Rotes Zelt – Zyklus des Lebens

Immer wieder schreibe ich über die Menstruation – über Wege, wie man seinen eigen Zyklus feiern kann, oder wie man ihn ehrt. Doch das ist mir nicht genug! ich möchte, dass du dich traust, diesem inneren Zyklus zu vertrauen, ihn dir bewusst zu machen, kennen zu lernen und ihm zu folgen… dieser roten Spur, die sich durch dein Leben zieht (wie ein roter Faden).

Weil ich so angetan bin, von dieser urweiblichen Kraft, habe ich mich entschlossen, da mehr zu tun! Ich möchte mit dir meinen Zyklus teilen, in der Hoffnung, dass du dich in ihm erkennst, in der Hoffnung, dass du mit schwingen kannst, und in der Hoffnung, dass du ein wenig achtsamer auf dich schauen magst.

Den eigenen Zyklus kann man sich schön als Jahreszeiten vorstellen:

Frühling/Präovulation:

Die erste Woche nach der Blutung – langsam kommen meine Kräfte wieder, ich fühle mich gut, und erleichtert. Mein Kopf ist klar und ich kann schnell denken – es fällt mir leicht, in dieser Phase Ideen und Pläne zu schmieden. Ich schreibe alles auf, weil ich so vor Inspirationen bin. Mir fällt es leicht, anstrengende Zeiten mit dem Kind zu überwinden, ich ruhe in meiner Mitte, habe Geduld und Ausdauer. Gerne lasse ich mich auf Spiele mit dem Kind ein, probiere neues aus. Ich blühe.

Sommer/Ovulation

In der zweiten Woche, die meistens in der Ovulation endet, habe ich viel Tatendrang – ich bin bereit, meine Pläne um zu setzten, schaffe viel in wenig Zeit. Hausarbeit, Bloggen, Kinderbetreuung, arbeiten – alles kein Problem. Ich fühle mich wohl in meinem Körper, meine Busen spannen oft kurz vor dem Eisprung, oder mal zwackt es im Unterleib. Aber meine Laune ist stabil – ich bin im Fluss… meistens geht mir alles leicht von der Hand. Auch mein libido ist erhöht, ich fühle mich erotisch und schön.

Herbst/Prämentstuation

In der Woche nach der Ovulation fühle ich, wie sich meine Gedanken vom Außen ins Innere wenden. Ich mache mir mehr Gedanken über das Leben und über mich, bin bereit, mich mit Seelenthemen zu befassen – und habe leichten Zugang zu meinen Gefühlen. Leider habe ich nicht mehr die große Motivation/bzw. die Energie, die ich letzte Woche noch hatte – ich brauche länger für bestimmte Aufgaben, aber ich kann mich besser fokussieren und reflektieren. Oft beginnt mein Körper nun schon nach bestimmten Lebensmitteln zu betteln – das ist jedes Mal verschieden – und ich gebe es ihm (bedingungslos) – ich weiß, dass ich mich auf ihn verlassen kann, und er weiß, was er braucht. Jetzt ist es besonders wichtig für mich, viel zu trinken, und nach draußen zu gehen – gut für mich zu sorgen… ich merke, wie meine Stimmung nach und nach labiler wird, und ich mir Dinge oft schneller zu Herzen nehme.

Winter/Blutung

Kurz vor der Blutung bin ich extrem müde, und möchte mich zurück ziehen. Mir steht der Sinn nach Ruhe, und es kostet mich sehr viel Energie, dem Kind die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben. Ich würde mich viel lieber in eine Decke rollen und liegen… mehr nicht. Ich weine, wenn ich Kinder, Tiere, leid aber auch Freude sehe. Alles schwingt extrem in mir nach – manchmal habe ich das Gefühl, als spüre ich den Weltschmerz direkt in mir. Manchmal bin ich sehr reizbar und kratzbürstig, wehe man spricht mich vor meinem Kaffee an – da reicht auch schon ein schiefer Blick… Abstand halten bitte! Ich möchte Ruhe! Dann fließt es aus mir – ich fühle mich erleichtert, wenn ich das Blut sehe – ich lasse es fließen und gebe mich hin. Versuche Pausen zu machen, mir gutes zu tun. Self-Care. Am Ende der Woche, nehme ich ein langes, warmes Bad – um mich auch Ãußerlich nochmal bewusst zu reinigen.

Während ich blute…

Für mich ist es eine Zeit, in der ich versuche, mich ganz bewusst mir selber zu widmen:

Ich veranstalte für mich selber kleine Retreats, in dem ich in mein „Moon-Diary“ schreibe (das siehst du oben auf dem Bild), mich mit den Dingen umgebe, die mich an das Frau sein erinnern und die mir gut tun – dazu habe ich eine rote Kiste, die ich hier schon einmal vorgestellt habe. Ich male, ab und an auch mal, mit meinem eigenen Blut – ich setze mich auf eine rote Decke und zelebriere mich selbst. Hier habe ich schon einmal ein paar Ideen vorgestellt. Als ich vor kurzem auf der Creativa war, habe ich mir einige rote Stoffstücke zu gelegt, die ich in den kommenden Zyklen zu einer roten Blut-Mond-Decke verarbeiten möchte. Mit dem Nähen habe ich bisher keine große Erfahrung gesammelt, und ich möchte nur während der Menstruation daran arbeiten. Die Stoffquadrate, die ich gefunden habe, siehst du auch oben im Bild, gleich neben meinem Blut-Mond-Anhänger 😉

Ich plane im übrigen ein Red-Tent-Workshop zu geben, mitten im Pott. Ich habe auch schon einen geeigneten Raum gefunden um dort regelmäßig ein Rotes Zelt zu veranstalten zu können – einen Raum für dich und mich, wo wir uns über all das austauschen können, praktisch arbeiten und Halt finden, in der Gemeinschaft der Frauen.

Wenn du daran Interesse hast, dann trage dich hier in den Newsletter ein, um dir direkt Bescheid geben zu können, wann und wo es statt finden soll…

 

Merken

Wolfsfraueninterview – Monika Strautz

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Monika Strautz aus dem Hawaii-Haus vor zu stellen.

Wie beginnst du deinen Tag?

Aufwachen, liegen bleiben, bewusst in den Körper spüren und atmen  Stille. Niemand bestimmtes Sein. Nicht Mensch, Frau oder Mutter sein – nur Sein. Jetzt. Dann schon bald auf dem Rad, das Kind zur Schule bringen  Da ich oft morgens Lomi-Sessions gebe, mache ich Körper- und Atemübungen in meiner Praxis, bevor eine KlientIn kommt. Try: 24 Stunden Meditation 😉

Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Wenn die Sicht klar und das Herz offen ist, ich bewusst und tief verwurzelt bin mit dem, was Jetzt IST

Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Flying, eine Bewegungsmeditation aus dem alten Hawaii. Flying ist Rhythmus, Musik, ein wiederkehrender Ablauf, Atmung, wobei der Körper sich im Fluss einer liegenden 8, dem Symbol für Unendlichkeit, bewegt, immer leichter und durchlässiger wird. Der Rhythmus ist dem des physischen Herzens sehr ähnlich. Flying öffnet das Herz, lässt Widerstände überwinden, Flying entfacht das Feuer, Flying bewegt. Flying ist der Grundschritt

Atmen, Tee mit meinem Mann trinken, Lesen, Schlafen oder Film schauen

Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Hawaiianische Lomi Massage geniessen, meine Lehrerinnen zum Bodywork-Training treffen, Tanzen, Baden, Sauna

Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

Innere Impulse und Bewegungen nicht zu bewerten, nicht der Angst zu folgen, sondern dem inneren Wissen des Herzens. Kompromisslos.

Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Sie hat mich gefunden, in Momenten der Öffnung in das Nicht (mehr weiter) -Wissen…..das ist eine lange Geschichte, aber früher etablierte sich diese Wildheit vor allem in einem Dagegen sein, gegen mein Elternhaus, die Kirche, das Establishment, jetzt ist es ein Einverstanden sein. Herausragend in dieser Geschichte sind die Jahre mit meinem Lehrer OM C. Parkin, der mir gezeigt hat, wer ich nicht bin, um erkennen zu können: ICH BIN. Gleichzeitig schenkt mir die hawaiianische Körper- und Energiearbeit einen sehr körperbezogenen, weiblichen Weg, um Balance, Kraft, Wildheit, Stille zu sein.

Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Drastisch. ICH BIN innen und außen, nicht getrennt, nie geboren, ewig, SEIN

Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich bin wilder geworden und habe mich grundlegend entspannen können. Es fließt Kraft, von der ich mich abgeschnitten glaubte, die ich nicht respektieren konnte

Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Aufmerksamkeit, in Bewegung bleiben

Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Mich bewusst für das Gehen eines inneren Weges zu entscheiden und von jemandem geleitet zu werden, der diesen Weg zu Ende gegangen ist und mir bis auf den Grund meiner Seele blickt, vor dem ein Verstecken von Widerstand, Lüge, Urteil, Scheinheiligkeit, Angst usw nicht möglich ist. Sterben und Neugeburt.

Was tust du bei Rückschlägen?

Mich erinnern, wer ICH BIN.

Was liest du gerade?

„Morgen ist (leider) auch noch ein Tag“ von Tobi Katze aus Dortmund, der sehr lesenswert und überaus witzig über seine Depression schreibt.

Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Jesus, der erste Schamane in meinem Leben. Mein Lehrer OM C. Parkin, mein Sohn und so viele mehr, ich danke allen aus tiefem Herzen

Was motiviert dich weiter zu machen?Die Sehnsucht, das Feuer im Herzen

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

„DAS, was du BIST, ist immer mehr als genug“ und „Wachsamkeit bis zum letzten Atemzug.“

(und warum?)

Es heilt den alten, schmerzlichen Irrglauben, nicht genug, nicht OK zu sein. Wachsamkeit ist nötig, der Ego-Geist, das kleine „ich“ wird immer versuchen, sein Terrain zu behaupten, zurück zu erobern. Es will nicht sterben, sich hingeben.

Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

SEI STILL, beinhaltet die gesamte Lehre.

Über Monika Strautz

Im vergangenem Jahr durfte ich in der Schwangerschaft mit meiner Tochter in den Genuss einer Lomi Hapai Massage kommen. Ich fühlte mich danach so tief berührt (im Innen, wie im Außen), dass ich dankbar war, dieses Jahr als Übergangsritual, noch einmal mich von Monika massieren zu lassen. Für Monika ist ihre Arbeit eine Berufung. Sie scheint ein Ausdruck ihrer Spiritualität zu sein, die sie mit in ihren Alltag ein webt. Diese Präsenz ihrer Achtsamkeit macht eine Begegenung mit ihr zu einem heilsamen Erlebnis. Ganz wundervoll finde ich es, dass sie nun, nach 15 Jahren Erfahrung, auch die Kunst der Lomi Massage unterrichtet, und man sie bei ihr vor Ort lernen kann. Der nächste Kurs beginnt im übrigen am 30.3.17, wo nur noch ein paar wenige Plätze zur Verfügung stehen (also schnell noch anmelden)

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Die Schwesternwunde heilen

Liebe Schwester,

obgleich wir innerlich den tiefen Wunsch verspüren, uns mit anderen Frauen zu verbinden, und uns mit ihnen gemeinsam in Frauenkreisen zu verbinden, gibt es tief in uns eine Wunde, die wir dringend heilen müssen: Die Schwesternwunde

Mit „Schwesternwunde“ meine ich emotionale Wunden, die uns von anderen Frauen in unserem Leben zu gefügt wurden, aber auch die Wunden, die wir anderen Frauen zu führten. Unseren Freundinnen, unseren Schwestern – unserer Mutter.

Was bedeutet Schwesternschaft?

Schwesternschaft bedeutet für mich, dass wir uns selbst in der anderen erkennen, dass´wir darauf vertrauen, dass genug für alle da ist, und das wir darauf vertrauen, dass man sich gegenseitig zu unterstützen. Wir versuchen nicht nur die Vorzüge einer Person zu sehen, sondern auch die Dinge, die unangenehm sein können, oder uns ab stoßen.

In einer Schwesternschaft, lasse ich denjenigen so sein, wie er ist. Wir versuchen einander nicht zu ändern, bis man sich gefällt, sondern wir entscheiden uns, ihn an zu nehmen (dann mit allen Facetten) oder zu gehen (was ja auch manchmal einen vor neuen Verletzungen bewahrt), ohne zu verletzen.

Man kann etwas nicht in Ordnung finden/oder verstehen, und doch gleichzeitig denjenigen in seiner Ganzheit zu akzeptieren. Es ist in Ordnung, wenn man  diese Dinge nicht gut finden – aber frau kann sie so stehen lassen.

Aber das geht nur, wenn ich meine eigenen inneren Wunden geheilt habe:

Heile deine Wunde

Die Schwesternwunde zu heilen heißt, zu schauen:

  • Wo wurde ich verletzt?
  • Von wem wurde ich verletzt?
  • Wodurch wurde ich verletzt?

Aber auch ehrlich mit sich selber zu sein, und zu sehen:

  • Wen habe ich verletzt?
  • Wie habe ich verletzt?
  • Warum habe ich verletzt?
  • und was hat das mit mir gemacht?

Denn oft fühlen wir uns selber nicht gut dabei. Wir wissen intuitiv, dass das uns nicht weiter helfen wird. Ich möchte dich motivieren, gemeinsam mit mir, diese alten Verwundungen nun los zu lassen, um sie im Licht zu transformieren.

Bitte führe diese Meditation nur dann aus, wenn du dich emotional in der Lage siehst, mit all den negativen Emotionen, die hoch kommen (können), um zu gehen. Wenn heute nicht so ein Tag ist, dann führe sie an einem anderen aus.

Wenn ich diese Art von Lichtarbeit getätigt habe, fühle ich mich stets ein wenig mehr mit der Quelle verbunden, und tiefer in mir verwurzelt. Ich hoffe auch du kannst nun innerlich einen Frieden empfinden, und du konntest einen Schritt mehr in das Verzeihen eintauchen.

Es ist mir klar, dass eine solche Meditation nicht alle Verletzungen spontan heilt – das wäre natürlich wundervoll, aber viele tiefe Wunden sind durch Wiederholungen entstanden. Dementsprechend ist dies der Beginn der Heilung. Du hast die Bereitschaft dazu, und schon alleine das, wird eine Veränderung hervor rufen. Ich möchte dich motivieren, diese Übung häufiger für dich zu tun. Du kannst dafür die obige Meditation nutzen, oder aber deine eigene entwickeln.

Wozu das Ganze?

Wenn wir unsere wunden Punkte kennen, können wir offen damit umgehen. Wir können es uns erlauben, uns verletzlich zu zeigen, und damit unserem Gegenüber ermöglichen, sich selbst auch verletzbar zu machen. Wenn ich nicht angreife, um mich selber zu schützen, oder das Gefühl habe, mich verteidigen zu müssen, kann ich auch mein Gegenüber dazu ermuntern, sicjh zu öffnen, und nicht an zu greifen.

Dazu ist man allerdings erst wirklich in der Lage, wenn man keinen eigenen Schmerz/Groll in sich trägt, aus dem man heraus aggressiv handeln würde (um sich zu verteidigen).

Leider funktioniert das nicht immer, aber das Leben findet, wie Brene Brown sagte, in einer Arena statt… ich kann mich entscheiden, ob ich zu sehe, oder ob ich hinein steige – dann lebe ich – setze mich aber der Gefahr der Verletzungen aus.

Zum Schluss noch zwei Buchempfehlungen, wenn du dich noch mehr mit dem Thema „Vergebung“ und „Verletzlichkeit“ aus einander setzen, und nicht darauf warten willst, bis ich dazu mehr blogge: (Affilate-Links) – ich empfehle ausschließlich Bücher, die ich selbst gelesen hab.

Trau dich, und teile mit uns, deine Erfahrung: War die Meditation für dich hilfreich? Konntest du ein wenig vergeben? Wie hast du dich danach gefühlt? Wie siehst du das Thema Schwesternwunde?

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Der wilde Wolf in dir

Wolf heulen

„Wer sich vor dem Wolf fürchtet, sollte nicht in den Wald gehen“

Der Wolf ist mein Seelentier – mein Lehrer und mein Freund. Aber das war nicht immer so. Meine wilde Seite hatte ich Jahrelang weg gesperrt, denn sie eckte oft an vielen Stellen an, und es wurde mir oft das Gefühl vermittelt, dass es schwer sei, mich zu lieben – ich passte einfach nicht rein mit dieser wilden (unanbhängigen) Seite. In meiner naiven Vorstellung dachte ich, ich könnte von den positiven Seiten profitieren, aber die unangenehmen Seiten weg sperren. Natürlich geht das nicht…

Und als ich ihr auf einer meiner ersten Schamanischen Reisen begegnete, war sie alles andere als „nett und freundlich“. Auf der Suche nach meinem Seelentier, war ich offen, neugierig und begeistert. Ich würde meinem „Freund“ und „Vertrautem“ begegenen – und ich war davon überzeugt, dass mir das Wesen freundlich gesinnt war. Wer rechnet damit, dass es sich um einen Wolf handelt, der versucht sich auf einen zu stürzen und zu zerfleischen? Ich jedenfalls nicht.

Angst vor dem was ist

Ich war geschockt. Und verängstigt. Aber etwas in mir wollte mehr wissen… schließlich konnte ich nicht so ganz glauben, dass es wirklich ein Wolf war (seit meiner Kindheit liebe ich Wölfe). Bei der nächsten Begegnung sah ich, dass die Wölfin in Ketten gelegt wa, die ich ihr, wie ich fest stellte, selber angelegt hatte. Es waren meine Ängste, vor dem, was wirklich ist – wie ich wirklich bin. Die Wölfin repräsentierte in dieser Form all das, was ich selber an mir ab lehnte, vor dem ich Angst hatte.

Das eigene Potential erkennen

Ich hatte Angst vor dieser enormen Wildheit – ich hatte Angst vor mir selbst. Diese Erkenntnis traf mich, und verwandelte die wilde Furie in meinen Lehrer. Sie lehrte mich, hin zu sehen. Die Ketten zu betrachten, die ich da angebracht hatte, und sie nach und nach zu öffnen. Jetzt bin ich stolz und dankbar, dass ich eine solch großartige Lehrerin habe, und ich meinen Weg (und mich selber) wertschätzen kann. Das war damals der Grund, dass ich mich für den Namen „Wilde Wölfin“ entschied – und ich mich immer noch damit identifiziere.

Das Wolfsrudel

Und als „Wolfs-Frau“ möchte ich ein Rudel gründen – eine Gemeinschaft von Wilden Weibern. Es soll allen Frauen, die sich mit ihrer inneren Wildheit vertraut machen, gemacht haben oder machen wollen, den Raum für Austausch bieten. Einen „Online“ Frauenkreis. Einmal im Monat gibt es für Rudelmitglieder einen Newsletter mit Ritualen, Anleitungen und Tipps, die nicht auf dem Blog veröffentlicht werden. Die Teilnahme am „Rudel“ ist kostenlos – und du kannst hier mehr darüber erfahren. Oder dich direkt hier in den „Heuler“ eintragen.

Und ich habe gestern einen Raum gefunden, in dem ich endlich meinen Traum von einem regelmäßigen „Red Tent“ umsetzten kann… Also davon auch bald mehr <3

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Heile dich – heile die Erde

Warum du dich unbedingt auf deine Heilungsreise begeben solltest…

Auf meine Heilungsreise habe ich mich zuerst nicht freiwillig begeben. Mir ging es schlecht, und ich wollte lediglich Linderung für mich selbst. Nach und nach ging es mir besser, und ich merkte, wie sich auch mein Umfeld veränderte. Ich merkte, welch einen großen Einfluss meine Heilung auf mein direktes Umfeld nahm, und wollte mehr. Jetzt nicht mehr nur für mich, sondern, ganz besonders für meine Familie. Und je weiter ich kam, je mehr ich arbeitete und veränderte, desto größer wurde der Kreis.

Wie im Kleinen – so im Großen

Und nun möchte ich andere motivieren, selber heil zu werden. Egal, ob es nur um einen Denkanstoß geht, den du von hier mit nimmst, ob du noch tiefer in die Materie ein dringst, in dem du dir ein passendes Buch zu dem Thema durch liest, oder vielleicht konkretere Fragen hast, auf die du eine Antwort suchst. Ich möchte, dass du weiter kommst, auf deiner Reise zu dir selber. Denn stell dir vor, wie groß die Heilung sein könnte, wenn sich alle Frauen auf den Weg der Heilung machen würden.

Heilung finden

Um für dich passende Beiträge zu schreiben, dir konkrete Hilfestellung und Tipps zu geben, vielleicht auch Anleitungen, die dich weiter bringen, bitte ich dich, mir zu verraten, wo du Hilfe brauchst.

  • Wo steckst du feste und kommst gerade nicht weiter?
  • Welche Dinge passieren immer wieder?
  • was würde dir helfen?
  • Was wünscht du dir?

Wenn es sich für dich richtig an fühlt, kannst du deine Geschichte und deine Antworten gerne als Kommentar schreiben. Wenn du es lieber privater magst, kannst du mir auch eine E-Mail schicken, oder auf facebook mir eine Nachricht zu kommen lassen – oder eine Direktnachricht auf Instagram. in jedem Fall freue ich mich sehr. Ich möchte, dass du hier genau das findest, was du brauchst.

Merken

Merken

Merken

Merken

Ein Neuanfang

Obgleich der Februar den Höhepunkt des Winters darstellt, und es meist die kälteste Zeit des Jahres ist, schlummert der Neuanfang in ihm. Es ist der Anfang des Jahres und wir beginnen, unsere Pläne und Ideen um zu setzten. Oft müssen wir noch ein wenig organisieren und schauen, was wir tun müssen, um unsere Ziele an zu gehen, aber wir stehen in den Startlöchern.

Das ist der Grund weswegen ich mir dieses Datum ausgesucht habe, um neu zu beginnen. Ich beginne auf allen Wegen neu:

Familiär

Vielleicht hast du es, dank Instagram, schon mit bekommen: Letzten Dezember wurde unsere Familie mit einem neuen Erdenwesen gesegnet: wir haben eine kleine Tochter bekommen und sind nun zu viert. Das hat nicht nur unseren Familienalltag durcheinander gebracht, sondern auch viele alte Ängste und Themen hervor geholt, mit denen ich mich im vergangenen Jahr noch einmal beschäftigen musste, damit sie endlich heilen konnten.

Mental:

In den letzten Jahren habe ich stark an alten Glaubenssätzen und Überzeugungen gearbeitet und konnte viele zurück lassen. Das vergangene Jahr bot diverse Möglichkeiten, diese neuen Fertigkeiten zu üben, und um mich zu testen, ob ich wirklich all diese Dinge gelernt, geheilt und abgelegt habe. Ich habe gelernt, „Nein“ zu Dingen zu sagen, die mir nicht gut tun, und somit „Ja“ zu mir selber. Bildlich gesprochen bin ich, wie ein Phönix verbrannt und steige nun, stärker als zuvor, wieder auf.

Ferner möchte ich klarere Gedanken haben und ein klares Umfeld – was bedeutet, dass wir unser Heim

Spirituell:

Durch die Schwangerschaft durfte ich erkennen, was mir wirklich wichtig ist, was ich brauche und was „zu viel“ ist. Ich lernte noch ein wenig tiefer, dass es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur den eigenen individuellen Weg – und niemand von uns in der Position ist, andere Wege zu verurteilen – denn es sind nun mal nicht die eigenen Wege.

Ich fand Sicherheit, auf den ungetrampelten Pfaden quer durchs nirgendwo, in der inneren Stimme, sie war immer da, und sie weiß, was gut für uns ist.

Von daher, fühle ich mich geführt – obwohl ich keine Ahnung habe, wohin es geht. Ich vertraue, wo ich mich fürchte… immer häufiger.

Physisch:

Natürlich hat sich mein Körper durch die Schwangerschaft dramatisch verändert – und ich habe das Gefühl, mein Körper benötigt einen „Reset“ – den möchte ich ihm in diesem Jahr geben. Und da ich weiß, dass man nur einen Schritt vor den anderen setzen kann, gehe ich ihn wirklich kleinschrittig: Trinkmenge erhöhen, tägliche Spaziergänge und ein gesundes Frühstück stehen diesen Monat auf dem Plan – dann geht es weiter mit dem Mittagessen und sanften Sport… danach sehen wir weiter.

Was dich hier erwartet:

Und dann hat sich natürlich noch der Name der Internetpräsenz verändert, was daran liegt, dass ich mich auf meinem eigenen Weg begeben habe und lernen durfte, wie wunderbar es ist, der eigenen Seele zu folgen. Ich weiß, welche Schwierigkeiten auftreten, mit welchen Ängsten und Unsicherheiten du kämpfst, wenn auch du dich auf diesen Weg begeben willst. Und ich möchte dir dabei helfen.

Hier wird ein bis zweimal pro Woche ein Beitrag zu folgenden Themen auf dich warten:

  • Rewilding your Soul: Die eigene und äußere Wildnis kennen lernen – Spiritualität im Alltag und in der Natur
  • Kreativität: mit der eigenen Kunst Kontakt mit der Seele auf nehmen
  • Living outside the box – sich trauen, sein eigenes Leben zu leben (besonders, wenn es anders ist, als das, was andere Leben) und den eigenen Kindern die Stärke geben, es auch zu tun (Pagan Parenting)
  • Healing: die eigenen Schatten kennen lernen und Wege finden, sie an zu nehmen und sich selber zu lieben
  • Ceremony: Schamagische Themen… eine Mischung aus Alltagsmagie und Schamanischer Lichtarbeit
  • Altar of Womenhood – die weiblichen Mysterien: Von Menarche zur Mutterschaft, ganz weibliche Themen

Und natürlich der Hinweis:

Alle Inhalte dieser Internetpräsenz repräsentieren meinen ganz eigenen Weg dar – ich übernehme keinen Anspruch darauf, dass dieser Weg für alle der richtige Weg sein wird oder die Inhalte jedem helfen werden. Ich übernehme ferner keine Haftung, für die Ergebnisse der Übungen oder Rituale. Du bist da in der Eigenverantwortung, denn du weißt, wo deine Verletzungen und Traumata liegen, wo deine Stärken und Schwächen sind – und ich bitte dich, ggf. professionelle Hilfe ein zu holen.

Ich möchte dich auch nicht belehren, sondern dir helfen, auf dich selber zu vertrauen. Dir dabei helfen, Wurzeln in dir zu schlagen. Ich biete dir Hilfestellungen an und eine sichere Umgebung, du selber zu sein.

Kommentar-Regeln

Dementsprechend bitte ich dich, wenn du antwortest, `non-judgemend` zu praktizieren – also nicht zu bewerten, sondern wertschätzend mit einander um zu gehen.

Ich wünsche mir Ich-Botschaften, konstruktive Kritik und ein reflektiertes Feedback, denn wir alle sind unperfekt – und das ist auch gut so. Gegenseitige Unterstützung, anstatt gegenseitige Abwertung!

Kommentare, die verurteilend, beleidigend oder abwertend sind, werden gelöscht! Kritik kann man auch wertschätzend äußern.

Und nun eröffne ich feierlich diesen neuen Raum der Möglichkeiten.

Möge er dir Sicherheit bieten,

möge er dich wertschätzen und dich in Liebe an nehmen,

möge er dir helfen, dich zu deiner wahren Größe zu erheben

und mögest du dich in ihm selbst erkennen!

So sei es!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Wolfsfraueninterview: Rebecca Randak

[Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Rebecca von „Fuck Lucky Go Happy“ vor zustellen.

 

Wie beginnst du deinen Tag?

Da ich abends oft beim Yoga bin oder unterrichte, lasse ich den Tag langsam angehen. Vom Aufstehen bis Haus verlassen brauche ich circa drei Stunden, in denen ich meditiere, Pranayama oder Yoga übe, mit meinem Freund frühstücke, dusche und Kram in der Wohnung erledige. Meistens sogar in dieser Reihenfolge.

Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Ganz ehrlich: Wenn ich alleine bin, am besten an meinem Kraftort in Süditalien. Meine Eltern haben dort ein wunderschönes Haus. Es gibt es Kräuter, Pflanzen, Tiere und Natur ohne Ende und man kann den Blick über das Meer in die Weite schweifen lassen. Das ist ein super Ausgleich zu meinem Alltag, der eher hoch getaktet ist. Zuhause bin ich natürlich auch glücklich. Zum Beispiel wenn ich in die Yoga verballerten Schüler nach einer Yogaklasse schaue oder mich selbst in diesem Zustand befinde. Oder beim Dinner mit Freunden. Oder beim Schreiben. Oder, oder, oder…

Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Erst einmal akzeptiere ich, dass ich mich gerade gestresst fühle. Und dann schaue ich, was es braucht. Wahlweise verordne ich mir eine Zwangspause oder ich versuche das stressende To Do so schnell wie möglich zu erledigen.

Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Voll klischeemäßig: Regelmäßig meditieren, Yoga üben und so oft wie möglich für ein, zwei Wochen nach Italien abdüsen. Ganz wichtig: Soul Food selber kochen und in Ruhe essen.

Was bedeutet es für dich eine wilde Frau zu sein?

In gutem Kontakt mit der Stimme meiner Seele zu sein, diese Stimme wahrzunehmen und mich zu trauen, nach ihr zu handeln – auch wenn der Geist manchmal eine andere Meinung dazu hat.

Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Lebenslange Selbsterfahrung wahrscheinlich. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der „Psycho-Gespräche“ Standard waren und es erlaubt war, sich auf sein Gefühl zu verlassen. Vielleicht liegt es daran, dass ich sehr feinfühlig bin und unterschwellige Stimmung sofort wahrnehme, oft auch körperlich. Die Signale meines Körpers zu respektieren und nach ihnen zu handeln, war für mich ein wichtiger Schritt. Außerdem reflektiere ich viel und gerne und liebe es, das menschliche Handeln und Fühlen zu untersuchen, zu hinterfragen und Antworten zu finden. Ich selbst bin dabei mein liebstes Forschungsobjekt.

 

Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Schwer zu sagen, es gab bei mir nie dieses eine ausschlaggebende Erlebnis, das alles verändert hat. Mein Leben ist ständig im Wandel. Aber wahrscheinlich ist das der Grund, dass ich einen Job mache, den ich von Herzen liebe und an sich ganz zufrieden bin mit meinem Leben.

Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich steh öfter zu mir selbst und versuche weniger, es ständig allen recht zu machen.

Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Zeit alleine. Da ich ein sehr sozialer und geselliger Mensch bin, fällt die Me-Time schnell unter den Tisch. Ich muss darauf achten, mir diese Zeit zu nehmen. Im Alltag fällt mir das immer noch schwer, aber alles braucht eben seine Zeit.

Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Eine große Beziehungskrise mit meinem Freund vor zwei Jahren und den plötzlichen Tod meines Stiefvaters letzten November. Beruflich gab es auch ein paar einschneidende Entscheidungen, die sehr herausfordernd waren, mir aber großes Wachstum ermöglicht haben.

Was tust du bei Rückschlägen?

Wunden lecken, überlegen, was mir das Ganze sagen soll und dementsprechend die Strategie ändern.

 

Was liest du gerade?

Wie immer ein paar Bücher gleichzeitig. Die deutsche Ausgabe der Hatha Yoga Pradipika von Anna Trökes, ein Akupunktur-Buch von J.R. Worsley und sehr passend zu diesem Interview „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estes.

Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Auf jeden Fall meine Mutter, der ich für ihren klugen und einfühlsamen Beistand oft so dankbar bin. Mein Yogalehrer Patrick Broome, der mir mit seinen Klassen regelmäßig das Hirn wegpustet. Und Danielle LaPorte, der es trotz ihres super erfolgreichen Online-Businesses gelingt, ihre Tiefe zu behalten. Außerdem gibt es in meinem Umfeld ganz viele wertvolle Menschen, für deren Anwesenheit ich Dankbarkeit empfinde.

Was motiviert dich weiter zu machen?

Große Freude bei dem, was ich tue. Anderen dabei zuzusehen, wie sie über ihre Grenzen hinauswachsen, die Möglichkeit selbst ortsunabhängig zu arbeiten und noch freier zu leben und die unbändige Lust, noch viel mehr zu lernen. Über den Körper, Yoga. Spiritualität und, und, und…

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

Om namah shivaya“. Das Pancakshara-Mantra. Es bedeutet soviel wie „Ich verbeuge mich vor Shiva, dem Gott der Vollendung.“ Shiva ist der Gott der Veränderung. In seinem kosmischen Tanz zerstört er das ganze Universum, um es im gleichen Moment neu zu erschaffen. Für mich ist das eine sehr tröstende und hilfreiche Metapher für das Leben an sich. Manchmal muss Altes kaputt gehen, damit Neues entstehen kann. Das ist nicht immer schön, aber wenn wir uns darauf einlassen, ermöglicht es Weiterentwicklung und innere Freiheit.

Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Jeder hat seinen eigenen Weg zum Glück und muss ihn selbst gehen. Dabei gibt es keine Abkürzungen, aber immer wieder Menschen, die dich ein Stückchen begleiten.

 

Über Rebecca

Rebecca bloggt auf „Fuck Lucky Go Happy“ über ihre Leidenschaft: dem Yoga und über andere spirituelle und weniger spirituelle Themen. Sie hat 2012 den mutigen Schritt getan und ihren „sicheren“ Job in einer PR-Agentur gekündigt, und sich ein eigenes Business aufgebaut. Heute lebt sie das, was sie liebt: Sie ist Yogalehrerin und gibt neben offenen Trainings auch Workshops und Einzelunterricht. Dank ihrer Selbstständigkeit, ist es ihr möglich orts-ungebunden zu arbeiten und viele Abenteuer zu erleben, die du auf ihrem Instagram-Account mit erleben kannst. Ich finde sie sehr mutig und sie ist mein großes Vorbild in Sachen: „Tu was du liebst!“ – auf ihrem Blog kannst du auch nachlesen, wie und welche Schritte sie da gegangen ist.

Um es mit Rebeccas Worten zu sagen: YOLO – You only live once!

Danke dir

Wolfsfrauen Interview: Jana Muchalski

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Jana Muchalski von „Jana´s Kreatives Tagebuch“ vor zu stellen.

Wie beginnst du deinen Tag?

Ich bin eine Frühaufsteherin. Bevor ich das Bad betrete, entzünde ich ein Licht auf meinem Altar und verbinde mich für einen kurzen Moment bewusst mit dem Medizinrad. Das ist das, was ich jeden Morgen tue.

Und dann kenne ich „Phasen-Aktivitäten“, die ich immer dann verändere, wenn sich Gewohnheit eingeschlichen hat und ich nicht mehr wirklich wach und dabei bin. Die wichtigsten kehren zyklisch wieder und wechseln einander ab. Es gibt lange Zeiten, in denen ich Morgenseiten schreibe und andere Zeiten, in denen ich vor dem ersten Vogelgezwitscher bereits an meinem Sitzplatz in der Natur bin. Nach meiner Visionssuche in den USA begann ich für ein halbes Jahr meinen Tag mit einem Shintaido – einem Dankbarkeits- und Einbindungsritual mit Bewegung und Stimme. Deine Frage erinnert mich übrigens daran, dass ich meine derzeitige morgendliche Aktivität – mit Hilfe von Babbel eine Lektion Englisch zu lernen – die letzten Tage vernachlässigt habe. Das führe ich jetzt weiter.
Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Oh, es sind so viele Dinge, die mir gut tun und mich glücklich sein lassen: Ich liebe es sehr, Menschen dabei zu begleiten, in einen tiefen Kontakt mit sich selbst zu kommen und Zeugin ihres Aufblühens sein zu dürfen. Die innere und äußere Natur miteinander zu verbinden – das ist meine Seelenaufgabe.

Jede schöpferische Aktivität, die mich ganz im Moment sein lässt und mich in den Flow-Zustand bringt, tut mir gut. Beispiele sind das Tönen und Singen, Tanzen, Trommeln, Schreiben, Malen, aber auch Kräuter sammeln und weiterverarbeiten, Kochen und Backen, Filzen und Spinnen, jede Draußenzeit, das gemeinsame Feiern der Jahreskreisfeste, Schwesterntreffen, tiefe Zeit mit meinen Kindern und all meinen Lieben, aber immer auch genügend Zeit mit mir allein zu verbringen. Es tut mir gut, Freude und Lächeln zu verschenken, (auch) Fremden Komplimente zu machen, immer mal wieder für Überraschungen zu sorgen. Es tut mir gut, das zum Ausdruck zu bringen, was mich bewegt, egal wo ich bin, echt und ehrlich zu sein, dadurch auch immer mal wieder Konventionen aufzuweichen und für Irritationen zu sorgen. Es tut mir gut, immer neu über meinen eigenen Tellerrand hinauszugucken, mich zeitlos als staunend Lernende zu begreifen, Workshops und Seminare nicht nur zu geben, sondern auch zu besuchen, zu lesen.

Es tut mir gut, meine unterstützende liebevolle Energie in das Feld einzuspeisen, in dem ich wirke und so dazu beizutragen, dass die Welt ein wenig schöner und heiler wird. Ich übe zu vermeiden, Energie in Negativität zu setzen, zu jammern und mich über Umstände (oder Menschen) zu beklagen, die ich nicht verändern kann.

Glücklich bin ich beim – mit ganz offenen Sinnen – absichtslosen Umherstreifen in der Natur, beim Sonnenuntergangsschwimmen im See, bei Begegnungen mit den wilden Geschöpfen, beim Finden von Federn und Hühnergöttern, Baumperlen oder Stenzen, beim Schnitzen und jeder anderen Art der Weiterverarbeitung. Das ist (m)eine Art der Wertschätzung, (m)ein Dankgebet an die große Schöpferin Natur.
Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Wenn ich mich nicht gut fühle – atmen und aushalten, nach innen lauschen und wahrnehmen, was dort drückt, mit meinen Schwestern oder meinen Freundinnen telefonieren, manchmal schreiben, manchmal weinen, immer jedoch das Durch-den-Wald-stromern.

Und obwohl ich über viele Möglichkeiten verfüge, mein Erleben aktiv zu beeinflussen, weiß ich bis ins Knochenmark hinein, dass auch die Phasen zu meinem Leben gehören, die sich unangenehm anfühlen. Für mich sind das Zeiten vor Veränderungen, wenn der alte Boden nicht mehr und der neue noch nicht trägt. Stagnation fällt mir als Wort dafür ein. Aber vermutlich ist es eher eine Zeit der Inkubation. Der Frühling kommt halt erst dann, wenn der Winter vorbei ist…

Gerade überlege ich, wann ich das letzte Mal richtig gestresst war… Hm… Das ist schon eine ganze Zeit her. Als ich noch in Vollzeit in der Klinik arbeitete, kam es häufiger vor. Aber das habe ich ja glücklicherweise schon lange verändert. Mein Perfektionismus kann mich in Stress bringen, z. B. wenn es ein Fest vorzubereiten gilt. Ich lerne jedoch gerade erfolgreich, es mir leichter zu machen, um Hilfe zu bitten, nicht alles allein machen zu wollen und das tut gut. Wenn ich jetzt Stressanflüge erlebe, halte ich inne. Mein Allheilmittel – allein in der Natur unterwegs zu sein – wirkt auch hier unterstützend.
Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

All das, was mir gut tut und mich glücklich macht – siehe Frage 2 und 3.

Ganz vorn stehen meine Draußenzeiten. Ich liebe es so sehr, im Wald zu sein, dort ganz still zu werden und den dort lebenden Tieren zu begegnen. Ich liebe es, immer wieder an die gleichen Orte zurückzukehren und sie durch alle Jahreszeiten und Wetter hindurch wahrzunehmen. Das hilft mir dabei, mich selbst während der verschiedenen inneren Wetter und Jahreszeiten zu akzeptieren.

Bei aktuellen Fragen und Anliegen nutze ich Schwellengänge in der Natur, bei denen mir die Antworten, auf die ich bewusst noch keinen Zugriff hatte, weil sie tief in meiner Seele oder meinem Unterbewusstsein verborgen lagen, durch die Natur gespiegelt werden.

Trommelreisen finde ich zutiefst unterstützend.

Eine Lomi-Lomi-Massage werde ich mir mal wieder gönnen.

Sehr hilfreich sind auch die Atemmeditationen von Jeru Kabbal – Quantum Light Breath.

Das 5-Rhythmen-Tanzen als Bewegungsmeditation erlebe ich ebenfalls als klärend und reinigend.

Wenn ich irgendwo in meinem System festhänge und allein nicht weiterkomme, hole ich mir Unterstützung. Zuletzt half mir (und uns) ein dreitägiges Paar-Coaching beim Eschwege-Institut.


Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

Das heißt für mich vor allem, meiner Intuition zu vertrauen – im Großen wie in den kleinen Dingen.

Hier ein klitzekleines Beispiel: Als ich vor Zeiten meinen Ahnenaltar einrichtete, wünschte ich mir, in der Natur etwas ganz Wunderbares für den Altar zu finden. Mein Liebster und ich stiegen ins Auto. Er fuhr, ich saß neben ihm, spürte in mich hinein und sagte dann entsprechend meiner inneren Impulse „jetzt rechts abbiegen“, „geradeaus“ usw. Auf diese Weise kamen wir in eine Region, in der wir vorher noch niemals waren. Plötzlich krächzte ein Rabe, dem ich mich sehr verbunden fühle. Das verstand ich als „Stopp! Anhalten und aussteigen.“ Nun gab der Rabe die Richtung an, flog in ein Waldstück und ich lief hinterher. Auf diese Weise fand ich meinen ersten Stenz – ein durch die Umschlingung von Waldgeißblatt gedreht gewachsenes Holz.

Wild und frei zu leben, heißt für mich aber auch, immer wieder zu überprüfen, ob das, was ich lebe, noch das ist, was ich leben will. Meine berufliche Entwicklung hat viel mit diesem Hinterfragen zu tun. Wenn ich mir heute vorstelle, dass ich mit Anfang Zwanzig als Sekretärin in einem großen Werk im Büro gearbeitet habe, muss ich selbst lachen und es fühlt sich an, als stamme diese Zeit aus einem anderen Leben. Nichtsdestotrotz bin ich dankbar für die Erfahrungen.
Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Je älter ich wurde, umso bedeutsamer war es für mich, meinen ganz eigenen Weg zu gehen und immer wahrhaftiger zu leben, mich nicht zu früh zufrieden zu geben. Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich bei dem, was ich tue, zu 80% Freude und Erfüllung anstrebe und die übrigen 20 % das sind, was zwar nicht unbedingt glücklich macht, aber trotzdem notwendig ist, wie z. B. der Lohnsteuerjahresausgleich. Wenn sich diese Gewichtung – wodurch auch immer – verändert, ist es wieder an mir, Einfluss zu nehmen. Kann ich die Situation nicht zum Positiven beeinflussen, muss ich sie verlassen. Dem bin ich treu und das tut meiner Authentizität gut. Nachdem mich der Bürojob nicht erfüllt hat, arbeitete ich als Maskenbildnerin am Theater. Dort war zwar meine Kreativität (innerhalb durch hierarchische Strukturen vorgegebene Grenzen) gefragt, aber mein Kopf drohte einzuschlafen. Also begann ich nebenberuflich als Nachrichtensprecherin beim Hörfunk zu arbeiten, später als Presse-/Öffentlichkeitsmitarbeiterin und Musikassistentin in Festanstellung. Schnell merkte ich, dass ich dort ein Rädchen in einem Getriebe war und mit meiner Arbeit einem System diente, dessen Werte meinen widersprachen. Der innere Konflikt wurde so stark, dass ich um Kündigung bat. Dieser Punkt war ganz wichtig für meine innere Entwicklung von Eigenmacht, Zuversicht und Vertrauen, denn damals war ich alleinerziehende Mutter zweier Kinder und niemand im Verwandten- und Freundeskreis konnte meine Entscheidung nachvollziehen. Stattdessen hörte ich ausschließlich warnende und ängstliche Stimmen. Mir blieb nichts, als mich auf die Aussage MEINER INNEREN STIMME zu verlassen, dass diese Entscheidung richtig und not-wendig war. Und das war sie! Die Ausbildung zur Ergotherapeutin wurde mir dann zur Belohnung vom Leben geschenkt. Das Studium zur Kunst-/Gestaltungstherapeutin hat mir später erlaubt, tiefer zu gehen. Mit den Weiterbildungen zur Kreativen Traumatherapeutin und Wildnispädagogin habe ich zusätzliche kostbare Erfahrungen machen und Methoden auswählen dürfen, die ich in mein Leben und Wirken integrierte. Ich besuchte Seminare bei Cambra Skadé, tanzte durch ein ganzes emotionales Universum bei Susannah Darling Khan. Und immer wieder überprüfe ich, ob das, was ich lernte, mit meinen eigenen Erfahrungen übereinstimmt. Wenn es das nicht tut, forsche ich für mich weiter und finde heraus, was mir und der Welt besser dient.

Inzwischen verfüge ich über eine unglaublich reich befüllte Schatztruhe, aus der ich je nach Situation und Erfordernissen schöpfen kann – für mich selbst und die Menschen, mit denen ich lebe und arbeite. Aber sicher ist auch, dass mein Lernen nie aufhören wird.  Im Herbst beginne ich eine Ausbildung in der Schweiz zum Seelenzentrierten Coach. Juhu!
Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Ich lebe nicht mehr in der Stadt, sondern seit nun bald 6 Jahren zusammen mit meinem Lebensgefährten in einem kleinen Dörfchen auf dem Land. Wenn ich die Tür öffne, bin ich sofort draußen und das entspricht mir sehr.

Ich folgte dem Ruf nach einer Visionssuche und reiste nach Amerika, erlebte dort Heilung auf vielen verschiedenen Ebenen, gestaltete mir ein Übergangsritual in die Wechselzeit und erlebte eine sehr besondere Initiation. Ich fühle mich durchströmt von Lebendigkeit und kann Menschen gut mit meiner Begeisterung anstecken.

Ich genieße die Freiräume, die ich mir selbst geschaffen habe, arbeite von Dienstag bis Donnerstag therapeutisch in einer Rehaklinik für Menschen, die aus der Abhängigkeit von illegalen Drogen aussteigen wollen und begleite dort Menschen auf ihrem Weg zu sich selbst. Hinter allen Therapieangeboten, die ich begleiten darf, kann ich 100%ig stehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Antworten auf die für uns bedeutsamen Fragen bereits in uns tragen und so unterstütze ich die Menschen dabei, die Antworten aufzuspüren, ihren eigenen Weg zu gehen und ihrer eigenen Wahrheit zu folgen.

Hier zu Hause im Häuschen auf dem Land richtete ich eine Wollwerkstatt ein und gebe Kurse in sehr persönlicher Atmosphäre. Die TeilnehmerInnen schätzen sie und die meisten waren nicht nur einmal hier, sondern kehren immer wieder. Meine Werkstatt hier zu Hause ist variabel und kann entsprechend meiner derzeitigen Kurse und Seminare immer neu ausgerichtet werden. Demnächst wird sie sich in ein Kreativ-Atelier verwandeln. Die rein handwerklichen Filz-, Spinn- und Färbekurse laufen nun langsam aus. Es wird jetzt viele „letzte Male“ geben. Neu hinzukommen nach und nach verschiedene Wochenendseminare und Naturzeiten zur Selbstfürsorge und Persönlichkeitsentfaltung als ganz besondere Auszeiten für Frauen.
Wie hast du dich dadurch verändert?

Ich habe ein tiefes Vertrauen in das Leben erworben, bin unendlich dankbar und weiß, dass die Erde mich trägt – durch alles hindurch.
Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Regelmäßige Draußenzeiten sind dafür notwendig. Seit inzwischen vier Jahren wandere ich einmal im Jahr mit dem allernötigsten Gepäck, nur mit Schlafsack, Isomatte und Tarp für eine Woche fastend durch die Natur, lasse mich vollständig von meiner Intuition leiten, suche mir abends einen Schlafplatz im Wald und verbinde mich mit meinem natürlichen Urgrund, meinem wahrhaftigen Zuhause, meiner Wildheit. Dadurch komme ich immer auch in Kontakt mit meinen Schatten und Ängsten. Wenn ich da hindurchgetaucht war, wurde ich mit einer noch tieferen Verbundenheit, unglaublichen Einsichten und einer Freude beschenkt, für die es keine Worte gibt.


Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast

Besonders herausfordernd fand und finde ich als Mutter immer wieder, die Erfahrungswege meiner heranwachsenden und nun erwachsenen Kinder liebevoll beobachtend zu begleiten – ohne einzugreifen. (Es sei denn, sie wünschen Unterstützung.) Ihnen ihre eigenen (Um-)Wege zuzugestehen, auch auszuhalten, wenn sie sich selbst mit irgendetwas nicht gut tun. Weiß ich doch aus meinem Leben, dass mir gerade Krisenzeiten zu beschleunigter Entwicklung verhalfen. Und auch weiß ich, dass ich aus einer äußerst begrenzten Perspektive gucke und niemals wissen kann, wozu etwas gut ist.

Eine besondere Herausforderung auf einer meiner Draußenzeiten erlebte ich im vergangenen Jahr. Es war mitten in der Nacht, ich lag im Dickicht im Wald unter meinem Tarp und schlief. Plötzlich schrak ich durch enormes Getöse aus dem Tiefschlaf. Es waren Geräusche, als hämmere jemand mit einem Metallgegenstand auf einen Blecheimer. Mein Herz klopfte vor Angst, als wolle es meinen Brustkorb verlassen. Das Hämmern hielt an. Es gab nur immer mal eine kurze Pause, bevor es von neuem losging. In meinem Kopf rasten die Gedanken. Was ist das? Eine Treibjagd? Mein Gehirn produzierte angstmachende Bilder, Adrenalin raste durch meinen Körper. Vor meinem inneren Auge sah ich eine Rotte Wildschweine durch das Dickicht rasen und über mich hinwegtoben. Hunde mit gefletschten Zähnen… Jäger, die mich im Dunkel im Schlafsack für ein Wildschwein hielten und versehentlich auf mich schossen… Angst! Bilder aus meinem Leben zogen an mir vorbei. Rasende Gedanken stellten mir die Frage: Hätte ich etwas anders gemacht? Die Antwort lautete: NEIN! Ich wäre an genau dieser Stelle im Wald. Ich habe mir mein Leben so ausgesucht, wie ich es lebe und fühle mich sehr erfüllt. Wenn ich also jetzt sterben sollte, dann ist es so. Ich bin dankbar für mein ganzes wildes Leben. In diesem Moment, als ich ALLES AKZEPTIERT hatte, lag ich zwar noch immer inmitten einer tosenden Treibjagd, war gleichzeitig jedoch von dem tiefsten, kaum vorstellbaren, inneren Frieden durchströmt. Geborgen mitten im Sturm…
Was tust du bei Rückschlägen?

Innehalten und hineinspüren, welche Botschaft sich für mich darin verbirgt… Mich zu fragen, ob ich noch auf der richtigen Spur bin oder ob mir das Leben gerade etwas Anderes vorschlägt. Manchmal geht es darum, von meinem Vorhaben abzulassen und den Kurs zu ändern, aber manchmal erlebe ich Rückschläge auch als einen Test, ob ich es wirklich ernst meine mit meinem Vorhaben und bereit bin, Energie zu investieren. Manchmal ist ein Rückschlag auch ein Hinweis für mich, dass ich innerlich noch keine wirklich klare Entscheidung getroffen habe. Ein Rückschlag ist also immer auch eine Chance, genauer und tiefer hinein zu spüren.
Was liest du gerade?

In lese immer in mehreren Büchern. Z. Zt. sind es folgende:

Der große Rat – Das Council – mit dem Herzen hören und sprechen, den Kreis erweitern“ von Jack Zimmerman und Virginia Coyle

Point Zero – entfesselte Kreativität“ von Michele Cassou – hatte ich vor Jahren schon einmal gelesen, anlässlich eines gerade besuchten Workshops noch einmal hervorgeholt

Der Heros in tausend Gestalten“ von Joseph Campbell

Und – passend zum Interview – natürlich

Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés zum wiederholten Male
Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Cambra Skadé, Susannah Darling Khan, Susanne Fischer-Rizzi
Was motiviert dich weiter zu machen?

In jeder meiner Zellen wohnen Entdeckerfreude und ein starker Entwicklungsdrang…

Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

Kein Mantra, aber eine Affirmation: Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich!
(und warum?)

Weil es nicht immer so war… Wenn mir jemand damals, als ich zwischen 9 und 18 war, erzählt hätte, dass ich jemals ein so erfülltes und glückliches Leben führen würde – ich hätte es nicht glauben können. Ich bin zutiefst dankbar
Bitte teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Immer wieder bewusst loszulassen, was nicht mehr trägt oder nicht gut tut, um Kopf, Herz und Hände frei zu haben und empfangen zu können, was uns und anderen besser dient…

Mich immer wieder zu fragen: „Was schenkt mir und was lehrt mich diese Situation?“

Der Frühling kommt halt erst dann, wenn der Winter vorbei ist…

Ohne Gas (künstliche Beschleunigung) und Bremse (künstliche Zurückhaltung) zu leben…

Mit dem zu gehen, was sich zeigt…

DANKE!

Über Jana Muchalski

Als Kunst- und Gestaltungstherapeutin hat Jana ein Gespühr für Farben und Gestaltung, die sie in ihre kreativen Arbeiten fließen lässt… sie tanzt die Farben – tanzt die Materialien und webt daraus traumschöne Werke, die du auf ihrem Blog dir ansehen solltest. Und wenn du dann genau so fasziniert davon bist, wie ich, dann kannst du auch einen Kurs mit ihr besuchen, und dich lehren lassen. (oder schau mal hier – eine Anleitung von ihr für eine Kalenderhülle)

Ich persönlich empfinde Jana als vielseitig – wild, verspielt aber auch gleichzeitig ernst und wissend. Ihren spirituellen Weg zu verfolgen inspiriert mich, genau so sehr, wie ihre kreative Seite – und ich habe bei ihr das Geühl, dass es einfach nur so aus ihr heraus fließt – authentisch, echt und wild. Und ich bin dankbar, dass sie ihr Wissen hier mit uns teilt.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Wolfsfrauen Interview: Ramona Weyde-Ferch

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Ramona aka Jademond vor zustellen.

1.Wie beginnst du deinen Tag?

Mein Wecker klingelt derzeit um 6:20. Ich stehe auf, mache mich tagfertig, richte Frühstück für die Kinder und mich und schaue, daß alle angezogen und pünktlich, mit Brotzeit versorgt aus dem Haus kommen. Ich bringe den Sterngucker zum Schulbus, den Mann zur S-Bahn und den Wolf zur Schule. Ich möchte meinen Tag gern früher und in Ruhe starten und Meditationszeit einbauen. Das ist mir noch nicht ganz gelungen, da immer, wenn ich aufstehe, auch die Kinder wach werden. Da ist momentan gerade etwas im Umbruch mit meiner Morgenroutine, vorallem seit der Mann begonnen hat, früh aufzustehen und zu meditieren. Ich möchte das auch gern.

 

2. Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

Glücklich bin ich, wenn ich im Moment bin. Wenn ich male, schreibe oder schwimme und mein Fokus allein dabei ist. Wenn ich ganz bei mir bin und durch nichts abgelenkt. Das tut mir gut, dann bin ich richtig glücklich. Das kann auch ein gutes Essen mit Freunden sein oder ein tiefes Gespräch.

3. Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

Ich schaue, wo ich Ruhe finde. Was ich in dem Moment tun kann, um mich zu stärken. Das kann bewusst gutes Essen sein oder eine Pause. Ich versuche innezuhalten und zu atmen. Atmung ist total wichtig. In Stresssituationen vergessen wir das schnell. Je nachdem, was gerade los ist, hilft mir auch eine gezielte Yogaübung, zurück in die Balance zu finden. Früh ins Bett gehen und Schlaf sowieso. Badewanne, mal rauskommen und Abstand haben. Ganz nach Stressfaktor und Grund meines Unwohlseins.

.

4. Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

Ich gehe regelmässig Schwimmen, jeden Monat gönne ich mir eine Massage. Ich treffe meine Freundinnen vom Mütterkreis, buche mir Wochenenden mit Freundinnen. Ich gehe jeden Monat einmal mit meinem Mann essen und verbringe dieses Jahr zwei Wochenende mit ihm allein im Wellness-Hotel. Im Alltag achte ich auf nährendes und frisches Essen, ausreichend Schlaf (ich gehe zwischen 21 und 22 Uhr zu Bett und Bewegung (ich laufe, wenn ich es einrichten kann). Vorallem letzteres möchte ich wieder fokussieren. Ich denke positiv, vermeide es, zu jammern und suche mir Hilfe, wenn ich welche brauche (Coaching, pragmatische Alltagsorganisation etc). Ich sage auch mal Termine ab, wenn ich merke, daß alles zu viel wird.

.

5. Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

In erster Linie, mich mit mir selbst und meiner Umwelt auseinanderzusetzen. Meine Spiritualität zu spüren und zu leben, immer wieder neu zu reflektieren, zu lernen. Prozesse zu durchschreiten und durch Transformationen zu gehen, mich zu spüren. Meine eigene Integrität zu entdecken und immer mehr auch leben. Gleichzeitig aber auch ein Teil von Gemeinschaft zu sein, anderen ein Wegweiser, eine Freundin, eine Inspiration, Partnerin und Mutter zu sein. Ich bin eine Kriegerin.

6. Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

Sie war immer schon da. Ich bin da meinen Eltern sehr dankbar, die mich sein lassen haben, mich meinen Weg haben gehen lassen, meine Erfahrungen machen lassen haben. Und immer so viel Vertrauen und Unterstützung, Rückhalt und Liebe gegeben haben, wie es nötig war, daß ich werden konnte, die ich bin. Entlang meines Weges gab es noch diverse Ereignisse und Ausbildungen, die mich wachsen lassen haben. Das erste Weggehen von Zuhause, meine Ausbildung, mein Studium, Partnerschaften, die Schwangerschaft mit meiner Tochter, die Yogalehrerausbildung, die Gongausbildung, die zweite und dritte Schwangerschaft, Umzüge. Und all die Menschen, die mir auf diesem Weg begegnet sind, die Aufgaben, Wissen und Erfahrungen mitgebracht haben.

Früher habe ich versucht, meine Wildheit, meine Spiritualität, mein Ur-Innerstes durch einen äußeren Rahmen zu finden. Ich habe mich mit dem Christentum beschäftigt, ich habe zu Gott gebetet und wollte mich konfirmieren lassen. Aber es hat sich nicht echt angefühlt. Ich habe mich mit Magie und Hexenbräuchen, mit Paganismus und Wicca auseinandergesetzt und habe an Ritualen teilgenommen. Aber es hat sich nicht echt angefühlt. Ich habe Einblicke in die Sikh Religion bekommen, Gurdwaras besucht, aber es hat sich nicht echt angefühlt. Doch irgendwann, im Laufe der Zeit, habe ich meinen ganz eigenen Glauben, meine ganz eigene Spiritualität in mir drinnen gefunden. Losgelöst von Religion und Konvention. Meine Wildheit. Jetzt fühlt es sich echt an. Wenn ich Lust auf Rituale habe, dann schaffe ich sie mir. Oder nehme daran teil. Egal wo und in welcher Religion. Dann weiss ich aber auch, daß es was mit mir zu tun hat. Mit meinem Herzen.

7. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert? / Wie hast du dich dadurch verändert?

Das war ja kein Ereignis und plötzlich war ich wild. Eher ein anhaltender Prozess. Ich merke, wie ich mehr und mehr zu mir selbst finde. Das finde ich sehr schön. In meinem sehr rudimentär geführten Tagebuch gibt es einen Eintrag vom 30.7.2002 (das war 5 Monate nach der Geburt meiner Tochter), welcher nur aus einer Zeile besteht: „Ich bin auf der Suche nach mir selbst.“. Der nächste Eintrag darunter ist vom 14.7.2005 „Das bin ich immer noch, obwohl ich glaube, dem ein Stück näher gekommen zu sein.“ Danach folgte kein weiterer. Dann wurde mein Leben zu voll für Tagebucheinträge. Und heute? 2016? Ich spüre mich, ich fühle mich lebendig, ich bin glücklich und habe letztes Jahr das erste Mal seit meiner Kindheit das Gefühl, wieder irgendwo angekommen zu sein. Bei mir selbst. Keine Suche mehr, sondern eher eine Frage der Ausrichtung, der Orientierung. Manchmal verliere ich mich auch. Aber ich finde mich wieder..

8. Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

Verbindung zu anderen Menschen mit ähnlicher Gesinnung, Gemeinschaft, Spiritualität (im Stillen wie in der Gemeinschaft), Kreativität/Kunst (zB Malen, Schreiben, Collagieren), Singen, Natur (am Meer sein, im See schwimmen, Waldduft schnuppern), Gespräche, Bewusstheit, Dankbarkeit

.

9. Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

Das ist eine interessante Frage. Denn so spontan fällt mir da gar nichts ein, obwohl mein Leben voller Herausforderungen ist und war. Rückblickend waren die alle gut für mein Wachstum, aber keine hat sich so tief eingebrannt. Klar, da waren Trennungen, unerwiederte Liebe, Streit und Mißverständnisse, Umzüge und Neuorientierung, Geburten. Alles große Dinge. Aber ich glaube, die heimtückischsten Herausforderungen sind immer noch und immer wieder die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Mustern und Verhaltensweisen. Aber ich mache Fortschritte, ich lerne, ich gebe mich dem Prozess hin. Ja. Meine größte Herausforderung bin ich selbst. Und ich habe sie bei weitem noch nicht überstanden!

.

10. Was tust du bei Rückschlägen?

Neulich erinnerte ich mich daran, daß ich das mal sehr hartnäckig und ehrgeizig war. Diese Fähigkeiten sind im Laufe der Jahre etwas verschüttet gegangen. Da merke ich gerade, daß ich wieder in meine Kraft komme. Eben nicht resigniere und schulternzuckend weggehe, sondern dranbleibe. Ich reflektiere, hinterfrage, probiere vielleicht auch eine andere Herangehensweise. Ich wäge ab, ob es sich lohnt oder vergebene Mühe ist. Ich erinnere mich wieder dran, daß es für die meisten Dinge vorallem Übung braucht. Da gehören Rückschläge dazu. Aus ihnen können wir am meisten lernen. Darüber hatten wir neulich im Kindergarten auch ein Gespräch. Wie wir heutzutage in einer Kultur leben, in der Fehler etwas Schlechtes sind. Dabei können gerade Fehler und Rückschläge die tollsten Wegweiser sein. Wie heisst es so schön:

„Hinfallen. Aufstehen. Krone richten. Weitergehen.“

.

11. Was liest du gerade?

Gerade habe ich „18 minutes. Find your focus, master distraction & get the right things done“ von Peter Bregman fertig gelesen.

.

12. Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

Nanak Dev Singh, der lange Zeit mein Lehrer war, mit Yoga, Gong und Gatka

Dan Milman mit seinem Buch „Der Pfad des friedvollen Kriegers“

Meine Tochter, mit all ihren Aufgaben für mich, die sie mitbrachte und mitbringt

.

13. Was motiviert dich weiter zu machen?

Meine Lebenskraft. Große Lebenslust. Die Bedeutung, die vielleicht auch mein Sein für andere hat.

„A life is not important except in the impact it has on other lives.“ (Jackie Robinson)

.

14. Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest? (und warum?)

Mein momentanes Lieblingsmantra:

„She believed she could, so she did.“

Aus dem Kundalini Yoga mag ich immer noch sehr gern den chant:

„I am the light of the soul, i am beautyful, i am bountyful, i am bliss, I am I am“

Beide, weil sie mich an die Kraft und das Potenzial erinnern, was ich in mir trage.

.

15. Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

Alles hat seinen Sinn (Everything happens for a reason)

 

Über Jademond

Ramona ist Mutter von drei Kindern, Kommunikationsdesignerin und Kundalini-Yogalehrerin. Auf Jademond.de bloggt lässt sie dich teilhaben, an ihrer Kreativität (Tintenkleks und Pinselstrich) und an ihrem Leben selbst – dabei schafft sie es immer und immer wieder, zu inspirieren, sich über das Leben und (ihre eigene) Spititualität Gedanken zu machen und dich in ihren wunderschönen Fotografien und Werken zu verlieben. Sie hat 2012 ihren Podcast „Gedankengut“ begonnen, in dem sie Rezepte, Anleitungen und Meditationen teilt – darunter natürlich auch ihre Gedanken zur Spiritualität, dem Mutter sein und dem Leben. Seit diesem Jahr kann man ihre wunderschönen Karten und Kunstdrucke auch bei Kallimagie bekommen. Ramona ist für mich eine Lehrerin in vielen Bereichen, besonders was das Muttersein, Ökologie, Organisation und „wahrhaft sein“ angeht – aber um ehrlich zu sein, liebe ich all ihre Beiträge. Also, husch mal rüber und riskiere einen (Achtung, es wird sicherlich nicht bei einem bleiben) Blick!

Merken

Merken

Merken

Merken

Wolfsfrauen Interview: Cambra Skade

Die Vorstellung von wilden Frauen (den WolfsFrauen) ist eine fortlaufende Reihe, in der starke, selbstbewusste und authentische Frauen vorgestellt werden, die ihren ureigenen Weg gehen. Diese Serie soll inspirieren und uns Mut machen, unser wahres Ich zu leben. Heute freue ich mich sehr euch Cambra Skadé vor zustellen.

  1. Wie beginnst du deinen Tag?

    Meinen Tag beginne ich manchmal mit speziellen Übungen, die meditativ sind oder mit Atmen und Energieflüssen zu tun haben. Manchmal. Was ich immer mache, ist mit Katalina, meiner Katze im Bad unsere Rituale pflegen, uns gegenseitig putzen und beschmusen. Morgens lasse ich mir Zeit für Tee und Müsli machen, und um die Wildtiere zu füttern. Ich schreibe meine Morgenseiten, um alles freizufegen für den Tag. Dann mache ich einen kleinen Tagesplan, was gemacht werden will und dann gehe ich ins kleine Supermarkt-Stehcafé für ein zweites Frühstück, um den Weg vom Bett zum Atelier länger zu machen, um rauszugehen, die Leute vom Dorf auf einen Ratsch zu treffen. Das ist der Tagesbeginn.

  2. Was tut dir gut und wann bist du so richtig glücklich?

    Was mir immer gut tut, ist mit Tieren zusammen zu sein, mit Eseln spazierengehen, mit Hunden spielen, mit Katzen schmusen, mit Pferden unterwegssein, Wildtiere beobachten. Dann natürlich alles Kreative, malen, Filme machen, Performances choreografieren, seltsame Gewänder nähen. Ich liebe es, mit anderen in eine tiefe Innenschau zu gehen, sich zu spiegeln, miteinander Erkenntniswege zu gehen, im Council, mit Masken, im Reden am Feuer. Überhaupt, miteinander forschen und abenteuern, das erfüllt mich.

  3. Was tust du, wenn du gestresst bist oder dich nicht gut fühlst?

    Dann hoffe ich, dass mir all das einfällt, was mir guttut. Oftmals vergesse ich das ja in genau den Situationen. Manchmal erinnert mich wer daran, dass es sowas wie Räuchern gibt, Badewannen mit Kerzen und guter Musik. Am besten wirken Spaziergänge alleine, Medicine Walks, Musik machen und natürlich, wenn ich mich in magische Räume begebe, zu meinen Spirits reise, um Unterstützung bitte, sie frage. Alleine das In-Verbindung-Gehen, den magischen Faden spüren, das stärkt sehr.

  4. Welche Dinge tust du für dich (Self-Care-Routine)?

    Mit Freundinnen Wohlfühlzeiten, Berührzeiten, Geschichtenerzählzeiten. Spazierengehen, in den Wäldern herumstromern, Langlaufen. Tanzen. Fortbildungen gehören da auch dazu. Auf der Körperebene achte ich darauf, dass ich möglichst nichts verschleppe und gehe, wenn ich Imbalancen merke kurz zur Physio, Cranio, substituiere oder was auch immer mir so einfällt. .

  5. Was bedeutet es für dich eine „wilde“ Frau zu sein?

    Es hat für mich was mit Freiheit zu tun. Frei zu sein in meinen Entscheidungen, frei zu reisen, meine Tage zu füllen, meine Arbeit so zu tun, wie es für mich stimmt, meinen Impulsen und Rhythmen zu folgen. Unabhängig, selbstbestimmt mein Leben leben. Meiner Wahrheit folgen, die Verantwortung für mein Leben übernehmen.

  6. Wie hast du diese innere Wildheit gefunden und in deinem Leben etabliert?

    Ich schicke dir einen Text von mir, den ich für die Schweizer Zeitschrift Spuren geschrieben habe. Er erzählt von der Wildheit und von vielem, was du fragst. Vielleicht nimmst du dir da raus, was du brauchst.

    Das wilde Sommermädchen

In fünf Jahrzehnten hat sie aus farbigen Strängen den eigenen Lebens

teppich gewebt. Eine Künstlerin und Alltagsschamanin erinnert sich an ihren Urgrund.   Von Cambra Skadé

Manchmal werde ich gefragt, wie es einer, die so sonderbare Dinge tut und so lebt wie ich, in einem kleinen bayrischen Dorf geht. Meine Närrinnenfreiheit, seltsam und wild zu leben, hat etwas damit zu tun, dass ich das Etikett „Künstlerin“ habe. Damit bin ich einzuordnen, mein Tun verliert die Gefährlichkeit, das Fremde, weil es sich im Zweifelsfall um ein Kunstprojekt handelt. Eine ähnliche Situation hatte ich auch in unserem kleinen Dorf in Altkastilien, in dem ich viele Sommer verbrachte. Wildniskraft hat die spanischen Sommer geprägt. Zwischen Tieren, Steinen und alten Fincas bin ich lustvoll verwildert.

Zerzaust und ungezähmt

An einem Sommertag in den kantabrischen Bergen: Auf meiner inneren Landkarte folge ich einem uralten Weg. Ich sitze, an einen Stein gelehnt, mit vielen Gewändern übereinander, mit Röcken, einer Hose, einer alten Wolljacke mit Löchern, die bunt und schlecht geflickt ist. Später werde ich Brennnesseln suchen für einen Tee und Kräuter, um abends mein Essen am Feuer zuzubereiten. Mein Gesicht ist dunkel von der Sonne, wettergegerbt, schön, der Geruch meines Körpers ist intensiv und erinnert mich an die würzigen Bergkräuter. Morgens bade ich meinen dunklen Körper in Regenwasser, und manchmal flechte ich mir einen Blumenkranz. Gerne rede ich mit mir selbst, murmle einen seltsamen Singsang vor mich hin. Zerzaust und ungezähmt bin ich, eingesponnen in erdig-bunte Lebensfäden. Ich sehe in meine wilden, wachen Augen und betrachte meine schwieligen Hände, die so gerne die Erde berühren und in Fellen wühlen. So wandere ich auf meinem Pfad der Sommerweite, pfeife für die Geister und zelebriere mein Leben.

Dabei habe ich mich an meine Kindheit erinnert, an das wilde Sommermädchen, das ihre väterlich-bäuerlichen Wurzeln so mochte. Das Selbstverständnis und eine königliche Kraft sind mir aus der mächtigen Grossmutterlinie zugeflossen. Sie haben sich eingewebt mit goldenen Fäden in den Teppich des freien, wilden Lebens.

Hinter die Versehrtheit tauchen

Dann die Bildungsstätten. Vereinbarte Codes erlernen müssen. Intellekt war gefragt, rationaler Zwang. Ich erinnere mich an das gestaltende Mädchen, die junge Künstlerin, tauche hinter alle Beschädigung, hinter alle Versehrtheit, tauche in ihre Freiheit und Lust, in ihr Chaos und ihre geheime Ordnung. Ich hatte eine sehr pädagogische Mutter, die mir den Weg freimachte. Sie hatte Humor und einen gewissen Anspruch an sich und ihre Erziehung. Sie liess mich ihr Ballkleid zerschneiden, weil ich damit grosse Pläne hatte. Als ich den Satz „Närrinnenhände beschmieren Tisch und Wände“ aus der Schule mit nach Hause brachte, hat sie gelacht. Etwas von all dem habe ich her-übergerettet, trotz der ganzen schulisch-akademischen Beschädigungen meiner Schöpfungs-kraft. Ich ehre das Mädchen, das sich mutig ihre Verrücktheiten, ihre Geheimnisse, ihre kreative Kraft bewahrt hat. Sie wusste, wie es geht, die Formdiktatur zerbröckeln zu lassen. Ich erinnere ihren Weg und binde mich an sie an. Sie hat etwas gewusst, das ich zwischendurch vergessen hatte, weil es keinen Platz gefunden hat. Sie hat sich an etwas viel Älteres erinnert, und sie hat mir den Zugang dazu leichter gemacht.

Ich bemale nach wie vor gerne Tisch und Wände, und meine Mutter und ich finden, dass die Närrinnen ein recht feiner Clan sind, in dem es sich gut sein lässt.

Landstriche der Seele

In den wildesten Landstrichen meiner Seele werden mir viele Fragen gestellt.

Springst du über deinen Schatten? Bestimmst du selbst, wie du lebst? Stehst du ein für das, was dir wichtig ist? Hast du eine Zeit der Einsamkeit gekannt, bist durch Wüsten gegangen und dabei stärker geworden? Gibst du dich hin und lässt du dich berühren? Sind deine Begegnungen lust- und liebevoll? Kannst du dich selbstvergessen im Wind drehen, im warmen Regen laufen und in Pfützen springen? Tanzt du barfuss unter freiem Himmel? Lässt du dich beflügeln von deiner Fantasie? Was erlaubst du dir wirklich? Lebst du deine Träume und bleibst neugierig auf das, was noch kommt?

In fünf Jahrzehnten hat sich aus verschiedenen Strängen ein Lebensteppich gewebt, den Muster von Wildniskraft durchziehen. Das ist vielen Menschen zu verdanken, welche die wildesten Landstriche meiner Seele gesehen und genährt haben. Sie waren Spiegel und Sonne, Regen und schützender Winter, Feuerwärme. Ich glaube, das Urfeuer, das Urvertrauen, der Zugang zu ungebrochener Wildheit entspringen einem heilen Sommerkindersein. Es waren die Augen meiner Eltern und Grosseltern, mancher Lehrer/-innen und vieler Begleitenden, Patinnen, Muhmen, die auf mich geschaut haben. Sie haben meine Freiheit, mein Recht auf die Entfaltung meiner Gaben und meiner Würde verteidigt. Das, was einst selbstverständlich schien, wurde mir im Laufe meines Lebens immer kostbarer. Und so verneige ich mich vor all denen, die wussten, dass die Gemeinschaft freie, einzigartige Menschen braucht, mit der Sommerwärme, der Herbstweisheit und der Winterklarheit. Und deshalb dafür gesorgt haben, dass ich gesehen, geachtet, wertgeschätzt wurde, dass meine ganz eigene Weise Platz hat, damit sie sich wild und schön, frei und einzigartig entfalten kann.

  1. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

    Ich gehe für meine Freiheit und für die Wildheit, für meine, für die der Frauen und Kinder, für ihre Unversehrtheit. So habe ich es selbst erfahren.

  2. Wie hast du dich dadurch verändert?

    Ich bin sehr politisch geworden, weil ich gesehen habe, wo es mangelt. Kämpferisch, streitbar für eben diesen freien, wilden Geist bin ich als junge Frau geworden. Meine feministischen Wege gehören dazu. Mein Weg als Künstlerin ist auch dem Wilden und Freien gewidmet.

  3. Was tust du, um diese wilde Seite in dir zu nähren? Was braucht sie?

    Sie braucht Natur, draussen sein, in wilden Landstrichen unterwegs sein. Obwohl ich ja bequem bin und nicht besonders mutig, was Natur und Abenteuer betrifft, stärkt gerade das meine wilde Seite. Im Death Valley eine Visionssuche machen, Kirgistan durchreiten oder in Sibirien die Taiga erfahren, das braucht meinen ganzen Mut. Ich mache es, weil ich weiß, dass es mich zutiefst nährt und meine wilde Seele jauchzt. Bei uns hier sind es die Feuer, im Schnee lange unterwegs sein, in der Nacht herumstromern. Gerüche gehören dazu und wieder die Tiere. Sie spiegeln meine wilde Seele.

  4. Was war die größte Herausforderung, die du überstanden hast?

    Da fällt mir jetzt nicht die eine große Herausforderung ein. Seltsamerweise sind meine großen Herausforderungen im Vorfeld, von bedeutsamen Wegen, Entscheidungen, Reisen. Wenn ich dann losgegengen bin, dann ist es wie weg. Ich glaube, ich bin extrem vorfeldschwach und erlebe das Vorher immer als riesige Herausforderung.

  1. Was tust du bei Rückschlägen?

    Mich einsammeln. Mittlerweile gebe ich mir auch eine Zeit des Betrauerns, manchmal ist es wie ein kleines Sterberitual. Was mir sehr hilft, sind Gespräche mit Freundinnen. Im Gespräch kann ich das Ganze ergründen, besser verstehen, die Geschichte dahinter erkennen und die klugen und weisen Frauen mit ihrer Sicht darauf sind beste Medizin.

  2. Was liest du gerade?

    Zur Zeit lese ich „Übungen der Nacht“ von Tenzin Wangyal Rinpoche, luzides Träumen, Traum-Yoga, tibetische Meditationen in Schlaf und Traum. Ich habe es schon mal gelesen, vor vielen Jahren und frische meine Kenntnisse auf.

  3. Welche drei Menschen haben dich am meisten inspiriert?

    Oh, das ist auch schwierig. Es sind so viele und so viele sind wirklich wichtig. Es sind auch in unterschiedlichen Lebensabschnitten verschiedene. Sie sind gleich wichtig, manche begleiten mich länger, andere sind vielleicht nur punktuell wichtig gewesen und dennoch, auch ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Luisa Francia ist eine ganz wichtige, lange Lebensbegleiterin und Freundin.

  4. Was motiviert dich weiter zu machen?

    Da braucht es gar keine Motivation, es kommen eh viel mehr Ideen, Projekte, Calls, als ich zeitlich umsetzen kann.

  5. Hast du ein Lieblingsmantra? Eine Lieblingsaffirmation die du teilen möchtest?

    Bei dem Wort Mantra geblieben, also ein wirkliches Mantra, das ist das Tare-Mantra.
    Eine wichtige Affirmation ist: Wer weiß, wer weiß.

  6. (und warum?)

    Dieses „wer weiß, wer weiß“ gehört in einen späteren Lebensabschnitt. Im Laufe des Lebens habe ich viel mehr Weite entwickelt, viel mehr verstanden, dass ich viel nicht weiß, die eigene Beschränktheit und gleichzeitig eine Ahnung von einem großen, offenen Raum wahrgenommen. Und deshalb mag ich das Aufmachen durch „wer weiß …“. Es könnte so sein, muss aber nicht. Vielleicht durchschaue ich nicht alles, vielleicht entwickelt sich das, was ich jetzt wahrnehme nochmal ganz anders.

  7. Bitte Teile ein paar weise Worte mit uns, die du durch deine spirituelle Arbeit gelernt hast:

    Wer weiß, wer weiß – gehört dazu
    Nicht anders werden, sondern wahrer
    Genau das geben, was ich zu geben habe und vertrauen, dass das reicht
    Mute dich zu, deine Qualitäten werden gebraucht
    Die eigenen Pulsationen ehren – alles pulsiert, ohne Ausnahme
    Was ist, darf sein, was sein darf wandelt sich. Ein Ja zu meiner Wahrheit, unabhängig davon, ob sie mir gefällt oder nicht.
    Mein Potenzial entdecken, beanspruchen, bewohnen

Über Cambra Skadé

Cambra ist eine bayrische Künstlerin und meine liebste Autorin – sie selber bezeichnet sich als, „Alltagsforscherin“, die altes Heilwissen und schamanisches Frauenwissen erforscht und in ihre Arbeiten künstlerisch umsetzt. Für mich ist sie eine Wortweberin, die es vermag, mit ihren Geschichten und Bildern tief schlummernde Saiten meiner Seele zum Schwingen zu bringen. Aus ihrer Hand stammen meine liebsten Bücher, die ich alle immer wieder und wieder zur Hand nehme – und da ich sie dir gerne ans Herz legen mag, findest du hier alle ihre Bücher. (Mein liebstes Buch von ihr ist „verwurzelt fliegen„) Sie bloggt übrigens auch auf „No-Project“ über ihr magisches Alltagsleben, es lohnt sich auch dort vorbei zu sehen. Sie selber liebt ihre Tiere, die Isar, Großzügigkeiten und Lebensfreude, die man in ihrer Kunst erkennen kann.Sie beschriebt sich selber als „Clownfrau“ und fühlt sich da zu Hause, wo gelacht wird, und man eine gute Brotzeit machen kann. Sie gibt Seminare und stellt ihre wundervollen Bilder aus, schau mal hier, ob etwas für dich dabei ist.

 

Merken

Merken