz zum Seelenzentrierten Coach. Juhu!
Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Ich lebe nicht mehr in der Stadt, sondern seit nun bald 6 Jahren zusammen mit meinem Lebensgefährten in einem kleinen Dörfchen auf dem Land. Wenn ich die Tür öffne, bin ich sofort draußen und das entspricht mir sehr.

Ich folgte dem Ruf nach einer Visionssuche und reiste nach Amerika, erlebte dort Heilung auf vielen verschiedenen Ebenen, gestaltete mir ein Übergangsritual in die Wechselzeit und erlebte eine sehr besondere Initiation. Ich fühle mich durchströmt von Lebendigkeit und kann Menschen gut mit meiner Begeisterung anstecken.

Ich genieße die Freiräume, die ich mir selbst geschaffen habe, arbeite von Dienstag bis Donnerstag therapeutisch in einer Rehaklinik für Menschen, die aus der Abhängigkeit von illegalen Drogen aussteigen wollen und begleite dort Menschen auf ihrem Weg zu sich selbst. Hinter allen Therapieangeboten, die ich begleiten darf, kann ich 100%ig stehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Antworten auf die für uns bedeutsamen Fragen bereits in uns tragen und so unterstütze ich die Menschen dabei, die Antworten aufzuspüren, ihren eigenen Weg zu gehen und ihrer eigenen Wahrheit zu folgen.

Hier zu Hause im Häuschen auf dem Land richtete ich eine Wollwerkstatt ein und gebe Kurse in sehr persönlicher Atmosphäre. Die TeilnehmerInnen schätzen sie und die meisten waren nicht nur einmal hier, sondern kehren immer wieder. Meine Werkstatt hier zu Hause ist variabel und kann entsprechend meiner derzeitigen Kurse und Seminare immer neu ausgerichtet werden. Demnächst wird sie sich in ein Kreativ-Atelier verwandeln. Die rein handwerklichen Filz-, Spinn- und Färbekurse laufen nun langsam aus. Es wird jetzt viele „letzte Male“ geben. Neu hinzukommen nach und nach verschiedene Wochenendseminare und Naturzeiten zur Selbstfürsorge und Persönlichkeitsentfaltung als ganz besondere Auszeiten für Frauen.
Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich habe ein tiefes Vertrauen in das Leben erworben, bin unendlich dankbar und weiß, dass die Erde mich trägt – durch alles hindurch.
Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Regelmäßige Draußenzeiten sind dafür notwendig. Seit inzwischen vier Jahren wandere ich einmal im Jahr mit dem allernötigsten Gepäck, nur mit Schlafsack, Isomatte und Tarp für eine Woche fastend durch die Natur, lasse mich vollständig von meiner Intuition leiten, suche mir abends einen Schlafplatz im Wald und verbinde mich mit meinem natürlichen Urgrund, meinem wahrhaftigen Zuhause, meiner Wildheit. Dadurch komme ich immer auch in Kontakt mit meinen Schatten und Ängsten. Wenn ich da hindurchgetaucht war, wurde ich mit einer noch tieferen Verbundenheit, unglaublichen Einsichten und einer Freude beschenkt, für die es keine Worte gibt.


Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast

Besonders herausfordernd fand und finde ich als Mutter immer wieder, die Erfahrungswege meiner heranwachsenden und nun erwachsenen Kinder liebevoll beobachtend zu begleiten – ohne einzugreifen. (Es sei denn, sie wünschen Unterstützung.) Ihnen ihre eigenen (Um-)Wege zuzugestehen, auch auszuhalten, wenn sie sich selbst mit irgendetwas nicht gut tun. Weiß ich doch aus meinem Leben, dass mir gerade Krisenzeiten zu beschleunigter Entwicklung verhalfen. Und auch weiß ich, dass ich aus einer äußerst begrenzten Perspektive gucke und niemals wissen kann, wozu etwas gut ist.

Eine besondere Herausforderung auf einer meiner Draußenzeiten erlebte ich im vergangenen Jahr. Es war mitten in der Nacht, ich lag im Dickicht im Wald unter meinem Tarp und schlief. Plötzlich schrak ich durch enormes Getöse aus dem Tiefschlaf. Es waren Geräusche, als hämmere jemand mit einem Metallgegenstand auf einen Blecheimer. Mein Herz klopfte vor Angst, als wolle es meinen Brustkorb verlassen. Das Hämmern hielt an. Es gab nur immer mal eine kurze Pause, bevor es von neuem losging. In meinem Kopf rasten die Gedanken. Was ist das? Eine Treibjagd? Mein Gehirn produzierte angstmachende Bilder, Adrenalin raste durch meinen Körper. Vor meinem inneren Auge sah ich eine Rotte Wildschweine durch das Dickicht rasen und über mich hinwegtoben. Hunde mit gefletschten Zähnen… Jäger, die mich im Dunkel im Schlafsack für ein Wildschwein hielten und versehentlich auf mich schossen… Angst! Bilder aus meinem Leben zogen an mir vorbei. Rasende Gedanken stellten mir die Frage: Hätte ich etwas anders gemacht? Die Antwort lautete: NEIN! Ich wäre an genau dieser Stelle im Wald. Ich habe mir mein Leben so ausgesucht, wie ich es lebe und fühle mich sehr erfüllt. Wenn ich also jetzt sterben sollte, dann ist es so. Ich bin dankbar für mein ganzes wildes Leben. In diesem Moment, als ich ALLES AKZEPTIERT hatte, lag ich zwar noch immer inmitten einer tosenden Treibjagd, war gleichzeitig jedoch von dem tiefsten, kaum vorstellbaren, inneren Frieden durchströmt. Geborgen mitten im Sturm…
Was tust du bei Rückschlägen?

Innehalten und hineinspüren, welche Botschaft sich für mich darin verbirgt… Mich zu fragen, ob ich noch auf der richtigen Spur bin oder ob mir das Leben gerade etwas Anderes vorschlägt. Manchmal geht es darum, von meinem Vorhaben abzulassen und den Kurs zu ändern, aber manchmal erlebe ich Rückschläge auch als einen Test, ob ich es wirklich ernst meine mit meinem Vorhaben und bereit bin, Energie zu investieren. Manchmal ist ein Rückschlag auch ein Hinweis für mich, dass ich innerlich noch keine wirklich klare Entscheidung getroffen habe. Ein Rückschlag ist also immer auch eine Chance, genauer und tiefer hinein zu spüren.
Was liest du gerade?

In lese immer in mehreren Büchern. Z. Zt. sind es folgende:

Der große Rat – Das Council – mit dem Herzen hören und sprechen, den Kreis erweitern“ von Jack Zimmerman und Virginia Coyle

Point Zero – entfesselte Kreativität“ von Michele Cassou – hatte ich vor Jahren schon einmal gelesen, anlässlich eines gerade besuchten Workshops noch einmal hervorgeholt

Der Heros in tausend Gestalten“ von Joseph Campbell

Und – passend zum Interview – natürlich

Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés zum wiederholten Male
Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Cambra Skadé, Susannah Darling Khan, Susanne Fischer-Rizzi
Was motiviert dich weiter zu machen?

In jeder meiner Zellen wohnen Entdeckerfreude und ein starker Entwicklungsdrang…

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

Kein Mantra, aber eine Affirmation: Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich!
(und warum?)

Weil es nicht immer so war… Wenn mir jemand damals, als ich zwischen 9 und 18 war, erzählt hätte, dass ich jemals ein so erfülltes und glückliches Leben führen würde – ich hätte es nicht glauben können. Ich bin zutiefst dankbar
Bitte teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Immer wieder bewusst loszulassen, was nicht mehr trägt oder nicht gut tut, um Kopf, Herz und Hände frei zu haben und empfangen zu können, was uns und anderen besser dient…

Mich immer wieder zu fragen: „Was schenkt mir und was lehrt mich diese Situation?“

Der Frühling kommt halt erst dann, wenn der Winter vorbei ist…

Ohne Gas (künstliche Beschleunigung) und Bremse (künstliche Zurückhaltung) zu leben…

Mit dem zu gehen, was sich zeigt…

DANKE!

Über Jana Muchalski

Als Kunst- und Gestaltungstherapeutin hat Jana ein Gespühr für Farben und Gestaltung, die sie in ihre kreativen Arbeiten fließen lässt… sie tanzt die Farben – tanzt die Materialien und webt daraus traumschöne Werke, die du auf ihrem Blog dir ansehen solltest. Und wenn du dann genau so fasziniert davon bist, wie ich, dann kannst du auch einen Kurs mit ihr besuchen, und dich lehren lassen. (oder schau mal hier – eine Anleitung von ihr für eine Kalenderhülle)

Ich persönlich empfinde Jana als vielseitig – wild, verspielt aber auch gleichzeitig ernst und wissend. Ihren spirituellen Weg zu verfolgen inspiriert mich, genau so sehr, wie ihre kreative Seite – und ich habe bei ihr das Geühl, dass es einfach nur so aus ihr heraus fließt – authentisch, echt und wild. Und ich bin dankbar, dass sie ihr Wissen hier mit uns teilt.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Wolfsfrauen Interview: Ramona Weyde-Ferch

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Ramona aka Jademond vor zustellen.

1.Wie beginnst du deinen Tag?

Mein Wecker klingelt derzeit um 6:20. Ich stehe auf, mache mich tagfertig, richte Frühstück für die Kinder und mich und schaue, daß alle angezogen und pünktlich, mit Brotzeit versorgt aus dem Haus kommen. Ich bringe den Sterngucker zum Schulbus, den Mann zur S-Bahn und den Wolf zur Schule. Ich möchte meinen Tag gern früher und in Ruhe starten und Meditationszeit einbauen. Das ist mir noch nicht ganz gelungen, da immer, wenn ich aufstehe, auch die Kinder wach werden. Da ist momentan gerade etwas im Umbruch mit meiner Morgenroutine, vorallem seit der Mann begonnen hat, früh aufzustehen und zu meditieren. Ich möchte das auch gern.

 

2. Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Glücklich bin ich, wenn ich im Moment bin. Wenn ich male, schreibe oder schwimme und mein Fokus allein dabei ist. Wenn ich ganz bei mir bin und durch nichts abgelenkt. Das tut mir gut, dann bin ich richtig glücklich. Das kann auch ein gutes Essen mit Freunden sein oder ein tiefes Gespräch.

3. Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Ich schaue, wo ich Ruhe finde. Was ich in dem Moment tun kann, um mich zu stärken. Das kann bewusst gutes Essen sein oder eine Pause. Ich versuche innezuhalten und zu atmen. Atmung ist total wichtig. In Stresssituationen vergessen wir das schnell. Je nachdem, was gerade los ist, hilft mir auch eine gezielte Yogaübung, zurück in die Balance zu finden. Früh ins Bett gehen und Schlaf sowieso. Badewanne, mal rauskommen und Abstand haben. Ganz nach Stressfaktor und Grund meines Unwohlseins.

.

4. Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Ich gehe regelmässig Schwimmen, jeden Monat gönne ich mir eine Massage. Ich treffe meine Freundinnen vom Mütterkreis, buche mir Wochenenden mit Freundinnen. Ich gehe jeden Monat einmal mit meinem Mann essen und verbringe dieses Jahr zwei Wochenende mit ihm allein im Wellness-Hotel. Im Alltag achte ich auf nährendes und frisches Essen, ausreichend Schlaf (ich gehe zwischen 21 und 22 Uhr zu Bett und Bewegung (ich laufe, wenn ich es einrichten kann). Vorallem letzteres möchte ich wieder fokussieren. Ich denke positiv, vermeide es, zu jammern und suche mir Hilfe, wenn ich welche brauche (Coaching, pragmatische Alltagsorganisation etc). Ich sage auch mal Termine ab, wenn ich merke, daß alles zu viel wird.

.

5. Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

In erster Linie, mich mit mir selbst und meiner Umwelt auseinanderzusetzen. Meine Spiritualität zu spüren und zu leben, immer wieder neu zu reflektieren, zu lernen. Prozesse zu durchschreiten und durch Transformationen zu gehen, mich zu spüren. Meine eigene Integrität zu entdecken und immer mehr auch leben. Gleichzeitig aber auch ein Teil von Gemeinschaft zu sein, anderen ein Wegweiser, eine Freundin, eine Inspiration, Partnerin und Mutter zu sein. Ich bin eine Kriegerin.

6. Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Sie war immer schon da. Ich bin da meinen Eltern sehr dankbar, die mich sein lassen haben, mich meinen Weg haben gehen lassen, meine Erfahrungen machen lassen haben. Und immer so viel Vertrauen und Unterstützung, Rückhalt und Liebe gegeben haben, wie es nötig war, daß ich werden konnte, die ich bin. Entlang meines Weges gab es noch diverse Ereignisse und Ausbildungen, die mich wachsen lassen haben. Das erste Weggehen von Zuhause, meine Ausbildung, mein Studium, Partnerschaften, die Schwangerschaft mit meiner Tochter, die Yogalehrerausbildung, die Gongausbildung, die zweite und dritte Schwangerschaft, Umzüge. Und all die Menschen, die mir auf diesem Weg begegnet sind, die Aufgaben, Wissen und Erfahrungen mitgebracht haben.

Früher habe ich versucht, meine Wildheit, meine Spiritualität, mein Ur-Innerstes durch einen äußeren Rahmen zu finden. Ich habe mich mit dem Christentum beschäftigt, ich habe zu Gott gebetet und wollte mich konfirmieren lassen. Aber es hat sich nicht echt angefühlt. Ich habe mich mit Magie und Hexenbräuchen, mit Paganismus und Wicca auseinandergesetzt und habe an Ritualen teilgenommen. Aber es hat sich nicht echt angefühlt. Ich habe Einblicke in die Sikh Religion bekommen, Gurdwaras besucht, aber es hat sich nicht echt angefühlt. Doch irgendwann, im Laufe der Zeit, habe ich meinen ganz eigenen Glauben, meine ganz eigene Spiritualität in mir drinnen gefunden. Losgelöst von Religion und Konvention. Meine Wildheit. Jetzt fühlt es sich echt an. Wenn ich Lust auf Rituale habe, dann schaffe ich sie mir. Oder nehme daran teil. Egal wo und in welcher Religion. Dann weiss ich aber auch, daß es was mit mir zu tun hat. Mit meinem Herzen.

7. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert? / Wie hast du dich dadurch verändert?

Das war ja kein Ereignis und plötzlich war ich wild. Eher ein anhaltender Prozess. Ich merke, wie ich mehr und mehr zu mir selbst finde. Das finde ich sehr schön. In meinem sehr rudimentär geführten Tagebuch gibt es einen Eintrag vom 30.7.2002 (das war 5 Monate nach der Geburt meiner Tochter), welcher nur aus einer Zeile besteht: „Ich bin auf der Suche nach mir selbst.“. Der nächste Eintrag darunter ist vom 14.7.2005 „Das bin ich immer noch, obwohl ich glaube, dem ein Stück näher gekommen zu sein.“ Danach folgte kein weiterer. Dann wurde mein Leben zu voll für Tagebucheinträge. Und heute? 2016? Ich spüre mich, ich fühle mich lebendig, ich bin glücklich und habe letztes Jahr das erste Mal seit meiner Kindheit das Gefühl, wieder irgendwo angekommen zu sein. Bei mir selbst. Keine Suche mehr, sondern eher eine Frage der Ausrichtung, der Orientierung. Manchmal verliere ich mich auch. Aber ich finde mich wieder..

8. Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Verbindung zu anderen Menschen mit ähnlicher Gesinnung, Gemeinschaft, Spiritualität (im Stillen wie in der Gemeinschaft), Kreativität/Kunst (zB Malen, Schreiben, Collagieren), Singen, Natur (am Meer sein, im See schwimmen, Waldduft schnuppern), Gespräche, Bewusstheit, Dankbarkeit

.

9. Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Das ist eine interessante Frage. Denn so spontan fällt mir da gar nichts ein, obwohl mein Leben voller Herausforderungen ist und war. Rückblickend waren die alle gut für mein Wachstum, aber keine hat sich so tief eingebrannt. Klar, da waren Trennungen, unerwiederte Liebe, Streit und Mißverständnisse, Umzüge und Neuorientierung, Geburten. Alles große Dinge. Aber ich glaube, die heimtückischsten Herausforderungen sind immer noch und immer wieder die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Mustern und Verhaltensweisen. Aber ich mache Fortschritte, ich lerne, ich gebe mich dem Prozess hin. Ja. Meine größte Herausforderung bin ich selbst. Und ich habe sie bei weitem noch nicht überstanden!

.

10. Was tust du bei Rückschlägen?

Neulich erinnerte ich mich daran, daß ich das mal sehr hartnäckig und ehrgeizig war. Diese Fähigkeiten sind im Laufe der Jahre etwas verschüttet gegangen. Da merke ich gerade, daß ich wieder in meine Kraft komme. Eben nicht resigniere und schulternzuckend weggehe, sondern dranbleibe. Ich reflektiere, hinterfrage, probiere vielleicht auch eine andere Herangehensweise. Ich wäge ab, ob es sich lohnt oder vergebene Mühe ist. Ich erinnere mich wieder dran, daß es für die meisten Dinge vorallem Übung braucht. Da gehören Rückschläge dazu. Aus ihnen können wir am meisten lernen. Darüber hatten wir neulich im Kindergarten auch ein Gespräch. Wie wir heutzutage in einer Kultur leben, in der Fehler etwas Schlechtes sind. Dabei können gerade Fehler und Rückschläge die tollsten Wegweiser sein. Wie heisst es so schön:

„Hinfallen. Aufstehen. Krone richten. Weitergehen.“

.

11. Was liest du gerade?

Gerade habe ich „18 minutes. Find your focus, master distraction & get the right things done“ von Peter Bregman fertig gelesen.

.

12. Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Nanak Dev Singh, der lange Zeit mein Lehrer war, mit Yoga, Gong und Gatka

Dan Milman mit seinem Buch „Der Pfad des friedvollen Kriegers“

Meine Tochter, mit all ihren Aufgaben für mich, die sie mitbrachte und mitbringt

.

13. Was motiviert dich weiter zu machen?

Meine Lebenskraft. Große Lebenslust. Die Bedeutung, die vielleicht auch mein Sein für andere hat.

„A life is not important except in the impact it has on other lives.“ (Jackie Robinson)

.

14. Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest? (und warum?)

Mein momentanes Lieblingsmantra:

„She believed she could, so she did.“

Aus dem Kundalini Yoga mag ich immer noch sehr gern den chant:

„I am the light of the soul, i am beautyful, i am bountyful, i am bliss, I am I am“

Beide, weil sie mich an die Kraft und das Potenzial erinnern, was ich in mir trage.

.

15. Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Alles hat seinen Sinn (Everything happens for a reason)

 

Über Jademond

Ramona ist Mutter von drei Kindern, Kommunikationsdesignerin und Kundalini-Yogalehrerin. Auf Jademond.de bloggt lässt sie dich teilhaben, an ihrer Kreativität (Tintenkleks und Pinselstrich) und an ihrem Leben selbst – dabei schafft sie es immer und immer wieder, zu inspirieren, sich über das Leben und (ihre eigene) Spititualität Gedanken zu machen und dich in ihren wunderschönen Fotografien und Werken zu verlieben. Sie hat 2012 ihren Podcast „Gedankengut“ begonnen, in dem sie Rezepte, Anleitungen und Meditationen teilt – darunter natürlich auch ihre Gedanken zur Spiritualität, dem Mutter sein und dem Leben. Seit diesem Jahr kann man ihre wunderschönen Karten und Kunstdrucke auch bei Kallimagie bekommen. Ramona ist für mich eine Lehrerin in vielen Bereichen, besonders was das Muttersein, Ökologie, Organisation und „wahrhaft sein“ angeht – aber um ehrlich zu sein, liebe ich all ihre Beiträge. Also, husch mal rüber und riskiere einen (Achtung, es wird sicherlich nicht bei einem bleiben) Blick!

Merken

Merken

Merken

Merken

Wolfsfrauen Interview: Cambra Skade

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Cambra Skadé vor zustellen.

  1. Wie beginnst du deinen Tag?

    Meinen Tag beginne ich manchmal mit speziellen Übungen, die meditativ sind oder mit Atmen und Energieflüssen zu tun haben. Manchmal. Was ich immer mache, ist mit Katalina, meiner Katze im Bad unsere Rituale pflegen, uns gegenseitig putzen und beschmusen. Morgens lasse ich mir Zeit für Tee und Müsli machen, und um die Wildtiere zu füttern. Ich schreibe meine Morgenseiten, um alles freizufegen für den Tag. Dann mache ich einen kleinen Tagesplan, was gemacht werden will und dann gehe ich ins kleine Supermarkt-Stehcafé für ein zweites Frühstück, um den Weg vom Bett zum Atelier länger zu machen, um rauszugehen, die Leute vom Dorf auf einen Ratsch zu treffen. Das ist der Tagesbeginn.

  2. Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

    Was mir immer gut tut, ist mit Tieren zusammen zu sein, mit Eseln spazierengehen, mit Hunden spielen, mit Katzen schmusen, mit Pferden unterwegssein, Wildtiere beobachten. Dann natürlich alles Kreative, malen, Filme machen, Performances choreografieren, seltsame Gewänder nähen. Ich liebe es, mit anderen in eine tiefe Innenschau zu gehen, sich zu spiegeln, miteinander Erkenntniswege zu gehen, im Council, mit Masken, im Reden am Feuer. Überhaupt, miteinander forschen und abenteuern, das erfüllt mich.

  3. Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

    Dann hoffe ich, dass mir all das einfällt, was mir guttut. Oftmals vergesse ich das ja in genau den Situationen. Manchmal erinnert mich wer daran, dass es sowas wie Räuchern gibt, Badewannen mit Kerzen und guter Musik. Am besten wirken Spaziergänge alleine, Medicine Walks, Musik machen und natürlich, wenn ich mich in magische Räume begebe, zu meinen Spirits reise, um Unterstützung bitte, sie frage. Alleine das In-Verbindung-Gehen, den magischen Faden spüren, das stärkt sehr.

  4. Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

    Mit Freundinnen Wohlfühlzeiten, Berührzeiten, Geschichtenerzählzeiten. Spazierengehen, in den Wäldern herumstromern, Langlaufen. Tanzen. Fortbildungen gehören da auch dazu. Auf der Körperebene achte ich darauf, dass ich möglichst nichts verschleppe und gehe, wenn ich Imbalancen merke kurz zur Physio, Cranio, substituiere oder was auch immer mir so einfällt. .

  5. Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

    Es hat für mich was mit Freiheit zu tun. Frei zu sein in meinen Entscheidungen, frei zu reisen, meine Tage zu füllen, meine Arbeit so zu tun, wie es für mich stimmt, meinen Impulsen und Rhythmen zu folgen. Unabhängig, selbstbestimmt mein Leben leben. Meiner Wahrheit folgen, die Verantwortung für mein Leben übernehmen.

  6. Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

    Ich schicke dir einen Text von mir, den ich für die Schweizer Zeitschrift Spuren geschrieben habe. Er erzählt von der Wildheit und von vielem, was du fragst. Vielleicht nimmst du dir da raus, was du brauchst.

    Das wilde Sommermädchen

In fünf Jahrzehnten hat sie aus farbigen Strängen den eigenen Lebens

teppich gewebt. Eine Künstlerin und Alltagsschamanin erinnert sich an ihren Urgrund.   Von Cambra Skadé

Manchmal werde ich gefragt, wie es einer, die so sonderbare Dinge tut und so lebt wie ich, in einem kleinen bayrischen Dorf geht. Meine Närrinnenfreiheit, seltsam und wild zu leben, hat etwas damit zu tun, dass ich das Etikett „Künstlerin“ habe. Damit bin ich einzuordnen, mein Tun verliert die Gefährlichkeit, das Fremde, weil es sich im Zweifelsfall um ein Kunstprojekt handelt. Eine ähnliche Situation hatte ich auch in unserem kleinen Dorf in Altkastilien, in dem ich viele Sommer verbrachte. Wildniskraft hat die spanischen Sommer geprägt. Zwischen Tieren, Steinen und alten Fincas bin ich lustvoll verwildert.

Zerzaust und ungezähmt

An einem Sommertag in den kantabrischen Bergen: Auf meiner inneren Landkarte folge ich einem uralten Weg. Ich sitze, an einen Stein gelehnt, mit vielen Gewändern übereinander, mit Röcken, einer Hose, einer alten Wolljacke mit Löchern, die bunt und schlecht geflickt ist. Später werde ich Brennnesseln suchen für einen Tee und Kräuter, um abends mein Essen am Feuer zuzubereiten. Mein Gesicht ist dunkel von der Sonne, wettergegerbt, schön, der Geruch meines Körpers ist intensiv und erinnert mich an die würzigen Bergkräuter. Morgens bade ich meinen dunklen Körper in Regenwasser, und manchmal flechte ich mir einen Blumenkranz. Gerne rede ich mit mir selbst, murmle einen seltsamen Singsang vor mich hin. Zerzaust und ungezähmt bin ich, eingesponnen in erdig-bunte Lebensfäden. Ich sehe in meine wilden, wachen Augen und betrachte meine schwieligen Hände, die so gerne die Erde berühren und in Fellen wühlen. So wandere ich auf meinem Pfad der Sommerweite, pfeife für die Geister und zelebriere mein Leben.

Dabei habe ich mich an meine Kindheit erinnert, an das wilde Sommermädchen, das ihre väterlich-bäuerlichen Wurzeln so mochte. Das Selbstverständnis und eine königliche Kraft sind mir aus der mächtigen Grossmutterlinie zugeflossen. Sie haben sich eingewebt mit goldenen Fäden in den Teppich des freien, wilden Lebens.

Hinter die Versehrtheit tauchen

Dann die Bildungsstätten. Vereinbarte Codes erlernen müssen. Intellekt war gefragt, rationaler Zwang. Ich erinnere mich an das gestaltende Mädchen, die junge Künstlerin, tauche hinter alle Beschädigung, hinter alle Versehrtheit, tauche in ihre Freiheit und Lust, in ihr Chaos und ihre geheime Ordnung. Ich hatte eine sehr pädagogische Mutter, die mir den Weg freimachte. Sie hatte Humor und einen gewissen Anspruch an sich und ihre Erziehung. Sie liess mich ihr Ballkleid zerschneiden, weil ich damit grosse Pläne hatte. Als ich den Satz „Närrinnenhände beschmieren Tisch und Wände“ aus der Schule mit nach Hause brachte, hat sie gelacht. Etwas von all dem habe ich her-übergerettet, trotz der ganzen schulisch-akademischen Beschädigungen meiner Schöpfungs-kraft. Ich ehre das Mädchen, das sich mutig ihre Verrücktheiten, ihre Geheimnisse, ihre kreative Kraft bewahrt hat. Sie wusste, wie es geht, die Formdiktatur zerbröckeln zu lassen. Ich erinnere ihren Weg und binde mich an sie an. Sie hat etwas gewusst, das ich zwischendurch vergessen hatte, weil es keinen Platz gefunden hat. Sie hat sich an etwas viel Älteres erinnert, und sie hat mir den Zugang dazu leichter gemacht.

Ich bemale nach wie vor gerne Tisch und Wände, und meine Mutter und ich finden, dass die Närrinnen ein recht feiner Clan sind, in dem es sich gut sein lässt.

Landstriche der Seele

In den wildesten Landstrichen meiner Seele werden mir viele Fragen gestellt.

Springst du über deinen Schatten? Bestimmst du selbst, wie du lebst? Stehst du ein für das, was dir wichtig ist? Hast du eine Zeit der Einsamkeit gekannt, bist durch Wüsten gegangen und dabei stärker geworden? Gibst du dich hin und lässt du dich berühren? Sind deine Begegnungen lust- und liebevoll? Kannst du dich selbstvergessen im Wind drehen, im warmen Regen laufen und in Pfützen springen? Tanzt du barfuss unter freiem Himmel? Lässt du dich beflügeln von deiner Fantasie? Was erlaubst du dir wirklich? Lebst du deine Träume und bleibst neugierig auf das, was noch kommt?

In fünf Jahrzehnten hat sich aus verschiedenen Strängen ein Lebensteppich gewebt, den Muster von Wildniskraft durchziehen. Das ist vielen Menschen zu verdanken, welche die wildesten Landstriche meiner Seele gesehen und genährt haben. Sie waren Spiegel und Sonne, Regen und schützender Winter, Feuerwärme. Ich glaube, das Urfeuer, das Urvertrauen, der Zugang zu ungebrochener Wildheit entspringen einem heilen Sommerkindersein. Es waren die Augen meiner Eltern und Grosseltern, mancher Lehrer/-innen und vieler Begleitenden, Patinnen, Muhmen, die auf mich geschaut haben. Sie haben meine Freiheit, mein Recht auf die Entfaltung meiner Gaben und meiner Würde verteidigt. Das, was einst selbstverständlich schien, wurde mir im Laufe meines Lebens immer kostbarer. Und so verneige ich mich vor all denen, die wussten, dass die Gemeinschaft freie, einzigartige Menschen braucht, mit der Sommerwärme, der Herbstweisheit und der Winterklarheit. Und deshalb dafür gesorgt haben, dass ich gesehen, geachtet, wertgeschätzt wurde, dass meine ganz eigene Weise Platz hat, damit sie sich wild und schön, frei und einzigartig entfalten kann.

  1. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

    Ich gehe für meine Freiheit und für die Wildheit, für meine, für die der Frauen und Kinder, für ihre Unversehrtheit. So habe ich es selbst erfahren.

  2. Wie hast du dich dadurch verändert?

    Ich bin sehr politisch geworden, weil ich gesehen habe, wo es mangelt. Kämpferisch, streitbar für eben diesen freien, wilden Geist bin ich als junge Frau geworden. Meine feministischen Wege gehören dazu. Mein Weg als Künstlerin ist auch dem Wilden und Freien gewidmet.

  3. Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

    Sie braucht Natur, draussen sein, in wilden Landstrichen unterwegs sein. Obwohl ich ja bequem bin und nicht besonders mutig, was Natur und Abenteuer betrifft, stärkt gerade das meine wilde Seite. Im Death Valley eine Visionssuche machen, Kirgistan durchreiten oder in Sibirien die Taiga erfahren, das braucht meinen ganzen Mut. Ich mache es, weil ich weiß, dass es mich zutiefst nährt und meine wilde Seele jauchzt. Bei uns hier sind es die Feuer, im Schnee lange unterwegs sein, in der Nacht herumstromern. Gerüche gehören dazu und wieder die Tiere. Sie spiegeln meine wilde Seele.

  4. Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

    Da fällt mir jetzt nicht die eine große Herausforderung ein. Seltsamerweise sind meine großen Herausforderungen im Vorfeld, von bedeutsamen Wegen, Entscheidungen, Reisen. Wenn ich dann losgegengen bin, dann ist es wie weg. Ich glaube, ich bin extrem vorfeldschwach und erlebe das Vorher immer als riesige Herausforderung.

  1. Was tust du bei Rückschlägen?

    Mich einsammeln. Mittlerweile gebe ich mir auch eine Zeit des Betrauerns, manchmal ist es wie ein kleines Sterberitual. Was mir sehr hilft, sind Gespräche mit Freundinnen. Im Gespräch kann ich das Ganze ergründen, besser verstehen, die Geschichte dahinter erkennen und die klugen und weisen Frauen mit ihrer Sicht darauf sind beste Medizin.

  2. Was liest du gerade?

    Zur Zeit lese ich „Übungen der Nacht“ von Tenzin Wangyal Rinpoche, luzides Träumen, Traum-Yoga, tibetische Meditationen in Schlaf und Traum. Ich habe es schon mal gelesen, vor vielen Jahren und frische meine Kenntnisse auf.

  3. Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

    Oh, das ist auch schwierig. Es sind so viele und so viele sind wirklich wichtig. Es sind auch in unterschiedlichen Lebensabschnitten verschiedene. Sie sind gleich wichtig, manche begleiten mich länger, andere sind vielleicht nur punktuell wichtig gewesen und dennoch, auch ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Luisa Francia ist eine ganz wichtige, lange Lebensbegleiterin und Freundin.

  4. Was motiviert dich weiter zu machen?

    Da braucht es gar keine Motivation, es kommen eh viel mehr Ideen, Projekte, Calls, als ich zeitlich umsetzen kann.

  5. Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

    Bei dem Wort Mantra geblieben, also ein wirkliches Mantra, das ist das Tare-Mantra.
    Eine wichtige Affirmation ist: Wer weiß, wer weiß.

  6. (und warum?)

    Dieses „wer weiß, wer weiß“ gehört in einen späteren Lebensabschnitt. Im Laufe des Lebens habe ich viel mehr Weite entwickelt, viel mehr verstanden, dass ich viel nicht weiß, die eigene Beschränktheit und gleichzeitig eine Ahnung von einem großen, offenen Raum wahrgenommen. Und deshalb mag ich das Aufmachen durch „wer weiß …“. Es könnte so sein, muss aber nicht. Vielleicht durchschaue ich nicht alles, vielleicht entwickelt sich das, was ich jetzt wahrnehme nochmal ganz anders.

  7. Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

    Wer weiß, wer weiß – gehört dazu
    Nicht anders werden, sondern wahrer
    Genau das geben, was ich zu geben habe und vertrauen, dass das reicht
    Mute dich zu, deine Qualitäten werden gebraucht
    Die eigenen Pulsationen ehren – alles pulsiert, ohne Ausnahme
    Was ist, darf sein, was sein darf wandelt sich. Ein Ja zu meiner Wahrheit, unabhängig davon, ob sie mir gefällt oder nicht.
    Mein Potenzial entdecken, beanspruchen, bewohnen

Über Cambra Skadé

Cambra ist eine bayrische Künstlerin und meine liebste Autorin – sie selber bezeichnet sich als, „Alltagsforscherin“, die altes Heilwissen und schamanisches Frauenwissen erforscht und in ihre Arbeiten künstlerisch umsetzt. Für mich ist sie eine Wortweberin, die es vermag, mit ihren Geschichten und Bildern tief schlummernde Saiten meiner Seele zum Schwingen zu bringen. Aus ihrer Hand stammen meine liebsten Bücher, die ich alle immer wieder und wieder zur Hand nehme – und da ich sie dir gerne ans Herz legen mag, findest du hier alle ihre Bücher. (Mein liebstes Buch von ihr ist „verwurzelt fliegen„) Sie bloggt übrigens auch auf „No-Project“ über ihr magisches Alltagsleben, es lohnt sich auch dort vorbei zu sehen. Sie selber liebt ihre Tiere, die Isar, Großzügigkeiten und Lebensfreude, die man in ihrer Kunst erkennen kann.Sie beschriebt sich selber als „Clownfrau“ und fühlt sich da zu Hause, wo gelacht wird, und man eine gute Brotzeit machen kann. Sie gibt Seminare und stellt ihre wundervollen Bilder aus, schau mal hier, ob etwas für dich dabei ist.

 

Merken

Merken

Die besten Aussteigertipps – endlich Zuckerfrei

Zuckerfrei – so geht´s! Die besten Aussteigertipps

Seit knapp einer Woche lebe ich nun schon ohne das weiße Süß – und damit habe ich schon mal einen großen Schritt in den Ausstieg gemacht – wenn nicht, sogar den größten… vor Über sechs Jahren habe ich mit dem Rauchen auf gehört, und all diese Erfahrungen habe ich nun auch mit in den Zucker-Ausstieg genommen – ich wusste ja ungefähr, was bei einem Mini-Entzug dieser Art, auf mich zu kommen würde. Und weil es dann wirklich leicht(er) ist, möchte ich dich dir meine Tipps verraten, damit dir dein Ausstieg aus der Zuckersucht (oder auch Nikotin) leichter fällt…

Es gibt eine Hürde, die du im Vorfeld nehmen musst: Du musst es wirklich wollen! Ja sagen, zu diesem Schritt – denn wenn du es nicht wirklich willst, dann wird es dir möglicherweise schwieriger fallen, als es sein muss.

+ Das Warum klären

Schreibe dir auf, warum, du diesen Schritt gehen willst. Was sind deine Gründe damit auf zu hören? Tust du es aus gesundheitlichen Gründen? Schreibe dir eine Liste mit deinen Gründen auf – damit du dich in Versuchungen daran erinnern kannst. Tue es nicht für andere – tue es, ganz egoistisch, für dich!

+ Wer wäre ich ohne Zucker (Nikotin)

Stelle dir dein Leben ohne Zucker vor – was wärde sich ändern? Wie würdest du dich fühlen? Was wäre besser? (du kannst dir dazu eine Collage mit Bildern gestalten, oder es aufschreiben – wie es für dich am besten ist)

+ Ersatz schaffen

Wann würde es dir besonders schwer fallen, auf Zucker zu verzichten? Bei Besuch? Und was kannst du tun, um in diesen Situationen nicht schwach zu werden? (Dich an deine Gründe erinnern/etwas eigenes zu Essen machen/mit bringen) Für mich ist hier folgendes wichtig: Ich will nicht verzichten müssen – wir schaffen also Ersatz – es gibt gesunde Alternativen, oder selbstgemachte „Süßspeisen“

Wann hast du bisher immer Süßes gegessen? Bei Stress/Müdigkeit/Langeweile/Abends/ oder als Belohnung? Wie könntest du mit der emotionalen Situation umgehen?

  • abends zuckerfreies Popcorn genießen oder
  • Gemüsesticks mit Avocado-Dip
  • sich umarmen lassen
  • Entspannungstechniken ausprobieren (Atmen, Yoga, Mediation)
  • Stress abbauen durch Aktivitäten (Sport, tanzen, Spazieren)
  • In die Natur gehen – das nährt uns am besten
  • mit einer zusätzlichen Decke frühzeitig ins Bett gehen
  • Kuschelsocken und Tee
  • was könnte dir helfen?

+ Krisenmanagement

In den ersten beiden Wochen ist die Rückfallquote größer, deswegen ist es wichtig, für sich einen Kriesenplan zu erschaffen, was man tun kann, wenn man dieses Craving bekommt – hier haben wir folgendes: Medjool-Datteln, Bananen und Lakritz-Yogi-Tee. Davon dürfen wir naschen, wenn wir gerade einen Süßanfall bekommen – dazu ist es wichtig, viel zu trinken. Außerdem mache ich mir immer wieder bewusst, dass ich schon x tage/Stunden zuckerfrei bin, und wenn ich jetzt Zucker essen würde, ich wieder von vorne beginnen müsste… schließlich habe ich das schlimmste schon Überstanden. (das schlimmste Überstanden zu haben, gibt mir ein gutes Gefühl)

Was du noch tun kannst:

  • zuckerfreies Kaugummi kauen
  • Schoko-Yogi-Tee trinken
  • einen fettreichen Snack essen: Nüsse oder Avocado oder:
  • Medjool-Dattel mit Nuss-Mus (sooo gut)
  • Süße Früchte oder Gemüsesorten essen (wie Süßkartoffel)
  • Kokosnuss Wasser trinken
  • ein Stückchen rohe Schokolade genüsslich im Mund zergehen lassen
  • tanzen!

+ Durchhalten

Suche nach zuckerfreien Rezepten und Alternativen. Wir haben zwei Wochen vorher begonnen, nur noch zuckerfreie Lebensmittel zu kaufen (bei mir ist es die Soyamilch, die ich sehr vermisse), so dass es hier jetzt alles „mit ohne“ ist. Außerdem ist es hilfreich, wenn man die Verwandschaft/Bekanntschaft darüber informiert, damit sie nicht mit Kuchen vor der Tür steht – meist muss man sich dann erstmal erklären – da kann man auf seine „Warums“ zurück greifen. Wir haben am Wochenende dann einfach ein Dessert für den Besuch gemacht – zuckerfrei, natürlich, während sie etwas Kuchen mitgebracht hatten – für sich… das war absolut kein Problem, denn unser Nachtisch war ultra lecker – und hat auch den anderen geschmeckt. Sich bewusst machen, dass man das Schlimmste schon Überstanden hat 😉

Wenn du dann zwischendurch Gelüste verspürst und dazu neigst, dem nach zu geben: Mache dir bewusst, dass dies nur ein Moment ist, und er vorbei geht… und habe für unterwegs eine Alternative dabei: z.B. einen rohen Dattel-Frucht-Riegel, eine Banane und Wasser.

Wann habe ich es „geschafft“?

Aus der rauchfreien Erfahrungen, konnte ich nach 6 Wochen sagen, dass ich den Ausstieg geschafft hatte – die schwierigste Phase waren die ersten drei Tage – und dann noch einmal in der zweiten Woche, wo dann die Gewohnheit sich meldete… da muss man dann auf seinen Ersatz aufbauen und auf sein Krisenmanagement. Deswegen ist es wichtig, sich diese Dinge im Vorfeld zu Überlegen – so ein Ausstieg will geplant sein.

Aber auch heute, nach über sechs Jahren, habe ich immer noch ab und an das Bedüfnis, eine zu rauchen… und ich muss mich immer wieder entscheiden… ist sicherlich mit dem Zucker auch so? Wir werden es sehen…

Wenn dir diese Tipps nicht ausgereicht haben, und du ein intensiveres Gespräch darüber wünschst, oder gar Begleitung, dann schreibe mir eine Mail an anashee(at)gmx(punkt)de

Wie ist es bei dir? Hast du eine Sucht, die du gerne aufgeben magst? Was hindert dich daran? Und was wären deine Gründe?

Bitte beachte, dass sich diese Tipps auf Zucker und Nikotin beziehen – sie können dich motivieren, auch aus anderen Süchten aus zu steigen, doch bei Alkohol, Drogen und Medikamenten ist es wichtig, diesen Entzug unter medizinischer Aufsicht durch zu führen. Besprich dies dann bitte VORHER mit dem Arzt deines Vertrauens.

Wolfsfrauen Interview – Karmindra

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Karmindra vor zustellen.

1. Wie beginnst du deinen Tag?

Das ist sehr unterschiedlich und kommt darauf an, ob ich mit dem Wecker aufstehe und zu welcher Uhrzeit dieser ertönt. An einigen Tagen klingelt es mich schon um kurz nach fünf aus dem Bett, dann bin meistens noch mit einem Bein im Traumland während ich mich auf den Tag vorbereite. Zu meinem Morgenritual gehört auf jeden Fall eine Tasse Heißgetränk, in der Regel einfach warmes Wasser mit dem Saft einer frischen halben Zitrone. Wenn es Zeit und Muse zulässt, spreche ich gerne ein kleines Gebet oder bewege mich ein wenig indem ich Yoga mache oder ein paar Minuten aus dem Trampolin hüpfe. Ich setzte mir eine Intention für den kommenden Tag und auf dem Weg zur Arbeit nutze ich die Autofahrt gerne, um einige Affirmationen zu sprechen und ein paar Worte an meine Spirits zu richten.

2. Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Es gibt so wirklich viele Dinge die mir gut tun und mich glücklich machen. Alles was mit Natur zu tun hat bringt in mir ganz viele Saiten in mir zum schwingen, im Wald, in den Bergen, an einem See oder am Meer. Sobald ich in der Natur bin geht mein Herz auf und ich fühle mich einfach richtig und angekommen. Ich denke das ist auch einer der Gründe wieso ich unheimlich gerne reise, ich liebe es die Landschaft und Natur an verschiedensten Orten zu erspüren und zu entdecken. Reisen und Mutter Erde zu entdecken ist definitiv auch etwas, dass mich sehr glücklich macht.

Obwohl ich jemand bin der Zeit für sich, Ruhe und Einsamkeit sehr genießen kann, bin ich auch ein überaus geselliger Mensch. Im Kreis meiner Liebsten, mit der Familie, meinem Verlobten und guten Freunden fühle ich mich pudelwohl und zufrieden.

Manchmal entstehen die glücklichsten Momente auch aus sich selbst heraus, ohne jeden Äußeren Auslöser. Plötzlich ist da dieses Überwältigende Gewahrsein von Schönheit und Fülle in mir und um mich herum und Dankbarkeit für mein Leben überflutet mich einfach.

3. Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Am allerliebsten steige ich in die heiße Wanne. Meine Eltern behaupten dies hätte schon zu Kinderzeiten immer geholfen wenn ich mies drauf gewesen bin. An Tagen die richtig schlecht sind, hole ich gerne meine Selflove Bibel raus die ich selbst gestaltet habe, darin finde ich Listen mit Dingen die ich gerne mache und die mir gut tun. Ich probiere einfach so viel aus, bis ich das Gefühl habe, es wird langsam besser. Ein Treffen mit einer Freundin hilft mir in der Regel auch, oder ich sage zu meinem Freund:“Bitte nimm mich mal ganz lang und fest in den Arm.“

Bei Stress hilft mir alles was körperlich ist, auspowern, Bewegung, tanzen, Sport. Oder das komplette Gegenteil, einfach auf die Couch werfen, Füße hochlegen und mir ein paar Folgen Sex and the City ansehen. Ich liebe diese Serie und kann dabei herrlich entspannen.

4. Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Baden, zur Massage gehen, mir schöne Kleider anziehen und mir im Spiegel zulächeln, Spazieren gehen, klettern und Yoga. Ich versuche auf das zu hören was mein Körper mir sagt, denn ich neige dazu immer funktionieren zu wollen und voller Tatendrang zu sein. Oft nehme ich mir nicht die nötigen Pausen, halte nicht inne und entspanne, sondern hetze von einem schönen Termin zum anderen. Das artet dann in eine Art Freizteitstress aus, weil ich einfach so viel tun und erleben möchte. Also schalte ich bewusst einen Schritt zurück und gönne mir vor allem auch in Phasen, in denen es mir nicht gut geht, die nötige Zuwendung.

Ich habe mir auch antrainiert nein zu sagen, für mich einzustehen, den Mund aufzumachen wenn mir etwas nicht passt. Auch wenn dies Dinge sind die mir immer noch manchmal schwer fallen, ich weiß das ich dazu neige mich zurückzustellen um anderen nicht Übel aufzustoßen oder Situationen der Disharmonie zu erzeugen. Es hat lange gedauert bis ich verstanden habe, dass Self-Care auch sehr viel damit zu tun hat, mich nicht zu verstellen und für das was ich innerlich brauche einzustehen ohne es immer allen recht machen zu wollen.

5. Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

Wild bedeutet für mich in erster Hinsicht frei und mutig zu sein, mich dem Ruf des Lebens hinzugeben, meinem Herzen zu folgen. Ich möchte das Leben genießen und auskosten, mich so verhalten und zeigen wie es sich richtig und gut für mich anfühlt. Meine Gefühle leben, Stärke und Schwäche zeigen können, einfordern was mir zusteht, Selbstbewusst auftreten und mich mutig meinen Ängsten stellen.

6. Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Meine Geschichte hat viel mit Angst zu tun, ich war immer schon ein ängstlicher Mensch, von klein auf. Da ist es kein Wunder, dass ich im frühen Jugendalter eine manifeste Angst- und Panikstörung entwickelt hatte. Doch durch diese stände Angst ist mir auch bewusst geworden, welch einen riesig großen Stellenwert für mich die Freiheit hat und das Gefühl, intensiv zu leben. Irgendwann wurde mir klar das ich leben will, dieses Leben wirklich auskosten, meine Träume verwirklichen, glücklich und erfüllt sein und das ich all dies nicht erreichen werde wenn ich Angst habe, mich verstecke, verstelle und mich so gebe wie andere mich vielleicht sehen wollen.

7. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Eigentlich hat sich alles verändert, ich habe mich selbst und mein Leben in seinen Grundfesten erschüttert. Ohne müde zu werden habe ich mich immer wieder meinen Ängsten ausgesetzt, habe mir selbst bewiesen stärker als diese zu sein. Es gibt ein wundervolles Buch von Osho, dessen Titel eine Art Lebensmotto von mir geworden ist, er lautet: „Lebe wild und gefährlich“. In mir war immer diese zu Grunde liegende Überzeugung das alles Gut ist, alles Gut ausgehen wird, vor mir Licht und Freude liegen. Daran habe ich mich festgehalten und gekämpft, meine Wildheit heraufbeschworen, aus ihr Kraft und Durchhaltevermägen gezogen. Heute lebe ich weitestgehend angstfrei –  natürlich habe auch ich wie jeder Mensch in bestimmten Situationen Angst, denn Angst ist gesund und überlebenswichtig. Wenn ich späre das mir etwas Angst macht, dann spornt es mich meistens dazu an es tu tun, neue Erfahrungen zu sammeln, meinen Horizont zu erweitern, wild, gefährlich und erfüllt zu leben.

8. Wie hast du dich dadurch verändert?

Im Verlauf der Jahre bin ich durch diesen Weg deutlich selbstbewusster, positiver und lebensbejahender geworden.

9. Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Erdung, Kontakt zur Natur, Gemeinschaft mit anderen wilden Frauen, lachen, singen & schreien.

10. Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Mich aus sehr herausfordernden, kräftezehrenden und manipulativen Beziehungen zu lösen, für mich einzustehen und meinen Weg weiter zu gehen, mich zu retten, mit der Hoffnung auf eine wundervolle Zukunft, obwohl ich zeitgleich das Gefühl hatte mein Herz zerberstet auf ewig.

11. Was tust du bei Rückschlägen?

Tief durchatmen, die Situation neu reflektieren, danach suchen was ich aus der Situation lernen kann.

12. Was liest du gerade?

Heute habe ich den Roman: „Mara und der Feuerbringer“ von Tommy Krappweis zu Ende gelesen. Ein sehr unterhaltsamer Jugendroman in dem es um Mara, eine 15jährige Seherin und um einen Haufen germanischer Mythologie geht. Der erste Band dieser Trilogie ist übrigens küzlich erst verfilmt worden.

Ansonsten stöbere ich gerade immer wieder in verschiedensten Büchern über Bäume und Ogham, da ich mich zur Zeit jeden Monat mit einem Ogham Zeichen und dem entsprechenden Baum beschäftige. Im Rahmen dessen und darüber hinaus lese ich auch das wunderschön illustrierte Buch „Earth Wisdom“ von Glennie Kindred.

13. Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Louise L. Hay – das erste Buch von ihr habe ich mit 13 Jahren verschlungen. Sie ist soetwas wie meine Päpstin bzgl. Affirmationen und positiver Lebenseinstellung.

Francesca de Grandis – kein Buch hat mich im Laufe meiner – ich nenne es mal „religiösen Laufbahn“  so sehr bewegt und berührt wie ihr Wekr „Die Macht der Göttin ist in dir“

Wolf Dieter Storl – stellvertretend für all die wundervollen Menschen und Autoren die es immer wieder schaffen mich mit ihren Werken über die Natur, Pflanzen und Wildniss in ihren Bann zu ziehen.

Dann wären da noch einige mehr : der Menschen in meinem Umfeld und meiner Familie, deren Namen wohl kaum jemanden etwas sagen würden.

14. Was motiviert dich weiter zu machen?

Das Leben und die Liebe dazu und darin <3

15. Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen müchtest?

Om Tare Tuttare Ture Soha

Vor Dir, Ehrwürdige Tara, Retterin aller Wesen, verneige ich mich!

16. (und warum?)

Dieses Mantra ist Teil meiner ersten Tätowierung vor vielen Jahren. Die grüne Tara –  eine buddhistische Göttin – gilt als Retterin aus höchster Not. Befindet man sich in Gefahr, so soll das Aussprechen dieses Mantras für ihre sofortige Präsenz und ihren Schutz sorgen.

17. Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

„Höret nun die Worte der Sternengöttin,zu deren Füßen die Weite des Himmels wie

Staub liegt und deren Leib das Universum umfasst.

Ich bin die Schönheit der grünen Erde

und der weiße Mond inmitten der Sterne,

das Mysterium der Gewässer

und die Sehnsucht im Herzen der Menschen,

Ich rufe eure Seelen, sich zu erheben und zu mir zu kommen,

denn ich bin die Seele der Natur, die dem Universum Leben schenkt.

Aus mir gehen alle Dinge hervor und zu mir müssen alle Dinge zurückkehren.

Und vor meinem Angesicht, geliebt von Göttern sowie Menschen,

soll sich euer innerstes göttliches Selbst in der Verzückung der Unendlichkeit

entfalten.

Verehrt mich mit frohlockendem Herzen,

denn siehe, alle Akte der Liebe und der Freude

sind meine Rituale.

Lasst in euch sein

Schönheit und Stärke,

Kraft und Mitgefühl,

Ehre und Demut,

Heiterkeit und Ehrfurcht.

Und ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset,

dass all euer Suchen und Sehnen vergeblich sein werden

wenn ihr das Mysterium nicht kennt:

Wenn ihr das, was ihr sucht, nicht in eurem Inneren findet,

werdet ihr es im Außen niemals finden!“

– Doreen Valentine –

Über Karmindra

Karmi weiß, was sie will und wie sie diese Dinge in ihr Leben integriert. Sie sagt „Ja“ zu ihrem Leben und zu ihren Träumen. Auf ihrer Seite the glowing life, lässt sie uns teilhaben an all den Dingen, die ihr Leben wundervoll machen – von Spiritualität und Yoga, bis hin zu gesunder Ernährung und Naturkosmetik. Du kannst auch DIY Anleitungen zu diversen Projekten finden und Buchrezensionen lesen.

 

Warum werden hier Wolfsfrauen interviewt und was sind „wilde“ Frauen?

Ich möchte mit diesen Interviews dir Frauen vorstellen, die authentisch sind, ihren eigenen Weg gehen und nicht darauf achten, was das Außen davon hält. Sie hören auf ihre Innere Stimme und folgen ihrer Intuition. Ich möchte dich mit diesen interviews dazu inspirieren, dir selber zu vertrauen, neue Wege zu beschreiten und die zu werden, die du gerne sein willst – die zu sein, die du schon jetzt bist. Ich weiß, aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer leicht ist, den ersten Schritt zu gehen, und dass man Vorbilder braucht, die einen dazu anleiten, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu wagen. Und genau das wünsche ich mir für dich! Lebe dein Leben – hab Spass und tu das, was du liebst, ein wenig mehr 🙂

Merken

Merken

Opfern – Darbietung an das Göttliche

Ich mag das englische Wort „Offerings“ sehr gerne – es kann sowohl mit Opfergabe, aber auch mit Darbietung und Angebot übersetzt werden. Für mich ist das Wort „opfern“ eher negativ besetzt – es ist etwas, was schwerfüllt… Ich selber empfinde „Offerings“ als etwas angenehmes, positives und mit guten Gedanken durchsetztes, es fällt mir leicht und ich gebe es gern… Deswegen möchte ich es hier als „Gabe“ bezeichnen…

Warum opfert man Überhaupt etwas?

Es gibt da verschiedene Möglichkeiten …

aus Dankbarkeit – damit gibt man etwas an die spirituelle Welt zurück, aus Dankbarkeit für all die wundervollen Geschenke in seinem Leben, um diese zu ehren. Aber auch, um den Fluss des Gebens und Nehmens in Gang zu halten.

Energien „füttern“ – zum Beispiel wenn ich einen Ort energetisch verändern möchte, kann ich eine, mit Liebe und Achtsamkeit zubereitete Gabe herstellen, und sie dann an diesem Ort „darbieten“.

Spirits ehren und Füttern – egal ob du das „kleine Volk“ ehren möchtest, die Baumgeister oder die allgemeinen Spirits – du kannst mit deiner Gabe sie ehren und unterstützen (manchmal auch sicherlich besänftigen). Und natürlich auch den Göttern

Zu segnen – für einen Ort, einen Verstorbenen (am Grab) oder einen Baum

Außerdem als Dank für etwas, was man aus der Natur genommen hat, wenn man einen Ast geschnitten, Blüten gezupft oder Wurzeln gegraben hat… aber auch einfach nur so, weil man das Land und die Flora und Fauna liebt… einfach, weil man sie ehren möchte.

Wie opfert man?

Für die Opferungen zu Hause habe ich zwei Schälchen, die nur für diesen Zweck genutzt werden – eine für den Hauptaltar und eine für den Küchenaltar. Während ich die Gabe herstelle, bin ich ganz bei der Absicht, mit der ich es geben will… und versuche möglichst viel Liebe und Achtsamkeit dort hinein fließen zu lassen…

In der Küche stelle ich es meistens mit einem Räucherstäbchen auf – als Dank (und sage dazu meist einen kleinen Segensspruch. Auf dem Altar kann dies mit in eine Zeremonie eingebaut werden, und ist dann ein wenig ausführlicher…

Auf dem Balkon, stelle ich es meistens mit einem stillen Dank hin, und auch draußen, verläuft das Ganze eher still und mit Achtsamkeit. Ich überreiche ein Geschenk, genau so, wie ich es bei einem Menschen tun würde.

 

Was opfert man?

Ich persönlich opfere regelmäßig und gerne: Räucherstäbchen, selbstgekochtes Essen, Blüten und Kräuter, aber auch Kaffee. Als ich noch geraucht habe, habe ich auch Tabak geopfert. Das mache ich nun nicht mehr.

Wenn ich draußen opfere, dann möchte ich ja etwas zurück geben, und dann siehst das meistens so aus: Ich opfere Kaffeesatz, (Mond)-Wasser und Samen.

Man kann natürlich auch spezielle Dinge opfern, um gewisse „Wünsche“ an zu ziehen – wie Geld, Schmuck oder bunte Bänder.

Man kann auch etwas extra für eine Opferung vorbereiten, Lavendel-Büsche, Blumengebinde usw. Diese kann man dann hinlegen, verbrennen oder dem Fluss geben – je nachdem, was einen gerade anspricht.

Und dann kann man natürlich noch etwas von sich selber geben – Haare, Spucke oder auch Blut… aber natürlich auch Kerzen, Alkohol und Dinge, die einem selber wichtig sind

Geopfert – und dann?

Ich wurde gefragt, was dann mit den Opfergaben passiert, und wie lange ich sie stehen lasse… also normalerweise lasse ich sie immer über Nacht stehen – ich schaue dann auf die „Speise“ und fühle mich ein, wenn es sich richtig anfühlt, dann nehme ich sie und „entsorge“ sie. Das ist manchmal nach 24 Stunden, manchmal schon nach 8 stunden – für mich ist die Nacht die wichtige Zeit – da stelle ich mir vor, wie in meiner Abwesenheit, die Gabe „verspeist“ wird.

Wenn ich bei uns im Haus geopfert habe (was ich regelmäßig tue), dann gebe ich es an die Erde zurück – wir haben hier einen Kompost, den ich dann benutze, oder ich gebe es unseren Pflanzen (gerade bei Flüssigkeiten) auf dem Balkon. die lieben Kaffee und Eierschalen sehr ^^.

Draußen lasse ich es liegen oder vergrabe es – deswegen ist es mir wichtig, dass die Gabe natürlich ist, von Tieren gegessen werden kann, oder verrottet.

Opfern als Segnung für die Erde (Schamanische Lichtarbeit)

Ganz besonders schön finde ich es, die Erde mit meiner Opfergabe zu segnen . in der ich einen Ort, einen Baum oder eine Straßenkreuzung mit einer Gabe beschenke, gebe ich ihr Achtsamkeit und Liebe – und ich stelle mir vor, dass es ihr hilft, sich selber zu heilen.

Anleitung für ein Opfertäschchen

Nimm ein kleines Säkchen, oder stelle selber eines her – je nachdem, was sich für dich besser anühlt – und fülle es mit Dingen, die du draußen an die Erde geben willst, wenn du einen Ort ehren willst oder etwas zurück geben willst, z.B. beim Kräuter schneiden.

Das können Samen von bestimmten Pflanzen sein, die du sehr magst, oder die für Bienen hilfreich sein können, aber auch getrocknete Kräuter und Blüten von Pflanzen, die dir etwas bedeuten – getrockneter Kaffeesatz oder Eierschalen… oder eine Mischung aus allem 🙂

Dann kannst du noch einen Kristall hinzu geben, der von dir mit Liebe und Dankbarkeit aufgeladen wurde… der kann im Beutel bleiben, oder bei Bedarf auch gegeben werden.

Du kannst dieses Beutelchen mit in deiner Tasche herum tragen, und bei einer Gelegenheit, hast du immer etwas dabei, was du geben kannst…

Wenn ich Kräuter sammeln gehe, habe ich meistens auch noch ein Fläschchen Wasser dabei, aber oftmals finde ich etwas interessantes nebenbei, wenn ich nichts dabei habe, um es zu geben. In solchen Füllen kannst du auch deine Stimme geben, und ein Lied singen (oder tönen).

Für mich persönlich geht es nicht um den materiellen Wert einer Sache, die ich gebe, sondern darum, wie bei einem Geschenk auch, dass ich mir Gedanken mache, was der Beschenkte braucht, was ihm gefallen könnte, und was ich gerne gebe – was mir selber Freude macht. Für mich ist es wichtig, wie ich es hergestellt habe – nämlich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit und meiner Liebe.

Spezielle Opfergaben

Für gewisse Anlässe (Besuch von besonderen Orten, Ritualen usw) kann man natürlich auch aufwändige Gaben herstellen und sie schenken – z.B. eine spezielle Räuchermischung, Stroh-Puppen, Blumengestecke oder Anhänger. Je individueller du dein „Opfer“ gestaltest, desto mehr Bezug wirst du dazu haben, und desto schöner wird deine Zeremonie sein – und natürlich auch das Ergebnis.

Wie ist es für dich? Was opferst du? Und warum? Was machst du mit deinen Opfergaben? Und stellst du sie aufwändig her? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Merken

Wolfsfrauen Interview: Daniela Hutter

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Daniela Hutter vor zustellen.

Wie beginnst du deinen Tag?

Stets mit (m)einem Morgenritual. Erst beginne ich den Tag mit „Dankbarkeit“.
Dies als allererstes, wenn ich meine Augen öffne, noch im Bett. Einfach das Geschenk des Lebens spüren – das Leben selbst.

Die erste Zeit des Morgens gehört dann bewusst mir. Auch als Zeichen, „Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben“.
Meine Seele wählte das Leben um sich zu erfahren. Dies ist der wichtigste Auftrag. Alles andere reiht sich hinten an.
Ebenso wie die Pflichten des Tages hin zu Familie, Haushalt, Beruf.

Die erste Zeit des Morgens gestalte ich dann mit Meditation, Yoga, Körperpflege.

Was gibt dir das Gefühl wahrhaftt glücklich zu sein?

Wenn ich spüre, ich fühle meine innerste Essenz.

Das geschieht zumeist in „ungewollten“ Augenblicken, plötzlich ist tiefe Verbundenheit einfach da und mit ihr,
tiefstes Vertrauen und ich spüre mich im  Liebesbewusstsein, hin zum Leben, zu mir und allen Menschen.
Diese eigene Tiefe zu wahrzunehmen, das macht mich stets glücklich. Ja, sogar mehr als das. Es erfüllt mich mit
Gnade und ich fühle mich gesegnet.

Natürlich sind es auch  Momente mit meiner Familie, mit Freunden, ein Sonnenaufgang oder ein Stück Schokolade,
das mich Glück spüren lässt.

Und auch der Flow des Lebens, wenn ich meiner Berufung folge, der ich meinen Beruf widmen konnte. Das Schreiben.
Und mit den Menschen zu sein, insbesondere mit den Frauen, welchen ich meine Arbeit und mein Sein widme.

Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Ich lege mich auf den Boden und lass mich von Mutter Erde „tragen“ und lasse mich in sie hineinsinken.
Es ist dann, als würde die große Mutter mich umarmen und ich kann mich in ihrer Liebe entspannen.

Was liest du gerade?

Statt lesen, an meinem nächsten Buch schreiben. Das nimmt momentan meine ganze Zeit ein.

Was motiviert dich?

Die Liebe zu mir selbst.
Und der Auftrag meiner Seele hin zu meinem Leben.

Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Es gäbe viele Beispiele, die mein Ego mit Freude erzählt, „das habe ich alles geschafft“.
Doch in Wirklichkeit meine ich, ist die größte Herausforderung tagtäglich neu – wirklich, wirklich Ich zu sein.
Und alles andere wegzulassen.

Was bedeutet „Nähren“ für dich, bzw. was nährt dich?

Mich nährt, was meine Tiefe erreicht. Das können Gespräche mit Menschen sein.
Das kann Zeit in der Natur sein. Das können Augenblicke des Lebens sein, die man bewusst wahrnimmt.
Auf jeden Fall ist es die bewusste Zeit mit Frauen, die sich der weiblichen Spiritualität widmen.
Da fühle ich meine Heimat.

Welche drei Menschen inspirieren dich besonders?

Mein Sohn Fabio . Meine Freundin Doris. Meine Großtante Barbara.

Doch eigentlich inspiriert mich jede Begegnung. Keine geschieht zufällig.
Jede Begegnung offenbart mir ein Geschenk.

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

lokah samastah sukhino bhavantu

(und warum?)

Mögen alle Menschen sich daran erinnern, dass der einzige Zweck des Lebens darin beruht, der Liebe zu begegnen,
und glücklich zu sein.

Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Weise Worte, kann man nicht lernen. Sie würden sich im Verstand finden. Doch die Weisheit selbst kommt aus dem Herzen.
Und es ist das Herz und das Leben, das mich lehrt, unentwegt. Jeden Augenblick. Ich denke dies zu erkennen, dass das Leben
selbst zugleich mein Guru und mein Ashram ist, das ist meiner Weisheit größter Schatz.

Über Daniela:

Daniela beschäftigt sich als Mutter mit den Energien der neuen Zeit. Mit ihrem Buch Mach das Leben hell“ hat sie in diesem Jahr einen praktischen Leitfaden für ein lichtvolles Leben heraus gebracht, und im kommenden Jahr erscheint ihr neues Buch: „Das Yin-Prinzip„, dass sich mit der Rückverbindung der eigenen weiblichen Essenz befasst (und gerade als Frau, weiß sie, was uns beschätigt). Daniela hilft dabei, die eigenen begrenzende Muster und Glaubenssätze zu lösen, um sich so zu fühlen, wie man es für sich wünscht: Glücklich und voller Lebensfreude. Ganz besonders liegen ihr die Rauhnächte am Herzen, sie möchte dieser Zeit wieder mehr Bedeutung für uns alle geben, um diese stille Zeit besser für uns nutzbar zu machen. Sie schreibt auf www.danielahutter.com lichtvolle Beiträge und Information über ihre Seminare und Bücher und ihr Leben. Außerdem kann man Artikel von ihr im Engelmagazin lesen, für dass sie schreibt.

Merken

Merken

Wild und sacred Midwinter Retreat mit der Wild Womam Sisterhood

„Wir kamen zusammen als Fremde – wir gingen auseinander als Schwestern“

Die Wild Woman Sisterhood hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen zusammen zu rufen, um in der Gemeinschaft zu erleben, dass jede von uns einzigartig und wundervoll ist – in ihr eine schöne und weibliche Göttin lebt, aber auch eine wilde Kraft ist, die uns unserer Stärke verleiht. Dabei ist es der WWS wichtig, dass sich jede Frau in der anderen erkennt, und man sich als Schwester sieht – als „ebenbürtig“ und nicht in Konkurrenz miteinander geht. Denn obgleich wir alle verschieden sind, anderer Erfahrungen machen und gemacht haben, so sind wir alle genau richtig, da wo wir jetzt sind.

Mit dieser radikalen Annahme, entwickelt sich sehr schnell eine Sicherheit, die es allen Frauen in der Gruppe ermöglicht, sich zu öffnen, und so sich selber zu erlauben, Seiten an sich kennen zu lernen, die man zuvor vielleicht nur selten, oder sogar nie von sich preis gab. Diese Annahme ermöglicht es auch Teile der Seele an zu sehen, die noch geheilt werden müssen, und die Schmerzen, von dieser Liebe wird man aufgefangen und getragen.

 

Und so begegneten wir Frauen unseren verschieden Seiten, erfuhren Annahme und Liebe für Dinge, die wir vielleicht bisher nicht wert geschätzt haben, oder sogar ab lehnten. Eine tiefe Verbindung entstand aus diesem Vertrauen, was jede der anderen entgegen brachte. Und ich bin unendlich dankbar, für diese unendlich wertvolle Erfahrung dieser Gemeinschaft.

Während den zwei ein halb Tagen haben wir uns mit unseren weiblichen Geist verbunden, mit der Schönheit und Anmut die dieser Seite inne wohnt, aber auch mit den Dingen, die uns noch zurück halten, die uns davon abhalten, unser volles Potential zu leben. Und mit der Kraft, die tief in uns wohnt, und zu der wir uneingeschränkten Zugang haben, wenn wir sie rufen. Wir durften alle unsere Facetten zeigen und leben, unseren Körper respektieren und ihn ehren. Wir haben gemeinsam getanzt, gelacht und geweint. Wir haben gemeinsam gegessen, gesungen und getrommelt und geschrien. Wir kochten gemeinsam eine Transformationssuppe mit den besten Zutaten, um sie mit der Erde und all den Menschen zu teilen – zur Heilung der Welt. Wir segneten uns gegenseitig und damit auch alle Frauen. Mögest auch du gesegnet sein.

Ich bin dankbar für die Liebe und die Annahme, für die vielen neuen Erkenntnisse und die wundervollen Verbindungen. Ich bin dankbar, dass wir uns selber in den Augen der Anderen erkennen durften, dass ich halten durfte, und gehalten wurde.

 

„Ver-rückt sein heißt, näher zu sich selber zu kommen“

Angekommen im Alltag kann ich all die wundervollen Erfahrungen wertschätzen, fühle mich genährt und erfüllt. Aber etwas in mir ist ver-rückt worden. Ver-rückt zu sein, ist durchaus etwas Gutes, denn man hat die Gelegenheit aus dem Alten aus zu steigen und sich zu häuten – Platz zu machen für etwas neues.

Ich möchte mich mit einem Teil meiner Seele befassen, der mir am Wochenende gezeigt hat, dass er Heilung benötigt. Es stehen Entscheidungen an, die gefällt werden müssen und ich merke, dass ich mich nun ganz intensiv mit mir selber befassen muss.

In dieser Zeit werden jeweils nur an den Freitagen Beiträge erscheinen, die mir sehr wichtig sind und mir am Herzen liegen, die restliche Zeit werde ich die Rauhnächte für mich nutzen und in die Stille Zeit gehen – und still werden.

Ich werde Schnee über mich fallen lassen und mich in die Erde drücken, ich werde horchen und lauschen, und ganz still sein – bis zum nächsten Jahr.

Ich wünsche dir eine wundervolle Yulzeit, besinnliche Rauhnächte und einen guten Übergang in das neue, unbekannte Jahr.

In tiefer Liebe

Ana