Rotes Zelt – Zyklus des Lebens

Immer wieder schreibe ich über die Menstruation – über Wege, wie man seinen eigen Zyklus feiern kann, oder wie man ihn ehrt. Doch das ist mir nicht genug! ich möchte, dass du dich traust, diesem inneren Zyklus zu vertrauen, ihn dir bewusst zu machen, kennen zu lernen und ihm zu folgen… dieser roten Spur, die sich durch dein Leben zieht (wie ein roter Faden).

Weil ich so angetan bin, von dieser urweiblichen Kraft, habe ich mich entschlossen, da mehr zu tun! Ich möchte mit dir meinen Zyklus teilen, in der Hoffnung, dass du dich in ihm erkennst, in der Hoffnung, dass du mit schwingen kannst, und in der Hoffnung, dass du ein wenig achtsamer auf dich schauen magst.

Den eigenen Zyklus kann man sich schön als Jahreszeiten vorstellen:

Frühling/Präovulation:

Die erste Woche nach der Blutung – langsam kommen meine Kräfte wieder, ich fühle mich gut, und erleichtert. Mein Kopf ist klar und ich kann schnell denken – es fällt mir leicht, in dieser Phase Ideen und Pläne zu schmieden. Ich schreibe alles auf, weil ich so vor Inspirationen bin. Mir fällt es leicht, anstrengende Zeiten mit dem Kind zu überwinden, ich ruhe in meiner Mitte, habe Geduld und Ausdauer. Gerne lasse ich mich auf Spiele mit dem Kind ein, probiere neues aus. Ich blühe.

Sommer/Ovulation

In der zweiten Woche, die meistens in der Ovulation endet, habe ich viel Tatendrang – ich bin bereit, meine Pläne um zu setzten, schaffe viel in wenig Zeit. Hausarbeit, Bloggen, Kinderbetreuung, arbeiten – alles kein Problem. Ich fühle mich wohl in meinem Körper, meine Busen spannen oft kurz vor dem Eisprung, oder mal zwackt es im Unterleib. Aber meine Laune ist stabil – ich bin im Fluss… meistens geht mir alles leicht von der Hand. Auch mein libido ist erhöht, ich fühle mich erotisch und schön.

Herbst/Prämentstuation

In der Woche nach der Ovulation fühle ich, wie sich meine Gedanken vom Außen ins Innere wenden. Ich mache mir mehr Gedanken über das Leben und über mich, bin bereit, mich mit Seelenthemen zu befassen – und habe leichten Zugang zu meinen Gefühlen. Leider habe ich nicht mehr die große Motivation/bzw. die Energie, die ich letzte Woche noch hatte – ich brauche länger für bestimmte Aufgaben, aber ich kann mich besser fokussieren und reflektieren. Oft beginnt mein Körper nun schon nach bestimmten Lebensmitteln zu betteln – das ist jedes Mal verschieden – und ich gebe es ihm (bedingungslos) – ich weiß, dass ich mich auf ihn verlassen kann, und er weiß, was er braucht. Jetzt ist es besonders wichtig für mich, viel zu trinken, und nach draußen zu gehen – gut für mich zu sorgen… ich merke, wie meine Stimmung nach und nach labiler wird, und ich mir Dinge oft schneller zu Herzen nehme.

Winter/Blutung

Kurz vor der Blutung bin ich extrem müde, und möchte mich zurück ziehen. Mir steht der Sinn nach Ruhe, und es kostet mich sehr viel Energie, dem Kind die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben. Ich würde mich viel lieber in eine Decke rollen und liegen… mehr nicht. Ich weine, wenn ich Kinder, Tiere, leid aber auch Freude sehe. Alles schwingt extrem in mir nach – manchmal habe ich das Gefühl, als spüre ich den Weltschmerz direkt in mir. Manchmal bin ich sehr reizbar und kratzbürstig, wehe man spricht mich vor meinem Kaffee an – da reicht auch schon ein schiefer Blick… Abstand halten bitte! Ich möchte Ruhe! Dann fließt es aus mir – ich fühle mich erleichtert, wenn ich das Blut sehe – ich lasse es fließen und gebe mich hin. Versuche Pausen zu machen, mir gutes zu tun. Self-Care. Am Ende der Woche, nehme ich ein langes, warmes Bad – um mich auch Ãußerlich nochmal bewusst zu reinigen.

Während ich blute…

Für mich ist es eine Zeit, in der ich versuche, mich ganz bewusst mir selber zu widmen:

Ich veranstalte für mich selber kleine Retreats, in dem ich in mein „Moon-Diary“ schreibe (das siehst du oben auf dem Bild), mich mit den Dingen umgebe, die mich an das Frau sein erinnern und die mir gut tun – dazu habe ich eine rote Kiste, die ich hier schon einmal vorgestellt habe. Ich male, ab und an auch mal, mit meinem eigenen Blut – ich setze mich auf eine rote Decke und zelebriere mich selbst. Hier habe ich schon einmal ein paar Ideen vorgestellt. Als ich vor kurzem auf der Creativa war, habe ich mir einige rote Stoffstücke zu gelegt, die ich in den kommenden Zyklen zu einer roten Blut-Mond-Decke verarbeiten möchte. Mit dem Nähen habe ich bisher keine große Erfahrung gesammelt, und ich möchte nur während der Menstruation daran arbeiten. Die Stoffquadrate, die ich gefunden habe, siehst du auch oben im Bild, gleich neben meinem Blut-Mond-Anhänger 😉

Ich plane im übrigen ein Red-Tent-Workshop zu geben, mitten im Pott. Ich habe auch schon einen geeigneten Raum gefunden um dort regelmäßig ein Rotes Zelt zu veranstalten zu können – einen Raum für dich und mich, wo wir uns über all das austauschen können, praktisch arbeiten und Halt finden, in der Gemeinschaft der Frauen.

Wenn du daran Interesse hast, dann trage dich hier in den Newsletter ein, um dir direkt Bescheid geben zu können, wann und wo es statt finden soll…

 

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Wolfsfraueninterview – Monika Strautz

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Monika Strautz aus dem Hawaii-Haus vor zu stellen.

Wie beginnst du deinen Tag?

Aufwachen, liegen bleiben, bewusst in den Körper spüren und atmen  Stille. Niemand bestimmtes Sein. Nicht Mensch, Frau oder Mutter sein – nur Sein. Jetzt. Dann schon bald auf dem Rad, das Kind zur Schule bringen  Da ich oft morgens Lomi-Sessions gebe, mache ich Körper- und Atemübungen in meiner Praxis, bevor eine KlientIn kommt. Try: 24 Stunden Meditation 😉

Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Wenn die Sicht klar und das Herz offen ist, ich bewusst und tief verwurzelt bin mit dem, was Jetzt IST

Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Flying, eine Bewegungsmeditation aus dem alten Hawaii. Flying ist Rhythmus, Musik, ein wiederkehrender Ablauf, Atmung, wobei der Körper sich im Fluss einer liegenden 8, dem Symbol für Unendlichkeit, bewegt, immer leichter und durchlässiger wird. Der Rhythmus ist dem des physischen Herzens sehr ähnlich. Flying öffnet das Herz, lässt Widerstände überwinden, Flying entfacht das Feuer, Flying bewegt. Flying ist der Grundschritt

Atmen, Tee mit meinem Mann trinken, Lesen, Schlafen oder Film schauen

Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Hawaiianische Lomi Massage geniessen, meine Lehrerinnen zum Bodywork-Training treffen, Tanzen, Baden, Sauna

Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

Innere Impulse und Bewegungen nicht zu bewerten, nicht der Angst zu folgen, sondern dem inneren Wissen des Herzens. Kompromisslos.

Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Sie hat mich gefunden, in Momenten der Öffnung in das Nicht (mehr weiter) -Wissen…..das ist eine lange Geschichte, aber früher etablierte sich diese Wildheit vor allem in einem Dagegen sein, gegen mein Elternhaus, die Kirche, das Establishment, jetzt ist es ein Einverstanden sein. Herausragend in dieser Geschichte sind die Jahre mit meinem Lehrer OM C. Parkin, der mir gezeigt hat, wer ich nicht bin, um erkennen zu können: ICH BIN. Gleichzeitig schenkt mir die hawaiianische Körper- und Energiearbeit einen sehr körperbezogenen, weiblichen Weg, um Balance, Kraft, Wildheit, Stille zu sein.

Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Drastisch. ICH BIN innen und außen, nicht getrennt, nie geboren, ewig, SEIN

Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich bin wilder geworden und habe mich grundlegend entspannen können. Es fließt Kraft, von der ich mich abgeschnitten glaubte, die ich nicht respektieren konnte

Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Aufmerksamkeit, in Bewegung bleiben

Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Mich bewusst für das Gehen eines inneren Weges zu entscheiden und von jemandem geleitet zu werden, der diesen Weg zu Ende gegangen ist und mir bis auf den Grund meiner Seele blickt, vor dem ein Verstecken von Widerstand, Lüge, Urteil, Scheinheiligkeit, Angst usw nicht möglich ist. Sterben und Neugeburt.

Was tust du bei Rückschlägen?

Mich erinnern, wer ICH BIN.

Was liest du gerade?

„Morgen ist (leider) auch noch ein Tag“ von Tobi Katze aus Dortmund, der sehr lesenswert und überaus witzig über seine Depression schreibt.

Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Jesus, der erste Schamane in meinem Leben. Mein Lehrer OM C. Parkin, mein Sohn und so viele mehr, ich danke allen aus tiefem Herzen

Was motiviert dich weiter zu machen?Die Sehnsucht, das Feuer im Herzen

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

„DAS, was du BIST, ist immer mehr als genug“ und „Wachsamkeit bis zum letzten Atemzug.“

(und warum?)

Es heilt den alten, schmerzlichen Irrglauben, nicht genug, nicht OK zu sein. Wachsamkeit ist nötig, der Ego-Geist, das kleine „ich“ wird immer versuchen, sein Terrain zu behaupten, zurück zu erobern. Es will nicht sterben, sich hingeben.

Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

SEI STILL, beinhaltet die gesamte Lehre.

Über Monika Strautz

Im vergangenem Jahr durfte ich in der Schwangerschaft mit meiner Tochter in den Genuss einer Lomi Hapai Massage kommen. Ich fühlte mich danach so tief berührt (im Innen, wie im Außen), dass ich dankbar war, dieses Jahr als Übergangsritual, noch einmal mich von Monika massieren zu lassen. Für Monika ist ihre Arbeit eine Berufung. Sie scheint ein Ausdruck ihrer Spiritualität zu sein, die sie mit in ihren Alltag ein webt. Diese Präsenz ihrer Achtsamkeit macht eine Begegenung mit ihr zu einem heilsamen Erlebnis. Ganz wundervoll finde ich es, dass sie nun, nach 15 Jahren Erfahrung, auch die Kunst der Lomi Massage unterrichtet, und man sie bei ihr vor Ort lernen kann. Der nächste Kurs beginnt im übrigen am 30.3.17, wo nur noch ein paar wenige Plätze zur Verfügung stehen (also schnell noch anmelden)

 

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