Visionssuche-Spaziergang

Eine Visionssuche ist ein Ritual, bei dem man sich für eine gewisse Zeit (meist einige Tage und Nächte) in die Natur zurück zieht, um Einsichten zu erlangen – bei Lebensabschnitten oder Übergängen in eine andere Lebensphase, aber auch, wenn man einen neuen Weg einschlagen möchte, den Weg aber noch nicht kennt oder seine Lebensaufgabe finden will.

Eine solche Visionssuche besteht meist aus drei Abschnitten – der Trennung von der „normalen“ Welt, der Schwellenzeit (das Alleine sein in der Natur) und die Weidereingliederung am Ende. Begleitet wird eine solche Visionssuche von körperlichem Fasten.

Solche Rückzüge wurden in vielen Kulturen praktiziert und werden nun auch in unserer westlichen Kultur immer beliebter. Ich glaube, dass liegt daran, dass wir ein großes Bedürfnis verspüren, Antworten auf all die vielen offenen Fragen zu bekommen. Führung zu erhalten, wohin es für uns gehen soll, was wir tun sollen, was richtig für uns ist. Und wir oft in unserem Alltag nicht die Zeit und die Ruhe finden, uns ganz unserem Inneren zu widmen. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland viele Möglichkeiten, eine geführte Visionssuche zu besuchen…

Was ist, wenn ich aber gerade JETZT eine Antwort brauche? Wenn ich JETZT keine Möglichkeit habe, ein geführte Visionssuche zu machen? Wie bekomme ich Hilfe? Was kann ich tun?

Visionssuche Spaziergang

Wenn du eine Familie hast, sorge dafür, dass du mindestens 4 Stunden ungestörte Zeit für dich bekommst. Suche dir eine Wegstrecke, die du kennst, die dafür sorgt, dass du möglichst ungestört in der Natur sein kannst – egal ob Wald, Strand oder Park. Wenn du in einer Großstadt lebst, wo du wenig Möglichkeiten für alleine sein hast, kannst du dich auch an einen Ort setzten – unter einen Baum o.ä. In eine Tasche nimmst du ein Notizbuch, einen Stift und Wasser mit, wenn du magst, auch etwas zu essen. Schalte dein Handy für die kommende Zeit auf stumm. Ziehe dich der Jahreszeit entsprechend an, und atme tief durch.

Vorbereitungszeit

Kläre deine Absichten – was ist der Grund, weshalb du auf Visions-Suche gehen willst? Wonach suchst du? Was erhoffst du zu finden? Was ist dein persönliches Thema? (Möchtest du dir selber begegnen, oder deinen Gefühlen Raum schaffen, möchtest du Antworten auf eine Frage – versuche möglichst präzise zu sein)

Schwellenzeit

Bevor du nun zur Haustür heraus gehst, reibe beide Hände zusammen und lege sie auf dein Herz – atme tief ein und übergib diese Suche/das Finden an (d)eine höhere Kraft. (das Universum, Gott/Göttin, die Engel, o.ä.) Bitte um eine Antwort für dein Thema. Atme noch einmal tief ein und aus, bevor du hinaus gehst.

Während des Spaziergangs:

Schweige, versuche ganz achtsam zu gehen, spüre deinem Atme nach… leere deinen Geist und sei ganz bei dir. Du kannst dich, wenn du einen geeigneten Ort findest, auch gerne hinsetzten, um zu verweilen. Lausche in dich hinein. Wenn du Einfälle und Ideen hast oder Gefühle auftauchen, schreibe alles in dein Notizbuch. Frage dich: Was du wirklich willst, wonach du dich sehnst, was dich abhält, und was du tun würdest, wenn du keine Angst hättest. Sei ehrlich zu dir selber, lass dich nicht ablenken.

Wenn du unterwegs Tiere siehst, oder etwas ganz besonders deine Aufmerksamkeit anzieht, schreibe dir diese Symbole auf.

Zurück nach Hause

Wenn du Zuhause angekommen bist, mache dir einen Tee und setze dich mit deinen Aufzeichnungen aus einander. Wie waren deine Erfahrungen? Was hast du über dich gelernt? Wie hast du es empfunden? Was könnten die Symbole/Gefühle für dich bedeuten? Was bedeutet all das für dein Leben? Wie könntest du deine Erfahrungen in den Alltag umsetzten?

Danke deiner höheren Kraft für die Führung und kehre langsam (ich muss nach sowas immer etwas essen) in deinen Alltag zurück.

Bitte wisse, wenn du eine Visionssuche machst, wirst du dir selber begegnen. Deinen inneren Wiederständen, deinem Unwillen, deinen Gefühlen. Du wirst durchaus Kontakt mit deiner „Schattenseite“ bekommen. Bitte führe eine solche Visionssuche nur dann durch, wenn du psychisch stabil und dir sicher bist, dass du mit den Gefühlen und Einsichten auch umgehen kannst. Dies tust du auf eigene Gefahr, ich kann für dein Handeln und die Resultate keine Verantwortung übernehmen.

Hast du schon einmal eine Visionssuche gemacht? Kannst du dir vorstellen, diese Methode für dich zu nutzen? Wonach bist du auf der Suche?

 

 

2 Gedanken zu „Visionssuche-Spaziergang

  1. Wunder- und kraftvoll beschrieben. Danke Dir auch für die Hinweise ganz zum Schluss, denn diese sind unabdingbar und sehr wichtig.

    Ein Spaziergang klingt so harmlos und dennoch kann sich so viel ergeben, so viel verändern – während und danach.

    Danke auch, dass Du uns zeigst, dass wir die Werkzeuge, die wir benötigen, bereits in uns tragen und diese Arbeit auch ohne Führung – sofern wir dazu in der Lage sind – machen können. Zu wissen, dass das grundsätzlich möglich ist, ist sehr wertvoll!

    Den „Hunger danach“ kenne ich ebenfalls sehr gut und es ist ja auch eine intensive Zeit, in der sehr viel geht und dementsprechend wird auch Energie verbraucht, die danach wieder zugeführt werden darf.

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